Mittelschule Feldkirchen-Westerham in nur fünf Wochen digitalisiert

Rektor Jürgen Lang hat die ersten Wochen in Feldkirchen-Westerham genutzt, um die neuen Medien für die Mittelschule anwendbar zu machen.
+
Rektor Jürgen Lang hat die ersten Wochen in Feldkirchen-Westerham genutzt, um die neuen Medien für die Mittelschule anwendbar zu machen.

Seit 40 Tagen ist Jürgen Lang neuer Rektor der Mittelschule Feldkirchen-Westerham. Seitdem hat er Unterricht und Verwaltung digitalisiert. Bis Ende des Jahres wird es in der ganzen Schule Wlan, interaktiv vernetzte Arbeitsplätze in allen Klassenzimmern und digitale Infotafeln in der Aula geben.

Von Kathrin Gerlach

Feldkirchen-Westerham – Ins Klagelied des Bayerischen Lehrerverbandes über Schulen im Corona-Notstand, Lehrermangel, ein beschwerliches Alltagsgeschäft oder schlechte Arbeitsbedingungen stimmt er nicht ein. „Ich war selbst sieben Jahre in der Regierung von Oberbayern tätig und weiß, wie hart dort dafür gearbeitet wird, dass die Schulen bestmöglich versorgt sind“, betont er. Lang kennt die Lösung: „Wir müssen unsere Arbeit einfach effektiver gestalten.“ Dabei geht es vor allem um die Digitalisierung von Unterricht und Verwaltung.

Rektor ist auch im Systembetreuer-Team

Wie das geht, weiß Lang, denn im Rahmen des Projektes „Amtliche Schuldaten“ unterstützte er zuletzt die Schulämter in Oberbayern bei der Anwendung des neuen Schulverwaltungsprogrammes. Zuvor war er als Lehrer, Netzwerkadministrator, Fachberater Informatik und Beratungsrektor für Systembetreuung tätig.

Das könnte Sie auch interessieren: Coronavirus an Schulen: Jetzt Bad Feilnbach und Rimsting betroffen

Auch an „seiner“ Schule – der Mittelschule Feldkirchen-Westerham – hat er jetzt gemeinsam mit seinem Kollegium in einem Kraftakt, der wohl noch bis Ende des Jahres dauern wird, die neuen Medien nutzbar gemacht. Innerhalb von nur fünf Wochen sorgte der Rektor dafür, dass zwei Klassen mit Laptops und zwei mit iPads ausgestattet werden können. Zum Glück weiß er, welche Fördertöpfe zur Verfügung stehen und hat auch in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham kompetente Partner.

Schule wird jetzt digital verwaltet

Doch nicht nur das: Seit drei Tagen funktioniert an der Mittelschule auch die digitale Schulverwaltung. Schüler, Lehrer und Eltern sind vernetzt. Wer sein Kind zukünftig krank melden will, braucht nur noch die Schule per Applikation zu kontaktieren und kann bei Bedarf den Krankenschein hochladen.

Elternsprechstunden sind künftig auch als Online-Videokonferenzen möglich. Mit dem Programm „Office 365 Education“ stehen jetzt Word, Excel, PowerPoint, Microsoft Teams oder digitale Klassenzimmer der gesamten Schule zur Verfügung. „Lehrer und Schüler können von jedem Ort der Welt aus miteinander kommunizieren“, erklärt Lang. Im Crash-Kurs wurde auch sein Team fortgebildet.

Team war in fünf Wochen up to date

Die Pädagogen wissen, wie sie ein digitales Klassenzimmer einrichten, Videos drehen oder ihre Klasse digital betreuen. „Das ist der erste Baustein“, blickt der neue Rektor voraus. „Jetzt werden wir unsere Homepage neu gestalten, die der zentrale Anlauf- und Informationspunkt unserer Schule werden soll“, erklärt Lang.

Lesen Sie auch: Platzverweis für Surfer und Hunde an der Höglinger Riviera

Auf die Uhr schaut der neue Rektor nicht, denn er hat ein Ziel: „Ende des Jahres sind wir mit der digitalen Umstellung so weit, dass man unsere Schule nicht mehr wiedererkennt: mit Wlan im ganzen Haus, interaktiv vernetzten Bildschirmen und Arbeitsplätzen in allen Klassenzimmern und Fachkabinetten, digitalen Infotafeln in der Aula.“ Schüler, Lehrer und Eltern werden davon profitieren, denn „nicht nur den Unterricht wird spannender, sondern wir sparen künftig auch viel Zeit, viele Wege, Telefonate und reduzieren so die Belastung“, erklärt Jürgen Lang.

Im Corona-Herbst: Wie sollten Eltern mit leichten Erkältungen ihrer Kinder umgehen?

Auch wenn an Schulen gegenwärtig Regelbetrieb ist, sind viele Eltern verunsichert, wie sie sich in der Corona-Krise verhalten sollen. An der Mittelschule in Feldkirchen-Westerham gibt es ein 36-seitiges Hygienekonzept. Rektor Jürgen Lang erklärt im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen die wichtigsten Regelungen, die zu beachten sind.

Darf ein Schüler mit Schnupfen zum Unterricht kommen?

Jürgen Lang: Bei Schnupfen und leichten Erkältungssymptomen muss er erst einmal zu Hause bleiben. Bekommt er in den darauffolgenden 24 Stunden kein Fieber, darf er wieder zum Unterricht kommen.

Schränkt das den Schulalltag ein?

Lang: In gewisser Weise schon, weil viele Eltern verunsichert sind, telefonisch nachfragen oder ihre Kinder doch erst einmal in die Schule schicken. Dieser aktuell sehr hohe Beratungsbedarf kann schon mal dazu führen, dass der Unterricht am Morgen mit Verzögerungen beginnt. Und dann gibt es natürlich Sonderregelungen für bestimmte Fächer oder auch Belüftungsregeln. Es ist schon eine Herausforderung, eine Einrichtung mit mehr als 200 Schülern und Lehrern gesund zu halten.

Gab es schon einen Corona-Fall an der Schule?

Lang:Nein, zum Glück nicht.

Wo gilt derzeit überall die Maskenpflicht?

Lang:Wenn sich die Schüler im Schulhaus bewegen, tragen sie Maske. An ihrem Platz im Klassenzimmer dürfen sie sie abnehmen.

Gibt es Maskenverweigerer?

Lang:Die hatten wir auch schon. Diese Schüler müssen wir dann in einem Raum isolieren und von einem Lehrer extra betreuen lassen, bis sie von den Eltern abgeholt werden. Grundsätzlich können Schüler nur aus medizinischen Gründen von der Maskenpflicht befreit werden.

Gibt es solche Fälle an Ihrer Mittelschule?

Lang:Es gibt aktuell einen Schüler mit einem Attest. Die medizinischen Gründe wurden vom Arzt detailliert erläutert. Der Schüler muss keine Maske tragen, sich aber im Schulhaus streng an die Abstandsregeln halten.

Kommentare