NATURSCHUTZ CONTRA HOCHWASSER

Mietraching: Im März rollen an der Glonn die Bagger an

Durch den im März beginnenden ökologischen Ausbau der Glonn sowie weitere ins Auge gefasste Maßnahmen hoffen Wasserwirtschaftsamt Rosenheim und Stadt Bad Aibling, die Hochwassersituation in Mietraching so zu entschärfen, dass Bilder wie dieses vom August 2020 der Vergangenheit angehören.
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Durch den im März beginnenden ökologischen Ausbau der Glonn sowie weitere ins Auge gefasste Maßnahmen hoffen Wasserwirtschaftsamt Rosenheim und Stadt Bad Aibling, die Hochwassersituation in Mietraching so zu entschärfen, dass Bilder wie dieses vom August 2020 der Vergangenheit angehören.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Lange ist er schon Thema, nun soll er kommen: der ökologische Ausbau der Glonn im Bereich von Mietraching. Wie unsere Zeitung am Dienstag erfuhr, hat das Landratsamt nun grünes Licht für die Planung gegeben.

Bad Aibling – Wie das Landratsamt Rosenheim auf Anfrage mitteilte, sei die Planungsgenehmigung just erteilt worden. Bei dem Ausbau handelt es sich um ein Naturschutzprojekt. Doch erhofft man sich auch einen positiven Effekt bei Hochwasserereignissen. Wir sprachen mit Paul Geisenhofer, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim, über die Maßnahme.

Herr Geisenhofer, wann kann mit dem Beginn des Ausbaus gerechnet werden?

Paul Geisenhofer: Nach der wasserrechtlichen Genehmigung durch das Landratsamt Rosenheim planen wir, mit der Maßnahme im März zu beginnen.

Welcher Streckenabschnitt wird genau ausgebaut?

Die ökologische Wasserbaumaßnahme beginnt etwas unterhalb der Einmündung des Moosbaches nahe dem Feuerwehrhaus. Auf einer Länge von rund 600 Metern wird das Abflussprofil der Glonn am linken Ufer naturnah umgestaltet.

Was beinhaltet diese Maßnahme alles?

Geisenhofer: Das linke Ufer der Glonn wird auf eine Länge von circa 600 Meter abgeflacht, sodass bei höheren Wasserständen die Glonn mehr Raum bekommt. Totholz, Wurzelstöcke werden verankert und verbessern neben den Wasserbausteinen die Gewässerstruktur. Das Ufer wird wieder mit standortgerechten Gehölzen bepflanzt.

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Was ist das Hauptziel?

Geisenhofer: Die Maßnahme trägt zu einer nachhaltigen und ökologischen Gewässerbewirtschaftung der Glonn bei. Uferbereiche, die bei Hochwasser überschwemmt werden und die standorttypische Vegetation sowie die strukturellen Verbesserungen des Flussbetts sind Voraussetzungen für die weitere naturnahe und dynamische Entwicklung der Glonn. Naturnahe Gewässer bereichern die Artenvielfalt, bieten Lebensraum und Schutz für Fische, fördern die natürliche Hochwasserrückhaltung und prägen die Landschaft.

Wieviel Zeit veranschlagen Sie für den Ausbau?

Geisenhofer: Die Bauarbeiten erstrecken sich über zwei bis drei Monate, je nach Witterung und Abflusssituation der Glonn.

Welche Schutzwirkung wird durch diese Maßnahme erreicht?

Geisenhofer: Die Maßnahmen dienen zwar nicht primär dem Hochwasserschutz, durch die neu gestaltete Glonn mit ihrem größeren Abflussquerschnitt wird jedoch der Wasserspiegel lokal abgesenkt und so die Überschwemmungsgefahr im Siedlungsbereich reduziert.

Für mehr Schutz

Den ökologischen Ausbau der Glonn übernimmt das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim. Die Stadt Bad Aibling hatte dazu im Vorfeld einige Grundflächen getauscht, um das Vorhaben möglich zu machen. Zuvor waren bereits der Winkel der Einmündung des Dorfbaches in die Glonn abgeflacht und im Bereich der jetzigen Ausbaumaßnahme Widerlager entfernt worden. Einige „Baustellen“ in Sachen Hochwasserschutz gebe es in Mietraching dennoch noch, etwa im Bereich der Westerfeldstraße. Diese sollen nun nach und nach abgearbeitet werden, so Bürgermeister Stephan Schlier. Viel verspreche man sich auch von der Anwendung der Interaktiven Gefahrenkarte, mit deren Hilfe man künftig im Hochwasserfall präventiv tätig werden und noch schneller handeln könne.

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