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Gut durchdachte Gemeindefinanzen

22,4 Millionen Euro im Haushalt: So plant Großkarolinenfeld

Die Gemeinde Großkarolinenfeld verabschiedet ihren Haushalt 2022 in Höhe von 22,4 Millionen Euro.
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Die Gemeinde Großkarolinenfeld verabschiedet ihren Haushalt 2022 in Höhe von 22,4 Millionen Euro.
  • VonKatharina Heinz
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Die Gemeinde Großkarolinenfeld verabschiedet ihren Haushalt. Die Spuren vergangener Großprojekte lassen Bürgermeister Bernd Fessler aus verschiedenen Gründen „keine grauen Haare wachsen“.

Großkarolinenfeld – Großkarolinenfeld hat einen soliden Haushalt verabschiedet. Er zeigt, dass sich die Gemeinde derzeit in einer Art Zwischenphase befindet: Die Spuren abgeschlossener Großprojekte sind in den Finanzen noch sichtbar, gleichzeitig bereitet sich die Kommune auf anstehende Investitionen vor. Der Haushalt für Großkarolinenfeld für das laufende Jahr beträgt 15 222 727 Euro im Verwaltungshaushalt und 7 152 040 Euro im Vermögenshaushalt. Es sind keine Kreditaufnahmen geplant. Der Stand der Schulden wird zum Jahresende knapp zehn Millionen Euro betragen.

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In den Vorberatungen zum Haushalt habe es keine großen Diskussionen zu einem bestimmten Thema gegeben. In naher Zukunft sind es sehr unterschiedliche Bereiche, für die Gelder eingestellt wurden. Außerdem laufen die Planungen für größere Projekte derzeit an.

Der Bürgermeister machte klar, dass für Einzelmaßnahmen stets noch ein Beschluss des Gemeinderates nötig sei. Der Haushalt gebe einen Spielraum vor, in dem aber variabel reagiert werden könne. Gemeindekämmerer Wolfgang Oberfeld skizzierte einige Details des Haushaltes. Im Verwaltungshaushalt sind neben Gehältern, Gebäudekosten und Co. zum Beispiel 17 500 Euro für die digitale Ausstattung der Schule sowie 12 600 für Ausstattung des Sportunterrichts eingestellt. Der Verwaltungshaushalt umfasst die laufenden Kosten der Gemeinde.

„Ansatz ist realistisch“

Zu den Haupt-Einnahmequellen gehört der Anteil an der Einkommenssteuer mit knapp 5,2 Millionen Euro. „Er ist wieder angestiegen“, so der Kämmerer. 2021 lag der Ansatz noch bei knapp unter fünf Millionen Euro. Eine große Einnahmequelle ist auch die Gewerbesteuer, die mit 1,5 Millionen Euro vergleichbar hoch angesetzt wurde (2021: 1,2 Millionen Euro). „Da wir bereits jetzt über 400 000 Euro liegen, ist der Ansatz durchaus realistisch“, so Bürgermeister Fessler.

Der Haushalt Großkarolinenfeld auf einen Blick.

Gestiegen sind auch die Schlüsselzuweisungen durch den Landkreis mit rund 2,2 Millionen Euro (2021: rund zwei Millionen Euro), aber auch die Kreisumlage, die abzuführen ist. Sie beträgt rund 3,7 Millionen Euro (2021: knapp 3,5 Millionen Euro). Die Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt 983 457 Euro und überschreitet damit die Pflichtzuführung um rund 87 000 Euro.

Ausgaben aufs Nötigste beschränken

Die Rücklagen lagen zu Jahresbeginn bei knapp 2,8 Millionen Euro und werden zum Jahresende geplant gut 1,9 Millionen Euro betragen. „Die finanziellen Gegebenheiten für die Erstellung des Haushaltsplanes sind stabil“, so Kämmerer Oberfeld. Durch die getätigten Kreditaufnahmen in jüngster Vergangenheit liege die Verschuldung der Gemeinde aber noch über dem Landesdurchschnitt.

In Sachen Städtebauförderung sei man von der Regierung von Oberbayern abhängig. „Ich weiß, dass es der Wunsch des Gemeinderates ist, hier bald anzufangen“, so Fessler. Doch das werde in diesem Jahr sicher noch nichts.

Mit einer Gegenstimme wurde der Investitionsplan beschlossen. Haushalt, Haushaltssatzung und Stellenplan erreichten einstimmige Beschlüsse.

„Keine grauen Haare“

Die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde liegt zum Jahresende bei 1337 Euro und damit um 666 Euro über dem Durchschnitt. Von den 933 349 Euro Schuldendienst entfallen 37 100 Euro auf Zinsleistungen. Die Zinszahlungen sind in den vergangenen Jahren stark gesunken (2020: 212 113 Euro; 2021: 62 064 Euro). Der durchschnittliche Zinssatz der Darlehen beträgt 0,8 Prozent. Der Bürgermeister betonte, er bekomme „keine grauen Haare“ wegen der 10,7 Millionen Euro Schulden. Denn der Zinsanteil sinke immer weiter und die Schulden zahlten sich relativ schnell zurück. Der 4,5 Millionen Euro-Kredit für das Rathaus etwa sei in zehn Jahren abbezahlt.

Investitionen im Überblick

Der Vermögenshaushalt bildet die Investitionen in der Gemeinde ab. Eingestellt sind etwa 5000 Euro für die Einweihung des neuen Rathauses, die bisher corona-bedingt noch nicht stattfinden konnte. Außerdem gehen Gelder an die gemeindlichen Feuerwehren: 50 000 Euro für einen Löschwassertank der Feuerwehr Tattenhausen, 50 000 Euro für die Löschwasserversorgung der Feuerwehr Jarezöd sowie unter anderem 80 000 Euro für ein Notstromaggregat für die Feuerwehr Großkarolinenfeld. Wie Andreas Gartmaier, der Kommandant, erklärte, soll es die kritische Infrastruktur der Feuerwehr im Katastrophenfall aufrechterhalten. Das mobile Gerät könne in der Fahrzeughalle untergebracht werden, mit einer Lichtanlage ausgestattet sei es außerdem auch bei Einsätzen nützlich.

Große Bauvorhaben

Die Gemeinde unterstützt außerdem die Sanierung der Karolinenkirche mit 100 000 Euro und das geplante neue Heimatmuseum im alten Rathaus mit 10 000 Euro. Für die neue Skateanlage am Volksfestplatz wurden 30 000 Euro investiert, für neue Schränke in den Gruppenräumen des Kindergartens Pusteblume 30 000 Euro eingestellt. Ein größeres Projekt der Zukunft wird die Erweiterung der Kinderbetreuung sein. Für die Grundlagenermittlung zu einem Kindergartenneubau sind 100 000 Euro vorgesehen, für eine Übergangslösung etwa mit einem Container für eine Kindergarten- und eine Krippengruppe werden 420 000 Euro bereitgestellt. Ebenfalls ein geplantes Großvorhaben ist das städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für die Gesamtgemeinde mit dem Ziel, eine Entwicklung des Ortes Tattenhausen über die Städtebauförderung anzustoßen. Für das ISEK sind 60 000 Euro eingestellt. Weil in Tattenhausen in der Vergangenheit das Oberflächenwasser bei Starkregen Probleme bereitet hat und eine Erneuerung des Kanals in Kürze nicht zu erwarten ist, sollen hier Regenrückhaltemaßnahmen untersucht und realisiert werden. Hierfür werden 50 000 Euro bereitgestellt.

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