Mehr Nahwärme für Bad Feilnbach – Heizwerk soll Container ablösen

Nahwärme aus dem Container: Am Bad Feilnbacher Schwimmbad sorgt momentan noch ein Container für Nahwärme. Hier soll künftig ein Biomasseheizwerk wertvolle und nachhaltige Dienste leisten.
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Nahwärme aus dem Container: Am Bad Feilnbacher Schwimmbad sorgt momentan noch ein Container für Nahwärme. Hier soll künftig ein Biomasseheizwerk wertvolle und nachhaltige Dienste leisten.

Umweltfreundliche und nachhaltige Wärme kommt in Bad Feilnbach bisher aus einem Container-Heizprovisorium. Das soll sich nun ändern. Die Gemeinde plant den Bau eines Biomasseheizwerkes. Als Standort ist das Schwimmbad angedacht.

Von Peter Strim

Bad Feilnbach – Mit einer nachhaltigen regenerativen Nahwärmeversorgung will Bad Feilnbach eine zukunftsweisende Vorreiterrolle in der Region einnehmen. Über den aktuellen Sach- und Planungsstand informierte Ferdinand Theinert vom örtlichen Planungsbüro „Theinert Maier Architekten PartGmbB“ in der jüngsten Gemeinderatssitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Dettendorf.

Standort für Heizanlage gesucht

Weg von Einzelfeuerungsanlagen und hin zu alternativen Möglichkeiten Räumlichkeiten der gemeindlichen Verwaltung sowie Gewerbe und Privatanlieger behaglich zu erwärmen, lautete das Motto der Gemeinde Bad Feilnbach, als sie bereits 2012 beschloss, Anliegern die Versorgung aus Nahwärme zur Verfügung zu stellen. Realisiert wurde daraufhin in einem Bauab-schnitt „Eins“ ein erstes Objekt „Am Osterbach“, das Gebäude Bahnhofstraße 9, der Bauhof sowie Rathaus und Feuerwehrhaus.

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Im zweiten Abschnitt im Jahre 2017 bis 2019 wurden weitere Anwesen „Am Osterbach“, in der Kufsteinerstraße sowie Riesenfeldstraße angeschlossen. Die weiteren Planungen im dritten Bauabschnitt beinhalten Pfarrkirche Herz Jesu, Sparkasse und die Leo-von-Welden-Schule mit Turnhalle.

Probleme bereitete bis vor einigen Jahren die Standortfrage einer Heizanlage – begleitet von Protestaktionen von Anliegern in der Bahnhofstraße. Letztlich fiel nach mehrheitlicher Abstimmung des ehemaligen Gemeinderats die Entscheidung zugunsten eines südlich gelegenen Anbaus im Anlieferungs- und Eingangsbereich am Schwimmbadkiosk. Die Wahl fiel auf eine Biomasseheizung.

Vorgegeben für das Planungsbüro war die Erarbeitung eines Konzepts zur Erzeugung einer geforderten Leistung von 550 Kilowatt mittels „Hackschnitzel-Verbrennung“, welches noch nicht verwirklicht wurde. Bislang kommt nachhaltige Wärme von einem Heizprovisorium aus einem Container.

Untersucht wurden am angedachten Standort „Schwimmbad Bad Feilnbach“ 14 mögliche Varianten unter komplexen Rahmenbedingungen wie Beckenablagerungen durch den benachbarten Jenbach, Platzverhältnisse sowie bauliche Einbindung in den örtlichen Bestand. Bislang wurde dieser Standort auch von den Bürgern ohne Widerstände akzeptiert. Ebenso stieg die Nachfrage. Als geplante Technik wurde für eine Grundlast von 300 Kilowatt ein Hackschnitzelkessel im Neubau erarbeitet.

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Ein alter Warmwassertank mit 600 Litern Volumen entspricht nicht mehr dem Stand der Technik, birgt die Gefahr von Legionellen und erfordert einen Austausch. Allerdings ist nach momentanem Stand und Nachfrage eine Spitzenlastabdeckung – circa 15 Prozent des Energiebedarfs – notwendig. Diese soll ein Pelletkessel mit einer installierten Leistung von 250 Kilowatt liefern.

Auf Anfrage von Gemeinderat Stephan Oberprieler (Bündnis 90/Die Grünen) erläuterte Planer Ferdinand Theinert, dass eine Leistungserweiterung auf ein Megawatt durchaus vorstellbar sei. Max Singer (ÜW) fragte nach, ob für die geplante Bebauung im „Tannenhof“ ausreichend Nahwärme vorhanden sei. Das bejahten Theinert und auch Bürgermeister Wallner.

Keine Störung von Anwohnern

Nachhaltige Auswirkungen auf Anwohner infolge von Anlieferung des Heizmaterials durch Lkw – voraussichtlich 20 Fahrzeuge pro Jahr – wie von Gemeinderätin Petra Eirainer (Grüne) befürchtet, sind dem Architekt zufolge äußerst gering.

In puncto Energie- und Umweltbilanz werden bei einem prognostizierten Wärmebedarf von 1350 Megawattstunden pro Jahr etwa 378 Tonnen CO2 eingespart. Der Feinstaubausstoß betrage dann integrierte Feinstaubfilter maximal 15 Milligramm pro Kubikmeter.

Damit könne die Gemeinde Bad Feilnbach nach Ansicht von Ratsmitglied Martin Huber (CSU) Bad Feilnbach eine beispielgebende Vorreiterrolle auf dem Gebiet regenerativer Wärmeversorgung einnehmen.

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