Zeit für den Ruhestand

Metzgerei in Feldkirchen-Westerham schließt: Ehepaar Höss‘ letzter Schweinsbraten

Nach 37 Jahren hat das Ehepaar Höss jetzt seine Metzgerei geschlossen. Den Kontakt zu den Kunden wollen sie allerdings aufrecht erhalten: So soll ein- bis zweimal im Monat Ochsenfleisch verkauft werden.
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Nach 37 Jahren hat das Ehepaar Höss jetzt seine Metzgerei geschlossen. Den Kontakt zu den Kunden wollen sie allerdings aufrecht erhalten: So soll ein- bis zweimal im Monat Ochsenfleisch verkauft werden.
  • vonManfred Merk
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Die Metzgerei in Feldkirchen-Westerham macht zu. Die Inhaber suchen jetzt einen Nachfolger. Ganz will das Ehepaar Höss den Kontakt zu den Kunden allerdings nicht verlieren. Und so soll ein- bis zweimal im Monat Ochsenfleisch verkauft werden.

Feldkirchen-Westerham – Das Erfreuliche zuerst: Weder gesundheitliche, noch geschäftliche oder gar coronabedingte Probleme sind die Ursache, dass die alteingesessene Metzgerei Sebastian Höss in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham ihren Verkauf eingestellt hat. „Vor 37 Jahren sind meine Frau Irmgard und ich nach Feldkirchen gezogen und haben die Metzgerei Mareis in der Westerhamer Straße gekauft, jetzt ziehen wir uns in den Ruhestand zurück“ sagt der jetzt 67-jährige Metzgermeister im Rückblick. Somit sind jetzt der letzte Leberkas und der letzte Schweinebraten über die Theke des Geschäftes an die Kunden gegeben worden.

Jahrzehntelange Erfahrung

„Wir haben in diesen 37 Jahren gemeinsam unsere ganze Arbeitskraft, unser fachliches Können und Wissen aufgeboten um den Kunden Erzeugnisse von höchster Qualität anbieten zu können“, sagt Höss. „Dass wir das zu jeder Zeit ermöglichen konnten, hat mehrere Gründe“, weiß der Metzgermeister aus jahrzehntelanger Erfahrung. „Zum Beispiel sind wir einer Gesetzesänderung der Europäischen Union (EU) als einer der ersten Betriebe im Landkreis nachgekommen und konnten deshalb weiterhin in den eigenen Räumen schlachten.“

Schlachtvieh stammt aus Region

Das Schlachtvieh bezieht Höss aus der Region, die Ochsen aus dem landwirtschaftlichen Betrieb seines Bruders. „Die Produktion von Wurst- und Schinkenspezialitäten ohne Glutamat oder andere Geschmacksverstärker war bei uns Standard“, so Höss.

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Neben dem neuen Verkaufsraum gehörte auch die fachliche Beratung der Kunden zum besonderen Einkauf bei. Wie soll es bei Höss weitergehen? „Wir bemühen uns um einen Nachfolger für unsere jetzt ruhende Metzgerei, wollen aber den Kontakt zum Kundenstamm nicht gänzlich verlieren“, sagen die baldigen Ruheständler. „Das heißt, wir werden ein- oder zweimal im Monat Ochsenfleisch zum Kauf anbieten“, versprechen sie. Ein Termin steht bisher allerdings noch nicht fest.

„Geschäft ist eine Institution“

„Die Resonanz, dass wir unseren Verkaufsladen schließen, hat uns sehr berührt“, sagt Irmgard Höss. „Unser Geschäft wurde als eine Institution bezeichnet, die jetzt verloren geht“, schrieb ein Kunde. Im Namen der Gemeinde schaute auch der Dritte Bürgermeister Sepp Hupfauer bei den künftigen Ruheständlern vorbei. „Dank und hohe Anerkennung für diese erfolgreichen 37 Jahre, mit denen Ihr zum Geschäftsleben in Feldkirchen einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet habt“, sagte Hupfauer.

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