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Mit Leidenschaft zur Musik

Nach 20 Jahren: Pfarrgemeinde Bad Feilnbach verabschiedet sich von Chorleiterin Barbara Kolb

Laut Kirchenchorsprecher Siegfried Seebacher (rechts) habe Barbara Kolb (links) als „Frau Chor“ eine hervorragende Chorgemeinschaft geformt.
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Laut Kirchenchorsprecher Siegfried Seebacher (rechts) habe Barbara Kolb (links) als „Frau Chor“ eine hervorragende Chorgemeinschaft geformt.
  • VonPeter Strim
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Der Bad Feilnbacher Kirchenchor verabschiedet seine Leiterin Barbara Kolb nach 20 Jahren. Jetzt wird ein Nachfolger gesucht.

Bad Feilnbach – Mit der „Kurzen Festmesse in F“ des deutschen Lehrers, Kirchenmusiker und Komponisten Ignaz Reimann (1820-1885) hat sich Barbara Kolb, bis dato Leiterin des Kirchenchores der Pfarrei Herz Jesu Bad Feilnbach, einen besonderen Ohrwurm zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi ausgesucht.

Die herrliche und beschwingte Messe war nach 20 Jahren ehrenvollen Amtes als Chorleiterin gleichzeitig ihr Abschiedsgeschenk an ihren Freundeskreis in der Pfarrei, welches sie in ihn ihrer hingebungsvollen Art mit viel Liebe und Hingabe mit ihren Sängerinnen und Sängern in den vergangenen Wochen einstudiert hatte.

Im würdigen Rahmen wurde die 57-jährige Kirchenchorleiterin aus Wiechs am Schluss des Gottesdienst von Pfarrer Ernst Kögler, der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Theresa Waldschütz, Kirchenpfleger Sebastian Gasteiger und Chormitgliedern verabschiedet. Wie der Geistliche in seiner Predigt betonte, sei Kirchenmusik seit jeher ein stimmlicher Teil Liturgie im Gottesdienst und erklinge zur Ehre Gottes. Der Gesang von Chören von der Empore her sei dem von Engeln vergleichbar.

20 Jahre Leidenschaft für die Musik

Die scheidende Chorleiterin habe in ihrer 20-jährigen Amtstätigkeit mit Leidenschaft zur Musik, insbesondere zur Kirchenmusik, ehrenvollen „Dienst an Gott“ geleistet, wie Kögler in seiner abschließenden Laudatio weiter anmerkte. Herzblut und Glaube waren dabei ihr stetiger Begleiter, mit dem einige Herausforderung in der Auswahl passender Messen von namhaften Komponisten des Genres Kirchenmusik der verschiedenen Epochen meisterte. Sie hatte das feinsinnige Gespür, das passende Repertoire zu den kirchlichen Hochfesten, zu Hochzeiten, Kommunion, Firmung, Passionskonzerten oder Mariensingen in der Notenschatzkammer zu finden.

Ebenso verstand sie es in all den Jahren ihres Wirkens, die aktiven Sängerinnen und Sänger zusammen zu schmieden und den Zusammenhalt zu fördern. Ergebnis war ein Kirchenchor von hohem Niveau und Qualität, dessen Bekanntheitsgrad weit über die Bad Feilnbacher Gemeindegrenzen hinaus reichte. Singen zur Pflege von Kultur in einer Chorgemeinschaft gehört zum Leben von Barbara Kolb und begann in ihrem zehnten Lebensjahr im Litzldorfer Kinderchor.

Ihre damalige Antwort: „Freili mach ich´s!“

Weitere Stationen waren unter anderem die Kirchenchöre Litzldorf und Bad Feilnbach. Wie sie zur Stufe Chorleiterin kam, versuchte Siegfried Seebacher (82), seit 1954 aktiver Sänger im Bad Feilnbacher Kirchenchor, in einem kurzen Abriss nachzuzeichnen. Unter Pfarrer Jakob Aigner (1994 –2006) sollte 2002 die Chorleiterstelle in Nachfolge von Anderl Echtler neubesetzt werden.

Der damalige Dirigent hatte aus persönlichen Gründen sein Amt zur Verfügung gestellt. Auf der Suche, die vakante Stelle wieder zu besetzen, erwies sich die damals 37-jährige Barbara Kolb als Glücksfall. Noch gerne erinnert sich Sigi Seebacher an ihre Antwort „Freili mach ich´s!“ auf die Frage, ob sie Interesse hätte und sich traue einen Chor zu leiten. Kurz darauf besuchte sie die Chorleiterschule und kam als staatlich geprüfte Chorleiterin mit der Note 1,5 zurück. Einen Kirchenchor mit hoher Qualität zu formen, war mit Weiterbildungen an Wochenenden, Seminaren und freiwillig geopferten Stunden an Freizeit verbunden.

Mit einem gesanglichen Glückwunsch verabschiedet der Bad Feilnbacher Kirchenchor seine Leiterin Barbara Kolb.

Platz für die jüngere Generation

Wie Seebacher als Sprecher des Chores mit etwas Wehmut anmerkte, habe Barbara Kolb markante Spuren eines weithin anerkannten Chores hinterlassen. Auch jene Anekdote, die ihr den Titel „Frau Chor“ im Rahmen eines Konzerts und Versprechers des Ansagers einbrachte. Auf Anfrage nach dem Grund ihrer Entscheidung, ihren Chorleiterposten zur Verfügung zu stellen, meinte sie: 20 Jahre Chorleiterin müssten reichen und der Zeitpunkt sei erreicht, das verantwortungsvolle Amt „an die jüngere Generation zu übertragen“.

Jedoch blickt sie auch gerne auf einige Höhepunkte in ihrer Musikleidenschaft zurück. Dazu zählen die heiteren Auftritte im Quartett der „Scheinheiligen“, Kinderchor Wiechs und die Leitung diverser Projektchöre. Absolutes High-Light war die gesangliche Unterstützung des Chores in der Zauberflöte bei den Opernfestspielen auf Gut „Immling“. Offen sei allerdings die Frage zur Nachfolge und über eine Übergangslösung werde mit Unterstützung der Pfarrei Herz Jesu derzeit nachgedacht.

Willkommen seien neben einem Chorleiter auch gesanglicher Nachwuchs in allen Stimmlagen, insbesondere Männerstimmen.

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