Mini-Gaufeste am Sonntag in Ostermünchen und Bruckmühl

Momente, die es im Coronajahr 2020 nicht gibt: Gerti Seidl, Margret Hinteregger, Burga Greiner und Erika Spohn (von links) vom Trachtenverein D’ Wendlstoana beim letzten Gaufest bei den Kaltentalern in Pang.

Auch wenn im Corona-Jahr alle Gaufeste ausfallen, haben die jüngsten Lockerungen der Bayerischen Staatsregierung eines möglich gemacht: Der Gaufestsonntag am 12. Juli kann klein, aber würdig begangen werden. In Bruckmühl und Ostermünchen finden Festgottesdienste statt.

Bruckmühl/Tuntenhausen– Der zweite Sonntag im Juli ist für die Trachtler ein ganz besonderer Tag. Dann finden im Inngau die Gaufeste statt. In diesem Jahr wären die Feierlichkeiten mit dem 100. Gaufest des Bayerischen Inngautrachtenverbandes und dem 100. Gründungsjubiläum des Trachtenvereins Almarausch Ostermünchen besonders groß ausgefallen. Doch Corona machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Die Feste wurden abgesagt. Mehr als 5500 Trachtler müssen auf ihren Tag des Brauchtums und der Begegnungen verzichten.

Ostermünchner feiern 100-Jähriges

Besonders hart traf es die Ostermünchner. All ihre Mühen waren für die Katz. Zwei Jahren lang bereiteten sie die Feierlichkeiten für ihr 100-Jähriges vorbereitet, viele Mitglieder investierten in ihre Trachten oder putzten Haus und Garten für das große Fest heraus. Doch Corona nahm ihnen nicht nur das Jubiläum, sondern riss auch liebe Menschen aus ihrer Mitte. Ein trauriges Jahr.

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Am Sonntag treffen sich die Ostermünchener Trachtler nun zum ersten Mal wieder zum Feldgottesdienst. „Damit wollen wir uns bei allen bedanken und etwas zurückgeben“, sagt Vereinsvorsitzende Brigitte Kiemer. Auf der Wiese gegenüber dem Kalteis-Anwesen hätte eigentlich das große Festzelt gestanden. Am Sonntag werden dort Bänke und Stühle für die Besucher, Altar und Mikrofonanlage aufgestellt. Die Trachtler tragen zu Ehren des besonderen Tages ihre Festtracht. Die Predigt hält Kaplan Mathias Klein-Heßling.

Ab 9.30 Uhr werden die Gottesdienstbesucher erwartet. 10 Uhr ist Beginn. Danach wird es zwar keinen Festumzug geben, aber die Trachtler treffen sich bei ihrem Wirt noch privat und mit ausreichend Sicherheitsabstand.

Auch die Wendlstoana Trachtler begehen den Gaufestsonntag auf ganz besondere Weise. „Nach den Lockerungen vom Dienstag haben wir kurzfristig entschieden, dass wir ein hausinternes Trachtenfest feiern – natürlich unter Beachtung der geltenden Schutzmaßnahmen“, erklärt Erika Spohn, Pressewartin der Wendlstoana. So treffen sich die Bruckmühler Trachtler am Sonntag, um 10.30 Uhr, im Pfarrgarten Herz Jesu zum Gottesdienst im Freien. „Pfarrer Augustin Butacu hat sofort zugestimmt, uns dabei zu unterstützen“, ist Spohn dankbar. Sie hat kurzerhand die erforderliche Freilandbestuhlung besorgt. Und so steht dem Festgottesdienst zum Gaufestsonntag nichts mehr im Wege.

Wendlstoana treffen sich am Sonntag

Bei schlechter Witterung findet er in der Kirche statt. „Dann sitzen wir Trachtler auf der Empore, damit für die anderen Gottesdienstbesucher im Altarraum ausreichend Platz ist“, erklärt Erika Spohn. Die Männer kommen übrigens in Volltracht, die Damen in Halbtracht. Danach geht es zur gemütlichen Einkehr zum Brückenwirt. Ihre Plätze haben die Trachtler dort schon reserviert.

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„Es wird Zeit, dass wir uns endlich wieder sehen können“, freut sich Erika Spohn auf den Festsonntag. „Nach so langer kontaktarmer Zeit ist die Sehnsucht nach Tracht, Plattln, Drehn und Gemeinschaft einfach groß.“ Das hat auch der Manna-Stammtisch gezeigt, an dem viel mehr Trachtler teilnahmen als noch vor Corona.

„Wir fahren jetzt das Vereinsleben langsam wieder hoch“, kündigt Spohn an. An jedem ersten Montag im Monat findet der Manna-Stammtisch statt. Und auch für die Frauen soll es künftig ein Angebot geben.

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