Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Neues Programm nach Corona-Zwangspause

„Mehr Mitglieder, weniger Helfer“ - Der VdK Bad Aibling steht vor großen Herausforderungen

Luise Kirschnick vom VdK-Ortsverband Bad Aibling ist froh, dass es wieder losgeht.
+
Luise Kirschnick vom VdK-Ortsverband Bad Aibling ist froh, dass es wieder losgeht.

Die Mitgliederzahlen beim VdK-Ortsverband Bad Aibling steigen. Allerdings gibt es an anderer Stelle eine ganz andere Entwicklung. Warum das nicht zusammenpasst und was der Sozialverband überhaupt macht.

Bad Aibling – Die Corona-Pandemie hat die Arbeit des VdK-Ortsverbandes Bad Aibling in den vergangenen zwei Jahren in vielen Bereichen erheblich eingeschränkt. „Keine Veranstaltungen, keine Stammtische, keine Weihnachtsfeiern“, sagt die Bad Aiblinger Vorsitzende Luise Kirschnick. Zusammen mit zwei weiteren Ehrenamtlichen kümmert sie sich um den Sozialverband in der Kurstadt. Vieles, was zu ihren Aufgaben gehörte, etwa Krankenbesuche oder persönliches Gratulieren zu besonderen Geburtstagen von Mitgliedern, war zuletzt nicht möglich. „Im Prinzip musste alles telefonisch passieren oder wir haben eben Blumen verschickt“, sagt Kirschnick.

Was hat der Vdk in diesem Jahr geplant?

Doch nun will der Bad Aiblinger Sozialverband wieder durchstarten. Entscheidend ist, dass es jetzt endlich wieder normal losgehen kann“, sagt die Vorsitzende und freut sich auf die kommenden Monate. So sei etwa wieder eine Muttertagsfahrt (19. Mai) nach Miesbach ins Café Krauthof sowie ein Halbtagsausflug (11. August) zum Samerberg geplant. „Für die Vdkler, vor allem für die älteren, ist es natürlich wichtig, dass wieder Aktionen organisiert werden“, so Kirschnick. Die 79-Jährige arbeitet seit 16 Jahren für den Sozialverband, ist seit 25 Jahren Mitglied. Sie weiß: „Die Mitglieder werden immer mehr, aber die auch die Arbeit wird immer mehr.“ So habe der Aiblinger Verband in ihrer Anfangszeit 380 Mitglieder gezählt. Mittlerweile sind es 504.

Dass die Mitgliedszahlen steigen, hänge laut Kirschnick an dem gestiegenen Bedarf, was Sozialfragen angeht. Anträge für Sozialhilfe, Formulare der Sozialversicherung, anwaltlicher Schriftverkehr. Die Menschen benötigten in diesen Bereichen immer mehr Unterstützung. Der Vdk stellt in diesen Fällen Hilfe von Rechtsanwälten zur Verfügung.

„Wir brauchen wieder mehr Leute, die helfen“

Auch deshalb brauche man sich keine Sorgen um die Existenz des Verbandes machen. Probleme bereiten eher die Ehrenamtlichen, erklärt Kirschnick. „Es gibt immer weniger, die helfen, viele sind schlicht einfach auch zu alt“, sagt sie. Auch ihre beiden Mitstreiter aus dem Vorstand seien älter als 70. „Wir brauchen wieder mehr Leute, die mitmachen, auch jüngere“, sagt Kirschnick auch im Hinblick auf die anstehenden Neuwahlen im Oktober.

Unter den Mitgliedern liege das Durchschnittsalter zwischen 40 und 60. „Wir haben aber auch 90-Jährige, eine ist schon 104, einer 100, der schon fast 70 Jahre dabei ist.“ Um die Arbeit zu koordinieren ist Kirschnick stets im Austausch mit Rosenheim, genauer gesagt mit der Kreisverbandsvorsitzenden Marianne Keuschnig. Sie erläutert, dass die hauptamtlichen Mitarbeiter des Vdk Experten im Sozialrecht seien, die die Mitglieder beraten, Anträge stellen, Widersprüche führen oder die Mitglieder vor dem Sozialgericht begleiten. „Auch während der Kontaktbeschränkungen durch Corona haben unsere Mitarbeiter durch Telefontermine sehr vielen Mitgliedern geholfen und Anträge gestellt.

9000 Mitglieder im Kreisverband Rosenheim

Bayernweit hat der Vdk 750 000 Mitglieder, im Kreisverband Rosenheim sind es mehr als 9000. Grundsätzlich sorgen die Ehrenamtlichen dafür, dass der Vdk wichtige soziale Themen über Stammtische, Ausflüge oder Vorträge zu den Menschen bringt. Während der Hochwasserkatastrophe im vergangenen Jahr, aber auch seit dem 24. Februar, dem Beginn des Ukraine-Krieges, zahlen die Ortsverbände zudem in einen landesweiten Vdk-Fond ein, um damit Hilfsbedürftigen zu helfen. Auch der Ortsverband Bad Aibling hat sich hierbei mit Geldspenden beteiligt.

Zudem will sich der Vdk auch mit aktuellen Belangen, gerade älterer Menschen befassen. Und das auch auf Bundesebene. So forderte kürzlich etwa die VdK-Präsidentin Verena Bentele mehr Entlastung von Rentnern wegen steigender Energiepreise. Etwa in Form einer Energiepreispauschale von 300 Euro. Das Geld sollte als Aufschlag auf die Rente direkt ausgezahlt werden, so Bentele.

Vor über 75 Jahren gegründet

Der Vdk (ursprüngliche Abkürzung für Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands) wurde vor über 75 Jahren gegründet, um die Not zu lindern, in der sich viele Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg befanden.

Anmeldung für die Ausflüge des Aiblinger Sozialverbandes können laut Luise Kirschnick bei Hollinger eingehen. Zum Mittertagsausflug seien ausdrücklich auch Väter eingeladen (für alle frei), beim Ausflug zum Samerberg seien Mitglieder und Gäste willkommen.

Mehr zum Thema