„Mit Herz und Schokolade“: Solidaritäts-Kampagne für das Mangfalltal

Die Vorstände von Werbering und BDS Mangfalltal packen die Schokoherzen:Thorsten Leidag-Hartlmaier, Michael Weber, Jan Musselmann und Christine Knoll (von links). Alexander Walter

„Mit Herz für die Region“ starten Einzelhandel, Handwerk und Gastronomie im Mangfalltal eine Kampagne, um die heimische Wirtschaft während und auch nach der Corona-Krise zu unterstützen.

Bad Aibling – Hierfür haben sich der Werbering und der BDS Mangfalltal mit den Kommunen Feldkirchen-Westerham, Markt Bruckmühl und Stadt Bad Aibling zu einer Kooperation zusammengeschlossen.

Süßes Dankeschön für die Kunden

Mit Flyern und Bauzaunbannern machen sie auf die Kampagne aufmerksam. Zudem wurden 10 000 Schokoladenherzen bestellt, die als kleines Dankeschön an alle Kunden beim Einkauf verteilt werden, so lange der erste Vorrat reicht.

Schokoherzen statt Rosen

Ausgangspunkt war die Rosenaktion von Werbering und BDS, die jährlich zum Muttertag stattfindet. Doch gar nicht so einfach, diese in Corona-Zeiten zu planen und womöglich durchzuführen, zumal im Vorfeld auch noch nicht feststand, ob und wann welche Geschäfte wieder geöffnet sein würden. „Am Ende wären die vielen Rosen dann gar verwelkt“, so BDS-Vorsitzende Christine Knoll. Mit den Herzen will man nun vor allem Solidarität zeigen. „Auch die Kommunen unterstützen das. Wir arbeiten alle zusammen und zeigen im Mangfalltal ein gemeinsames Gesicht nach außen.“

Ein Zeichen für die Region

Denn in diesen herausfordernden Zeiten sei es dringend nötig, ein regionales Zeichen zu setzen – damit es auch in Zukunft ein vielfältiges Produkt- und Dienstleistungsangebot im Mangfalltal geben kann. Die Organisatoren hoffen deshalb auch auf weitere Sponsoren für Nachbestellungen der Schokoherzen, damit die „Mangfalltaler Herz-Aktion“ noch etwas länger kostenfrei für die Betriebe und Gastronomien zur Verfügung gestellt werden kann.

Kommunen sind willkommen

Momentan ist man dabei, noch weitere Kommunen im Mangfalltal für diese Solidaritäts-Kampagne zu gewinnen. Die Sparkasse Rosenheim Bad Aibling unterstützt diese Aktion ebenso wie das Wirtschafts-Forum Mangfalltal. Auch mit dem Sozialen Netzwerk Feldkirchen-Westerham wurde ein Kooperationspartner gefunden, der sich finanziell beteiligt.

Kampagne startet am Wochenende

„Die Kampagne wird jetzt am Wochenende in Feldkirchen und Bruckmühl gestartet und dann nächste Woche auch in Aibling ausgerollt“, so Knoll. Die Kooperationspartner sind sich einig in der Aufgabe, zu helfen, wo es nur geht. „Das ist dringend notwendig, damit nicht so viele Betriebe kaputt gehen.“ Als Mitglied im BDS-Präsidium Bayern kennt Knoll die Zahlen, die im Raum stehen: „Wir rechnen mit 20 bis 30 Prozent Insolvenzen. Ganz schlimm trifft es die Gastronomie und den Tourismusbereich.“

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Unter dem Motto „Gemeinsam durch die Krise“ und dem Schlagwort #jetzterstrecht hatten der Werbering und der BDS bereits eine kostenfreie digitale Kommunikationsplattform „Forum Mangfalltal“ geschaffen, um allen Gewerbetreibenden, Gastwirten, Ärzten, Therapeuten, Vereinen und Helfern im Mangfalltal und Umgebung eine schnelle und sichere Möglichkeit zu geben, ihre aktuellen Informationen online zu stellen und fortlaufend zu aktualisieren. Dort haben auch die Bürger die Möglichkeit, sich schnell und übersichtlich über laufende Änderungen und Angebote zu informieren.

„Bewusstsein und Solidarität steigen“

Was Knoll und ihre Mitstreiter positiv wahrnehmen: „Das Einkaufsverhalten ändert sich. Die Kunden sind gewillt, auch einmal einen Weg mehr zu gehen, um lokal einzukaufen. Das Bewusstsein und die Solidarität steigen.“ Wichtig sei nun weiterhin Geduld, Höflichkeit und Respekt untereinander, denn „vieles geht jetzt halt nicht mehr zack, zack“. Nicht verlieren dürfe man den Optimismus. BDS und Werbering beraten ihre Mitglieder indes weiter, vor allem auch, was im Moment die Umsetzung der Hygienevorschriften angeht. „Es ändern sich so viele Dinge in so kurzer Zeit. Wir haben den Vorteil, es schnell kommunizieren zu können. Wir versuchen, eine Plattform für verschiedene Anfragen zu bieten. Das Gute ist, dass wir regional agieren und bestens vernetzt sind.“ Eva Lagler

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