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DREI KINDER UND IHRE MISSION

Maximilian, Franziska und Magdalena aus Bad Aibling sind die kleinen Naturhelden

Bei Wind und Wetter sind Magdalena Mangold, Franziska Eller und Maximilian Mangold (von links) draußen in der Natur, sammeln Müll, spielen, kraxeln auf Bäume – und klären über den Umweltschutz auf.
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Bei Wind und Wetter sind Magdalena Mangold, Franziska Eller und Maximilian Mangold (von links) draußen in der Natur, sammeln Müll, spielen, kraxeln auf Bäume – und klären über den Umweltschutz auf.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Sie sind zweimal acht und einmal sechs Jahre alt und sie haben eine Mission. Maximilian und Magdalena Mangold und ihre Nachbarin Franziska Eller legen sich mächtig ins Zeug, um die Umwelt zu schützen. Wir trafen die drei kleinen Naturhelden in Bad Aibling.

Bad Aibling – Was hecken sie jetzt wieder aus? Wenn sich Maximilian und Magdalena Mangold mit ihrer Nachbarin und Freundin Franziska Eller auf dem Dach ihres Spielhäuschens im Garten treffen, haben sie meist nur ein Thema: „Was können wir tun, um unserer Natur zu helfen?“

Sogar einen eigenen Club haben sie dafür gegründet. Das Mitgliederzeichen, eine kleine Scheibe aus Holz mit den eingeprägten Initialen „NF“ (Naturfreunde), hat der achtjährige Maximilian zusammen mit seinem Opa gemacht.

Die traurige Schildkröte Erna als Inspiration

Ihn treibt das Thema schon lange um, sagt er. Zusätzlich inspiriert hat ihn und Franziska nun auch das Buch ihrer Lehrerin Sabine Bradaric über „Lena und die traurige Schildkröte Erna“. Seither sind sie zusammen mit Maximilians Schwester Magdalena (6) – „die Begeisterung habe ich von meinem Bruder geerbt“ – als leidenschaftliche Naturschützer und Umweltretter unterwegs, sagt Franziskas Mutter Astrid Eller: „Zusammen überlegen sich die drei was man alles tun kann, um der Natur zu helfen.“

Die Naturhelden mit Lehrerin Sabine Baradaric, den selbstgestalteten Flyern sowie den Hauptfiguren aus Bradarics Buch „Lena und die traurige Schildköte Erna“.

Wie zum Beispiel keinen Pudding mehr in Plastikbechern zu kaufen, Müll, den sie beim Spazieren findet, aufzuheben und in den Mülleimer zu werfen, zu Fuß zur Schule zu gehen und andere Kleinigkeiten, die jeder zum Umweltschutz beitragen kann.

Empört über Müll auf der Spielwiese

„Da!“, sagt Maximilian vorwurfsvoll und deutet auf einen weggeworfene Karton und eine Plastiktüte auf der Lieblingsspielwiese: „Das ist genau das, was wir vermeiden wollen!“ Schwupps, ist der Müll entfernt und er klettert er mit den beiden Mädchen auf dem Baum, gemeinsam erzählen die drei von ihren Projekten.

So hat Maximilian ein zehnseitiges Heft mit dem Titel „Naturwissen – Naturschutz“ per Hand gestaltet, zu dritt haben sie einen Flyer entworfen. Den verteilen sie an Passanten und sprechen mit ihnen über ihr Anliegen. „Viele finden das gut. Eine Frau hat gesagt, sie ist stolz auf uns“, erzählen sie. Als Nächstes planen sie, selbstgemalte Plakate mit dem Aufruf „Rettet mit uns die Natur“ aufzuhängen.

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Zuhause haben sie längst schon angepackt. „Wir wollen nur noch feste Seife kaufen, wenn die aus dem flüssigen Spender aus ist“, sagt Franziska. Maximilian isst kein Nutella mehr. „Da ist Palmöl drin, und um das herzustellen, benötigt man viel Platz für die Plantagen. Dafür werden viele Bäume im Dschungel gefällt. Aber der ist die grüne Lunge der Erde“, sorgt sich der Zweitklässler, der auch sonst große Konsequenz an den Tag legt.

„In der Fastenzeit hat er 40 Tage kein Fleisch gegessen, nicht einmal, als es bei einem Ausflug Currywurst gegeben hätte“, sagt Mama Sandra Mangold. Erdbeeren außerhalb der Saison kommen auch in Franziskas Familie nicht mehr ins Haus. „Wir haben auch extra einen Wassersprudler für zuhause angeschafft“, erzählt die Achtjährige.

Magdalena und ihr Feengarten

„Das ganze Engagement geht von den Kindern selbst aus. Das ist manchmal anstrengend, aber wir finden es gut“, sagen die Mütter. „Wir alle können von den Kindern, lernen. Sie wissen mehr, als viele denken.“

Magdalena zeigt stolz ihren Feengarten – eine liebevoll bestückte Schale, in der das erste, sorgsam gehegte Gras sprießt – während ihr Bruder seine Kräuter und Salatpflanzen in den drei Kinder-Hochbeeten pflegt. Auch nach seiner „Wunderecke“ schaut der Bub regelmäßig – ein kleines Stück im Garten, das unberührt bleibt: „Damit alles wachsen kann und auch die Insekten etwas von haben.“ Bei Franziska zuhause haben die „Naturhelden“, wie sie sich nennen, heuer schon eine Schmetterlingszucht betrieben, die Raupen beobachtete, später die Schmetterlinge gefüttert und diese schließlich freigelassen.

Hotel für Bienen und Häuschen für Igel

Nun hoffen sie, dass die jüngst auf der Terrasse beobachteten Bienen sich in ihrem Bienenhotel ansiedeln und auch das Igelhaus weiterhin gut angenommen wird. „Wir hatten eine Wildtierkamera aufgebaut – unglaublich, da waren nachts bis zu zehn Igel unterwegs“, sagt Sanda Mangold.

„Wir lieben Tiere. Und wir wollen auch, dass die Meere sauber bleiben und Mikroplastik vermieden wird, denn dadurch sterben die Fische“, sorgt sich Franziska. Und so werden die kleinen Naturhelden ihre selbst gesetzte Mission weiterverfolgen. „Es wäre schön, wenn noch viel mehr Menschen mitmachen würden“, wünschen sie sich.

Und eines liegt Maximilian besonders am Herzen: „Dass jeder, der das jetzt liest, gleich etwas tut, was gut für unsere Umwelt ist und der Natur hilft.“

Das sagt die Lehrerin

„Das ist die schönste Rückmeldung, die ich kriegen kann – dass die Kinder durch mein Buch inspiriert werden und so eine tolle Eigeninitiative entwickeln und “, freut sich Lehrerin Sabine Bradaric, die mit „Lena und die traurige Schuldkröte Erna“ ein Nachhaltigkeitsprojekt gestartet hat. Sie ist begeistert und kam sofort vorbei, als die Kinder sie fragten, ob sie auch einen Flyer haben wolle.

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