Minimum an Wahlhelfern

Realschulprojekt: Ein Zehntklässler bei der Juniorwahl. Tögel

„Wer die Wahl hat, hat die Qual“ besagt eine Redensart. Am Sonntag haben 13914 Aiblinger dieses „Los“ bei der Landtags- und Bezirkstagswahl. Die Vorbereitungen sind im Endspurt. Aber: Wahlhelfer sind gesucht. Aktuell steht ein personelles Minimum zur Verfügung.

Bad Aibling– Kurzentschlossene, die das Ehrenamt „Wahlhelfer“ am Sonntag spontan wahrnehmen wollen, sind Wahlleiter Michael Krimplstötter zufolge auch kurzfristig noch willkommen. 248 Wahlhelfer hat er aktuell in den 31 Wahllokalen im Einsatz – „wir sind am personellen Minimum“, so Krimplstötter. Dabei erhalten die ehrenamtlich Aktiven 35 Euro, wer ab 18 Uhr im Einsatz ist 25 Euro, als sogenanntes Erfrischungsgeld sowie jeder erstmalig einen Thermengutschein als „Dankeschön“. Die Einweisung der Helfer hat bereits in den vergangenen Tagen stattgefunden.

Bis zu den Kommunalwahlen 2020 soll aufgrund der immer schwieriger zu findenden Wahlhelfer deshalb auch eine Umstrukturierung erstmals greifen. Angedacht ist: Wahllokale werden zusammengelegt.

Für Sonntag gibt es indes noch 31 Wahllokale – zehn für die Briefwahl und 21 für die direkte Stimmabgabe am Sonntag. Letztere sind im Rathaus am Marienplatz (Stadtbücherei), im Kurhaus (Spiegelsaal), AWO-Heimathaus (Asamparkplatz), in der Turnhalle an der Jahn-straße (Neubau), im VHS-haus an der Heubergstraße, in der Luitpold-Grundschule, in der Grundschule am Hofberg, in der Förderschule an der Kellerstraße, in der Berufsschule, der St.-Georg-Schule in der Realschule, im Gemeindehaus Ellmosen, im Gasthaus Kriechbaumer sowie im Schulhaus in Willing.

Zehn Briefwahllokale wird es aufgrund der immer weiter steigenden postalischen Stimmabgaben geben. Bis dato sind 3937 Umschläge bereits wieder im Rathaus. „Die 4000er-Marke wird locker noch fallen“, ist sich der Wahlleiter sicher. Bei der letzten Landtagswahl gab es insgesamt „nur“ 3219 Briefwähler, bei der jüngsten Bundestagswahl waren es bereits 4000.

2013, bei der Landtagswahl, fiel das Ergebnis bei einer Beteiligung von 66,3 Prozent in Erst- und Zweitstimme wie folgt aus: die CSU kam auf 52,7 und 56,6 Prozent, die SPD auf 14,1 und 17,4 Prozent, die Freien Wähler auf 6,8 und 4,2 Prozent sowie die Grünen auf 11,2 und 8,6 Prozent. Die Bayernpartei erhielt 5,4 und 3,3 Prozent. Die weiteren Parteien blieben unter der Fünf-Prozent-Marke.

Die ersten Wahlergebnisse aus den kleinen Stimmbezirken erwartet Krimplstötter gegen 19/19.30 Uhr. Dann sehen auch die U18-Wähler der Wilhelm-Leibl-Realschule Bruckmühl, ob sie dem „Trend entsprechen“. Sie haben gestern erstmals ihre Stimme abgegeben. Denn: Die Schüler der zehnten Jahrgangsstufe nahmen an der sogenannten Juniorwahl zur Landtagswahl teil.

Das Projekt soll Schülern die Bedeutung eines grundlegenden Bürgerrechts bewusst machen: Die politische Partizipation durch Teilnahme an Wahlen. „Unsere junge Generation soll verstehen, dass das Wählen ein erster und notwendiger Schritt ist, politische Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse mitzubestimmen“, heißt es in der Ausschreibung.

Das Anliegen des Projekts ist die Auseinandersetzung der Lernenden mit der Demokratie und den Wahlen auf Landesebene, die schließlich in einer originalgetreuen Simulation der Wahl mündet und somit auf den künftigen Wahlakt vorbereitet.

In diesem Sinne wurden die Lernenden im Vorfeld ihrer Wahl mit deren Ablauf und vor allem den Wahlprogrammen der zur Landtagswahl zugelassenen Parteien von den Lehrern vertraut gemacht. Höhepunkt war die erste – wenn auch nicht wirklich zählende – Stimmabgabe. Deren Wahlergebnis wird, wie auch bei der „echten“ Wahl, Sonntagabend ausgezählt.

Knapp 4000 Briefwahlunterlagen sind bereits im Aiblinger Rathaus eingegangen. Mischi

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