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Alter Brauch lebt auf

Nach 98 Jahren: Burschen bringen mit Hochzeitsbaum das Glück nach Au

Ein 35 Meter langer Hochzeitsbaum – gezogen von den Kaltblutpferden „Viskonti“ und „Peru“ – wird in Begleitung von Auer und Vagener Burschen zum Räderwagner-Anwesen gebracht.
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Ein 35 Meter langer Hochzeitsbaum – gezogen von den Kaltblutpferden „Viskonti“ und „Peru“ – wird in Begleitung von Auer und Vagener Burschen zum Räderwagner-Anwesen gebracht.
  • VonPeter Strim
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Es ist 98 Jahre her, dass am Räderwagner-Anwesen ein Hochzeitsbaum aufgestellt wurde. Er ist Symbol für ein frisch vermähltes Paar. Wer die Glücklichen in Au sind.

Au – Gute Bräuche gilt es zu erhalten und zu pflegen. Dazu gehört auch das Aufstellen eines Hochzeitsbaumes zu Ehren eines Brautpaares, das in Kürze beabsichtigt, mit einem lauten „Ja“ den Bund der Ehe zu schließen.

In Au erwiesen die Vagener Burschen zusammen mit Burschen aus der Auer Dorfgemeinschaft dem künftigen Ehepaar Andreas und Steffi Kreuzmeir mit einem 35 Meter langen Fichtenstangerl ihre Ehre. Das Prachtstück ist ein Zeichen dafür, dass auf dem Räderwagner-Anwesen ein frisch angetrautes Paar lebt. Er ist reich verziert mit Kränzen und Girlanden. Der Baum wurde von Franz Embacher gestiftet.

Mit kräftigen Hau-Ruck lupfen kräftige Burschen unterstützt von einem Traktor den Hochzeitsbaum ins Erdfundament.

Ein sehr selten gewordener Brauch

Das Aufstellen eines Hochzeitsbaumes ist ein eher selten gewordenes Ereignis. Aus diesem Grund lockt es natürlich auch eine große Zuschauergemeinschaft an den Ort des Geschehens. Am bäuerlichen Betrieb von Andreas Kreuzmeir waren es die Eltern der Braut, Jogi und Christa Hafer, Bruder Christoph, Verwandte und Freunde aus Wiechs. Natürlich kamen jede Menge Freunde vom „Rädä“ (Andreas), die voller Spannung den Hochzeitsbaum erwarteten. Dieser wurde mit einem Fuhrwerk als Gespann antransportiert – begleitet von Vagener und Auer Burschen.

Gezogen wurde das Gespann von den beiden Kaltblutpferden Visconti und Peru, die Vitus Gasteiger aus Karrenhub vorspannte und lenkte.

In Au wurde letztmals 2003 die Landwirtsfamilie Elisabeth und Martin Gasteiger anlässlich ihrer Vermählung mit einem Hochzeitsbaum als Symbol für den Verlauf einer Ehe beglückt.

Wie der Hochzeiter Andreas Kreuzmeir erläuterte, gab es an gleicher Stelle vor 98 Jahren bereits einen Hochzeitsbaum. Die Ehre wurde seinen Großeltern Balthasar und Therese Kreuzmeir anlässlich deren Heirat zuteil. Das Glück bescherte dem Paar zwei Kinder, die schon fleißig auf dem elterlichen Hof mitarbeiteten.

Sohn Balthasar und Hoferbe in Au war unverheiratet und kinderlos. Tochter Maria, in Vagen auch als „Auer Maral“ bekannt, heiratete 1955 Michael Zistl aus Schöffleiten. Aus dieser Ehe entstammen die drei Kinder Michael, Christa und Marianne.

Andreas war ihr Enkel, welchen der legendäre Räderwagner Balt, an Kindesstatt annahm und ihm das landwirtschaftliche Anwesen vermachte. Mit Engagement und Liebe bewirtschaftet er nicht nur den bäuerlichen Betrieb mit Stallung an der Dettendorfer Straße.

Er ist ebenso fester Bestandteil der Auer Dorfgemeinschaft – etwa bei den Auer Burschen, bei Feuerwehr, Trachtenverein, Oldtimerfreunden Au-Kematen-Dettendorf und anderen Einrichtungen. Auch in Vagen hat er seine Wurzeln nicht vergessen.

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