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AUS DEM GERICHT

Nach geprellter Rechnung in Bad Feilnbach: Berufsbetrüger erneut hinter Gitter

  • VonTheo Auer
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Ein Berufs-Betrüger muss für zwei Jahre und acht Monate in Haft, nachdem er schon 18 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht hat. Das Schöffengericht Rosenheim verurteilte den 56-Jährigen ohne festen Wohnsitz jetzt auch, weil er bei einer Bad Feilnbacher Vermieterin von Ferienwohnungen unbezahlte Rechnungen hinterlassen hat.

Bad Feilnbach – Seine Vorstrafenliste wies den 56-jährigen ehemaligen Immobilienkaufmann und Luftverkehrskaufmann als wirklich „schweren Jungen“ aus. Immerhin wurde er in den vergangenen 24 Jahren sechsmal zu insgesamt 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte stammte ursprünglich aus Rott am Inn, lebte aber an verschiedensten Orten in Deutschland, zeitweise in Bad Feilnbach und Fischbachau .– meist aber in diversen Justizollzugsanstalten. Und das immer wieder aufgrund von Betrugstaten. Jahrelang hatte er eine große Betrugsserie mit Tankstellen und Mineralölhandel betrieben, war 2009 deshalb in den USA untergetaucht. Dort wurde er schließlich festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. Das Landgericht München I verurteilte ihn 2011 zu einer Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten.

2019 aus der Haft entlassen plante er nur einen Monat nach später schon einen neuen Beutezug. Er gründete eine imaginäre GmbH unter dem Namen Q24–Capital, um damit an das Geld leichtgläubiger Investoren zu kommen. Im Juni 2020 mietete bei einem Autohändler im Landkreis Miesbach einen Leihwagen und verlängerte dessen Leihfrist immer wieder bis in den Juli 2020 – ohne auch nur einen Euro zu bezahlen.

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Im August 2020 mietete er sich im Parkhotel Crombach zu Rosenheim ein, mit der Maßgabe die Kosten würden von seiner Firma – der „Q24-Capital“ – getragen. Inzwischen hatte er sich dazu auch eine professionelle Homepage im Internet zugelegt. Die Kostenübernahme durch die Firma wurde von der Chefsekretärin am Telefon bestätigt. Tatsächlich war das aber die Lebensgefährtin des Angeklagten, die sich mit ihm im Hotel befand. Als das Hotel nach mehreren Zahlungsaufforderungen schließlich die Polizei verständigte, verließen der Angeklagte und seine „Sekretärin“ durch die Tiefgarage fluchtartig das Hotel.

Im Oktober 2020 schließlich mietete der Angeklagte über eine Internetplattform eine Ferienwohnung in Bad Feilnbach. Auch hier vertrösteten er und seine Komplizin die Vermieterin bis Ende November erst mit den altbekannten Ausreden und waren irgendwann weg. Insgesamt entstand den Geprellten so ein Schaden von etwa 17 000 Euro.

Verteidigerin Gabriele Sachse erklärte, dass ihr Mandant zu einem umfassenden Geständnis bereit sei. Der Vorsitzende Richter Matthias Knoblauch schlug einen Strafrahmen zwischen 30 und 36 Monaten vor, dem alle Beteiligten zustimmten.

In ihrem Schlussvortrag beklagte die Staatsanwaltschaft die vielen einschlägigen Vorstrafen und die große Rückfallgeschwindigkeit. Noch unter Reststrafen-Bewährung stehend sei er genau in die alten Verhaltensmuster und Straftaten zurückgefallen. Daher seien hier drei Jahre Haft tat- und schuldangemessen. Die Verteidigerin verwies darauf, dass ihr Mandant nicht nur umfassend geständig sei, sondern auch bereits über vier Monate in Untersuchungshaft verbracht habe. Zwei Jahre und sechs Monate sollten deshalb das richtige Strafmaß sein.

Das Schöffengericht stellte fest, dass es sich hier fraglos um gewerbsmäßige Straftaten gehandelt habe und sprach eine Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten aus. Weil damit zwangsläufig auch die zur Bewährung ausgesetzte Reststrafe verbüßt werden muss, wird der Angeklagte für lange Jahre wieder hinter Gefängnismauern verschwinden.

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