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Medienbericht: Ukrainischer Botschafter Melnyk soll aus Deutschland abgezogen werden

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Medienbericht: Ukrainischer Botschafter Melnyk soll aus Deutschland abgezogen werden

Andrij Melnyk, der häufig kritisierte ukrainische Botschafter in Deutschland, soll Medienberichten …
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Nachruf auf den beliebten Heufelder

„Mein Leben war ein Abenteuer“ – Hochzeitslader Bertl Heigl im Alter von 93 Jahren verstorben

Bertl Heigl ist im Alter von 93 Jahren verstorben.
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Bertl Heigl ist im Alter von 93 Jahren verstorben.
  • Anton Hötzelsperger
    VonAnton Hötzelsperger
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  • Johann Baumann
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Bertl Heigl aus Heufeld ist am Dienstag, 8. Februar, verstorben. Der beliebte Hochzeitslader und Ehrenvorsitzende des Trachtenvereins „D`Mangfalltaler“ wurde 93 Jahre alt.

Bruckmühl – Bertl Heigl aus Heufeld ist am Dienstag im Alter von 93 Jahren verstorben. „Man muss unheimlich viel Glück im Leben haben, um so alt zu werden wie wir“, hatte Rupert Heigl einst gegenüber dem Mangfall-Boten gesagt. Jetzt ist er verstorben – in Dankbarkeit für ein langes und glückliches Leben an der Seite seiner Frau Franziska.

Der „Bertl“, wie er von allen genannt wurde, war ein waschechter Heufelder. Im elften der „Apostelhäuser“ kam er zur Welt und hat fast sein gesamtes Leben in seinem Heimatort verbracht. Im Februar 1945 wurde Bertl Heigl „eingezogen“. Da war er gerade erst 16 Jahre alt. Den Zweiten Weltkrieg überlebte er mit viel Glück, desertierte in den letzten Kriegswirren und entkam der SS nur knapp.

Mit Fanny kam das Glück in sein Leben

Im Mai 1945 kehrte er wieder nach Heufeld zurück, brachte seine Lehre zum Automechaniker zu Ende, überlebte mit den Lebensmittelkarten und dem, was auf den Feldern übrig geblieben war.

Dann trat Fanny in sein Leben und mit ihr ein viele Jahrzehnte andauerndes Glück. Die beiden verbrachten ihr ganzes Leben zusammen, kannten sich, seitdem sie 15 Jahre alt waren. 1955 schlossen sie den Bund der Ehe, aus der eine Tochter und ein Enkel hervorgingen. Das frisch vermählte Paar wohnte zunächst in Heufeld und bezog später eine Betriebswohnung der früheren Wolldeckenfabrik in Heufeldmühle. 1967 errichteten die Beiden mit viel Eigenleistung ihr Haus in Heufeld, in dem Bertl mit seiner Familie bis zuletzt wohnte. Im Frühjahr 2020 feierten Fanny und Bertl Heigl ihre eiserne Hochzeit.

„Mein ganzes Leben war ein Abenteuer“, sagte Heigl einst im Gespräch mit dem Mangfall-Boten. Ob als Mechaniker, Tiefbauer, Chauffeur oder Heizer in der Wolldecke, als Gemeindearbeiter oder Bruckmühler Wassermeister, als Hochzeitslader oder Ehemann. In jungen Jahren ging Heigl gern zum Skifahren. Später bereiteten ihm das Fischen, Garteln, Kegeln, Eisstockschießen und Schwammerlsuchen Freude. Seine größte Leidenschaft aber war das „Hochzeits-Management“: 40 Jahre lang war er in der Region als Hochzeitslader tätig. Mit dem Verständnis und dem Rückhalt seiner Frau verhalf Bertl Heigl weit mehr als 700 Paaren zum großen Glück.

Er kürzlich blätterte Bertl Heigl (rechts) noch mit seiner Frau Franziska (links) und seinem Hochzeitslader-Kollegen Fritz Dräxl (Mitte) noch in Erinnerungen.

