Nach dem Hochwasser: Jenbachweg in Bad Feilnbach gesperrt

Weggespült: An mehreren Stellen ist der Wirtschaftsweg entlang des Jenbaches abgeborchen.  Schmuck
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Weggespült: An mehreren Stellen ist der Wirtschaftsweg entlang des Jenbaches abgeborchen. Schmuck

Schwere Schäden hat das Hochwasser am Jenbach in Bad Feilnbach hinterlassen – vor allem an Wirtschaftsweg, oberem Bachlauf und Jenbachsteig. Durch einen Murenabgang waren 50000 Kubikmeter Geröll ins Tal gespült worden. In der kommenden Woche beginnen die Sanierungsarbeiten.

Von Michael Schmuck und Kathrin Gerlach

Bad Feilnbach – Am Jenbach ist Gefahr im Verzug. Das Hochwasser hat am Lauf und am Weg entlang des Flusses in Bad Feilnbach schwere Schäden hinterlassen. Der Wanderweg ist gesperrt und wird es wohl auch noch für längere Zeit bleiben.

In der kommenden Woche beginnen das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim und der Bauhof der Gemeinde Bad Feilnbach mit der Sanierung von Bachlauf und Wirtschaftsweg.

Starkregen und die Wassermassen des Jenbachs schwemmten etwa 50 000 Kubikmeter Gestein aus dem Brechries. „Das aus der Kieswand gelöste Geröll wurde vom Bach ins Tal gespült“, erläutert Bauhofleiter Martin Mayer.

Weg streckenweise weggebrochen

Im oberen Bereich wurde der Forstweg auf einer Länge von mehreren hundert Metern komplett zerstört. Weiter unten wurde er teilweise unter- oder ganz weggespült. Am oberen Jenbachsteig zerstörte die Flut Teile des mit Gitterrosten gesicherten Steigs.

Zum Glück konnten die Rückhaltebecken im oberen Bereich das meiste Geröll aufhalten. „Vor zehn Jahren wurde am Unterlauf eine Geschiebesortiersperre erbaut“, erläutert Martina Heider vom Wasserwirtschaftsamt. Bis in diesen Bereich gelangten die Gesteinsmassen aber nicht. Hier wurde nur noch Treibholz angeschwemmt.

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Umfangreiche Arbeiten stehen nun an. Bei einem Vor-Ort-Termin haben Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaftsamt und Bauhof die Lage sondiert. „Es ist Gefahr im Verzug“, bestätigt Heider. Deshalb wurde eine Sofortmaßnahme eingeleitet, die nach ersten Schätzungen etwa sieben Wochen dauern und circa 30 000 Euro kosten wird.

„Das Bachbett muss von Geröll und Material befreit werden, um den Jenbach wieder in sein ursprüngliches Bett zurückverlegen zu können“, umreißt Bauhofleiter Mayer die anstehenden Arbeiten. Das Geröll soll nach ersten Planungen im Gebiet verbleiben. „Es könnte im Laufe der Zeit vom Wasser bis zur Geschiebesperre weiterbewegt werden“, erklärt Heider. Absoluten Vorrang habe die Wiederherstellung des Wirtschaftsweges von der Geschiebesperre bis zum Brechries, damit Bachlauf und Wasserbauwerke jederzeit zugänglich seien.

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Etwa 100 Meter oberhalb des Brechrieses steht der Jenbachweg wieder in der Verantwortung der Gemeinde. Die Bauhofmitarbeiter müssen den Steig reparieren und teilweise verschüttete oder zerstörte Beschilderungen, Spieltische und auch ein Geschiebemodell herrichten.

Spätestens am 11. September soll der Jenbachweg wieder begehbar sein, denn dann werden die „Wendelstein Streifzüge“ eingeweiht. In einem gemeinsamen Projekt der beiden Leader Arbeitsgruppen Mangfalltal-Inntal und Kreisentwicklung Miesbacher Land sind Themenwege entstanden, die sich auf dem Gipfel des Wendelsteins vereinen.

Jenbachweg muss schnell fertig werden

Meditationsbergweg, Wendelstein-Männlein-Gipfelsteig, Künstlerweg, Geologie-Rundweg und Jenbachweg – also die vier Wege, die in den Gemeinden Bad Feilnbach, Brannenburg, Bayrischzell und Fischbachau starten, sollen ab dem 11. September auf dem Wendelstein durch den Geologie-Rundweg der Wendelsteinbahn miteinander verbunden werden. Damit soll noch besser zusammenwachsen, was touristisch ohnehin schon zusammengehört. Das wird auch das August-Hochwasser nicht verhindern, zumal sich der Jenbachweg den Themen Wasser und Wildbäche widmet und zum eigenen Erleben einlädt.

Ehe alle Schäden im Jenbachtal beseitigt sind, werden Wochen vergehen. Ob die Sofortmaßnahme ausreicht, um das Jenbachtal zu sichern, will das Wasserwirtschaftsamt nach den Sanierungen entscheiden. „Wir bitten die Wanderer, die Sperrung des Jenbachweges zu respektieren, um die Bauarbeiten nicht zu behindern“, betont Mayer.

Geröllmassen wurden aus der Kieswand gelöst.
Gefährliche Fracht – noch immer zwischen Bäumen.
Gesperrt: Auch der Jenbachsteig muss erst wieder hergerichtet werden, ehe ihn Wanderer benutzen können.

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