„LINDENBAUM“-GRÜNDERIN VERABSCHIEDET

Modellcharakter mit Erfolgsquote

Bürgermeister Richard Richter und Kindergartenreferent Robert Plank (von links) verabschiedeten Annemarie Ettenhuber mit Dankesworten und einem Präsent.

Noderwiechs –  Annemarie Ettenhuber hat in den privaten Räumen und auf dem Areal des mit ihrem Mann geführten Bauernhofs 2004 den Kindergarten „Lindenbaum“ als Spielgruppe gegründet und ihn in der Folgezeit personell und räumlich ausgebaut (wir berichteten).

Zehn Jahre später wurde die privat geführte Kindertagesstätte als erster Bauernhofkindergarten im Landkreis etabliert.

Gleichzeitig übernahm Schwiegertochter Annerose Ettenhuber 2014 die Leitung. Die Gründerin wurde von der Chefin zur Angestellten. Mit einer fröhlichen Feierstunde unter dem Motto „Lebe deinen Traum“ mit den Kindergartenkindern, Eltern, aktuellen und früheren Erzieherinnen, Nachbarn und zahlreichen Gästen wurde sie jetzt offiziell in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Annerose Ettenhuber blickte in ihrer Rede auf den „Werdegang“ des Kindergartens zurück, den ihre Schwiegermutter mit Herzblut, Wissen und Euphorie ins Leben gerufen habe. „Die Spielgruppe war bald in aller Munde und nicht nur aus unserer Gemeinde, sondern auch aus Tuntenhausen, Feldkirchen-Westerham und Bad Aibling kamen die Kinder zu dir“, wusste die jetzige „Lindenbaum“-Chefin.

Sie widmete ihrer Vorgängerin das Hermann-Hesse-Gedicht „Stufen“ und hob daraus den Satz „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben“. Jeder Anfang habe sein Ende und jedes Ende einen Neubeginn. „Ob es der von der Bäuerin zur Spielgruppenleiterin war, von der Spielgruppe zum Bauernhofkindergarten – es kommen immer wieder neue Lebensabschnitte auf einen zu“, stellte sie fest. „Wir wünschen dir nun für deinen neuen Anfang, dass ein Zauber innewohnt, der dich beschützt und der hilft zu leben“, betonte sie abschließend.

„Schee war die Zeit“ – mit diesem Lied setzten die „Lindenbaum“-Kinder das Programm fort und übergaben Blumen an die Gründerin. Mit einem selbst geschriebenen Theaterstück im Nockherberg-Stil ließ das „Lindenbaum“-Team in heiteren und viel beklatschten Szenen die Entwicklung der Tagesstätte Revue passieren. Die „Hauptrolle“ Annemarie Ettenhuber spielte dabei Christine Zellner, der Schorsch wurde von Franziska Zingerle verkörpert, Irmi Eham und Karin Größl spielten sich selber und Annerose Ettenhuber schlüpfte in die Rolle von Christine Zellner.

Das Team übergab danach unter anderem eine Rose und eine Töpferstele als Abschiedsgeschenke. Den Geschenke- und Würdigungsreigen führte der Elternbeirat mit einem Hochbeet fort, für das die Vorsitzende Ilse Schmidhuber symbolisch eine Miniatur überreichte.

„Du hast deinen Traum trotz aller Widerstände verwirklicht und die Marktgemeinde schätzt den ,Lindenbaum‘ sehr“, lobte Bürgermeister Richard Richter mit dem Zitat „Der Wert eines Menschen zeigt sich am deutlichsten an dem Dienst, den er für die Gemeinschaft leistet“. Der Rathauschef würdigte Annemaries Mann Schorsch als steten Unterstützer des Projekts. Anerkennende Worte und Präsente gab es außerdem vom Kindergartenreferenten Robert Plank, von Christine Blindert (Kreisjugendamt) und – in Gedichtform – von Altbürgermeister Franz Heinritzi.

Nach dem von Franziska Zingerle in „Annemarie, heid geht’s um di“ umgedichteten Kinderlied „Oh, Masala“, gesungen vom Team, bedankte sich die frischgebackene Ruheständlerin in bewegten Worten für das großartige Fest. „Vor 14 Jahren habe ich mir meinen sehnlichsten Wunsch erfüllt, einen Ort zum Lachen, Spielen, Staunen und Entdecken zu schaffen“, bekannte sie. Dieser Traum werde durch ihre Nachfolgerin märchenhaft weitergeführt. Mit den Eltern habe sie kleine Sorgen und große Freuden geteilt. „Danke, dass ich eure Kinder durch einen Teil ihres Lebens begleiten durfte“, erklärte sie abschließend. Während die Großen beim Imbiss und Umtrunk in den „Ratsch-Modus“ übergingen, unterhielt Christl Pfister mit ihren „G‘schichten aus dem Korb“ die kleinen Festgäste. bjn

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