Die Mühlen mahlen langsam: Bauwerber aus Stetten wartet seit Monaten auf grünes Licht

Um in diesem Bereich von Stetten auf dem eigenen Grundstück bauen zu können, musste die Gemeinde eine Einbeziehungssatzung aufstellen Stache.

Wie langsam behördliche Mühlen mahlen, spürt jetzt ein Bauwerber aus Stetten bei Ostermünchen. Er will auf seinem Grundstück bauen. Dieses befindet sich in direkter Nachbarschaft bestehender Gebäude, aber trotzdem im Außenbereich. Seit neun Monaten wird an einer Einbeziehungssatzung gearbeitet.

Tuntenhausen – Schon im Juni 2019 hat der Gemeinderat entschieden, das Problem mit einer Klarstellungs- und Einbeziehungssatzung zu lösen. Diese ermöglicht es, das private Grundstück in den Innenbereich zu „holen“.

Aus 20 werden nun 21 Häuser

Konkret heißt das: Die Gemeinde kann die Grenzen für im Zusammenhang bebaute Ortsteile durch eine Klarstellungssatzung festlegen. Damit kann das für die Bebauung vorgesehene Flurstück in den „bebauten“ Ortsteil einbezogen werden. Dies ist nach den Erläuterungen des Tuntenhausener Bauamtes mit einer geordneten städtebaulichen Entwicklung vereinbar, denn der ortsbildprägende Charakter der bislang 20 Häuser wird durch ein 21. Gebäude harmonisch ergänzt.

Einwände werden abgewogen

Im Dezember vergangenen Jahres wurde die Satzung vom Rat gebilligt. Die öffentliche Auslegung und Anhörung der Träger öffentlicher Belange schloss sich an. In der letzten Sitzung des Gemeinderates vor der coronabedingten Sitzungspause musste dieser nun die vorgebrachten Einwände abwägen.

Anweisungen für den Bauherren

Klingt alles nicht wirklich spannend. Für den Bauwerber allerdings ergeben sich aus diesen Einwänden nicht nur Empfehlungen, sondern auch Weisungen für die geplante Bebauung seines Grundstückes.

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Dazu gehört unter anderem die Forderung der Unteren Naturschutzbehörde, die grünordnerischen Inhalte in der Satzung genau festzulegen. Die Gemeinde muss also Pflanzlisten von Bäumen, Sträuchern, Kletterpflanzen sowie dazugehörigen Qualitäts- und Größenangaben vorgeben. Und diese „Festsetzungen“ muss der Bauherr auf seinem Privatgrund dann auch in die Tat umsetzen.

Baumbestand erhalten

Zudem gibt die Naturschutzbehörde zu bedenken, dass sich in diesem Bereich „streng geschützte Tierarten, insbesondere europäische Vogelarten, befinden“ könnten. Daher soll der Baumbestand weitestgehend erhalten bleiben.

Starkregen bedenken

Ein wichtiger Hinweis für den Bauherrn kam vom Wasserwirtschaftsamt, das vor Überflutungen aufgrund von Starkregenereignissen warnt. Aufgrund der Hanglage soll das Gebäude so konstruiert werden, dass Starkregen nicht in Keller, Öffnungen oder Schächte eindringen könne. Auch Geländeveränderungen wie Auffüllungen sollten vermieden werden, damit sich wild abfließendes Wasser nicht aufstauen kann.

Erneute Auslegung

Die Nachbarn des künftigen Bauherren – die Einwohner von Stetten – haben keine Einwände gegen den Bau. Und so stimmte der Gemeinderat den geänderten Planungsunterlagen einstimmig zu. Diese mussten noch einmal ausgelegt werden. Das Ergebnis der erneuten Anhörung wird der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzung beraten. Wann die Sitzungspause beendet ist, und sich das Gremium wieder treffen darf, ist noch nicht klar.

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