Erst kürzlich schwelgte er noch in Erinnerungen an diese Zeit. Er hatte seinen Freund und Hochzeitslager-Kollegen Fritz Dräxl vom Samerberg in sein gemütliches Zuhause nach Heufeld eingeladen – zum wohl kleinsten Hochzeitsladertreffen. Dabei erinnerte sich Heigl auch noch einmal an seinen Werdegang und erzählte: „Nach einem Hochzeitsbesuch im Jahr 1955 in Tuntenhausen sprach mich eine Nachbarin an. Forsch sagte sie: Die Naderin macht das Gwand und Du machst den Hochzeitslader.“ So begann er im Jahr 1956 mit dem Organisieren von Hochzeiten. Die Anfragen kamen von überall – unter anderem aus Altötting, Wolfratshausen, vom Starnberger See und vom Werdenfelser Land. 40 Jahre lang gab es kaum einen Samstag, an dem Bertl Heigl bei einer Hochzeit nicht sein organisatorisches Talent sowie sein Gespür für Kirche, Glauben, Musik und die Menschen unter Beweis stellte.

Besonders stolz war der Hochzeitslader auf fünf Primiz-Feierlichkeiten. Bettelhochzeiten hingegen machte er nur zwei – und zwar in Götting und in Au. Auch daran erinnerte sich Heigl beim kleinen Hochzeitsladertreffen noch einmal zurück: „In Au habe ich in einem Jahr zwölf Hochzeiten mit zwölfmal der gleichen Musik und zwölfmal der gleichen Verwandtschaft gehabt. Da musste ich mir beim Danksagen schon immer wieder was Neues einfallen lassen.“

Hochzeitslader-Kollege Fritz Dräxl erinnert sich noch gut daran, wie es war, wenn Bertl die Stimme erhob: „Wenn er ohne Mikrofon auf die Bühne trat, dann war es nicht nur mucksmäuschenstill, da legten sogar die Bedienungen ihr Tabletts nieder und lauschten ihm aufmerksam.“

Die Pflege des Brauchtums war für Bertl Heigl besonders wichtig – dazu gehörten auch die Treffen von Hochzeitsladern aus ganz Bayern, die seit dem 3. Dezember 1961 jährlich stattfanden – immer abwechselnd einmal links und einmal rechts vom Inn. Das 60. Treffen soll in diesem Jahr bei Bernhard Sedlmaier in Baiern stattfinden. Leider ist es Heigl als Gründungsmitglied der Hochzeitslader-Gemeinschaft nicht mehr vergönnt, das mitzuerleben.

Bertl Heigl war Vorplattler, Fähnrich, Vorsitzender und Ehrenvorsitzender im Trachtenverein“ D’Mangfalltaler“ Heufeld. 76 Jahre war er der Trachtensache eng verbunden und prägte das Vereinsleben nachhaltig.

Auszeichnungen fürs Ehrenamt

Bertl Heigl erhielt zahlreiche Ehrungen. Seit 1946 gehörte er dem Trachtenverein „D’Mangfalltaler“ Heufeld an und war dessen Ehrenvorsitzender. Er war Mitglied im SV DJK Heufeld, im Rauchclub- und Sterbeunterstützungsverein Unterheufeld, im Altersverein „Edelweiß“, im Kreisfischereiverein und in der Heufelder Feuerwehr. Er war Inhaber des Ehrenbriefes und Träger der Ehren-Medaille der Marktgemeinde Bruckmühl, der Verdienstmedaille der Regierung von Oberbayern für Kultur und Brauchtum sowie des goldenen Gau-Ehrenzeichens des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes.

Am Dienstag ist Bertl Heigl im Alter von 93 Jahren heimgegangen. Der Trauergottesdienst findet am Samstag, 12. Februar, um 10 Uhr, in der Kirche St. Korbinian in Heufeld statt. Ihm schließt sich die Beerdigung im Friedhof zu Högling an.

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