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"Mooszwergerl" stehen vor dem Aus

Waldkindergärten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Suche nach einem Grundstück stellt die Initiatoren aus Bad Feilnbach indes vor große Probleme.  Foto dpa
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Waldkindergärten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Suche nach einem Grundstück stellt die Initiatoren aus Bad Feilnbach indes vor große Probleme. Foto dpa

Noch gar nicht richtig gestartet ist der Feilnbacher Waldkindergarten - da droht auch schon das Aus. Händeringend sind die Verantwortlichen auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück für die "Mooszwergerl".

Alle Möglichkeiten, die seit Gründung des Vereins im Sommer 2014 anvisiert wurden (wir berichteten), sind bislang gescheitert. Die Einrichtung existiert bislang nur auf dem Papier.

Bad Feilnbach - Drei Grundstücke rund um Bad Feilnbach hatte der Waldkindergarten als Wirkungsstätte ins Auge gefasst. "Überall gab es Probleme mit den Nachbarn", berichtet Anna Lena Bauer, Dritter Vorstand des Vereins "Waldkindergarten Bad Feilnbach". Die Waldbesitzer äußerten etwa Bedenken wegen der Haftungsfrage. "Dabei müssen sie doch einfach der normalen Verkehrssicherungspflicht nachkommen, wie für normale Waldspaziergänger auch", so Anna Lena Bauer.

Andere Anlieger des Kindergartenareals fürchteten um die Wasserqualität ihrer Fischteiche. Unter anderem auch, da die "Mooszwergerl" ihr Geschäft in der freien Natur verrichten. "Wenn man so etwas hört, ist man wirklich kurz davor, aufzugeben", sagt die Waldkindergarten- Mitinitiatorin.

Dabei kommt das Konzept laut Aussage der Verantwortlichen gut an. Rund 20 Elternpaare würden ihre Zwergerl gern im Feilnbacher Waldkindergarten untergebracht wissen. Die Einrichtung würde staatlich anerkannt und sich unter anderem durch Zuschüsse - etwa vom Freistaat - sowie durch Elternbeiträge, Spenden und Einnahmen aus Veranstaltungen finanzieren.

Fachausbildung in

Wildnispädagogik

Als Fachpersonal sind eine Erzieherin mit Fachausbildung in Wildnispädagogik sowie eine Kinderpflegerin angedacht. Ab einer Gruppengröße von 18 Kindern soll eine zusätzliche Betreuungskraft eingestellt werden.

Doch auch die jüngsten Grundstücksverhandlungen sind gescheitert. Das Areal, das sich die Waldkindergarten-Initiatoren - dies sind wie berichtet neben Anna Lena Bauer noch einige weitere Mütter - gewünscht hätten, liegt zwischen Au und Bad Feilnbach.

Mit einer Grundstücksbesitzerin war man sich schon einig geworden. Die wollte den Buben und Mädchen ein Areal zur Verfügung stellen. Engagiert wurden sogar schon einige Waldarbeiter, die - nach dem jüngsten Sturm - den Wald für die Zwergerl wieder sichern und das Totholz abtransportieren sollten. Allein: es kam anders. Ein Grundstücksanlieger, dessen Weg die Kinder hätten nutzen müssen, um in ihr Waldgebiet zu kommen, habe, so Anna Lena Bauer, den Arbeitern den Weg versperrt und sich an seine Nachbarin gewandt. In einem Vertrag habe er die Nutzung durch die Buben und Mädchen verbieten wollen. "Die Besitzerin war der Meinung, der Nachbar dürfe dies und hat das Schriftstück unterschrieben", sagt Anna Lena Bauer. Inwieweit dieses nun Bestand habe, sei eine privatrechtliche Sache. "Fakt ist, dass wir wieder kein Grundstück haben", so Bauer. Aufgeben wollen sie und ihre Mitinitiatoren nicht. Denn: "Bad Feilnbach braucht einen Waldkindergarten", ist sich Anna Lena Bauer sicher.

Anmeldebücher

sind voll

"Das zeigt sich etwa daran, dass unsere Anmeldebücher voll sind - auch mit Kindern aus Nachbargemeinden." Außerdem passe das Konzept zur Idee des Natur-Heildorfes.

Allein, im Bedarfsplan steht der Waldkindergarten nicht, wie Bürgermeister Hans Hofer ausführt. 200 Kindergarten- und 25 Krippenplätze bietet die Gemeinde derzeit an. "Wir haben sehr gute Konzepte und sehr gutes Personal", so der Rathauschef. Einem Waldkindergarten stehe er an sich nicht ablehnend gegenüber. Dennoch schaut es mit Unterstützung bei der Grundstücksproblematik schlecht aus. "Ein Areal können wir selbst nicht anbieten", sagt Hofer.

Anna Lena Bauer und ihre Mitstreiterinnen legen Wert darauf, nicht als Konkurrenz zum Kindergartenangebot der Gemeinde gesehen zu werden. "Es ist nur so, dass überall Waldkindergärten entstehen - nur hier scheitert es." Deshalb hoffen sie darauf, doch noch ein geeignetes Grundstück zu finden.

Infos zum Waldkindergartenverein gibt es per E-Mail unter mooszwergerl-bf@gmx.de.

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