600 „Maultaschen“ fürs Tierheim Ostermünchen

Tuntenhausen – Das Tierheim in Ostermünchen muss aufgrund der Corona-Krise auf Sparflamme fahren.

Nur ein paar wenige ehrenamtliche Helfer und Gassigeher dürfen den zehn hauptamtlichen Mitarbeitern aufgrund der Corona-Ausgangsbeschränkungen derzeit noch unter die Arme greifen. Alle anderen müssen vorerst draußen bleiben. „Momentan ist viel Kreativität und zugleich viel Verständnis für die Situation gefragt“, sagt Tilman Rieger, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Tier und Mensch. Noch kann der Verein die Gehälter seiner Mitarbeiter aus den Rücklagen bezahlen. Ein Mitarbeiter ist in Kurzarbeit. Die anderen arbeiten nur stundenweise. Urlaube werden abgebaut. „Alle arbeiten konstruktiv mit, um die Situation zu meistern“, so Rieger. Doch lange werden die Reserven des Tierheims nicht reichen, um die Krise abzufedern. Traditionelle Einnahmequellen wie Flohmärkte oder auch das Sommerfest brechen weg. Ob derartige Veranstaltungen vor September überhaupt wieder stattfinden können, ist bislang nicht klar. „Umso mehr freuen wir uns über Menschen, die uns mit ihren kreativen Ideen helfen“, ist Rieger dankbar. So hat Annette Posch aus Bad Aibling mehr als 600 „Maultaschen“ – ihr Synonym für den Mundschutz – genäht. Das Material dafür stammte aus Stoffspenden für das Tierheim. Der Verkauf der „Maultaschen“ brachte 1000 Euro für die Ostermünchener Schützlinge ein. Mitarbeiterin Katrin Hammer hat auf Geschenke verzichtet und sich zum Geburtstag Geld gewünscht. Auch das hilft nun, die finanziellen Löcher des Tierheims zu stopfen. Hundetrainerin Karin Englbrecht engagiert sich und spendet den Erlös aus einem Teil ihrer Workshops. „Für all diese Aktionen sind wir unendlich dankbar, denn sie helfen überleben“, betont Rieger. Indes ist die Arbeit nicht weniger geworden. „Wir haben zwei Schäferhunde aus dem Tierheim in München übernommen, weil das an seine Kapazitätsgrenzen gelangt ist“, informiert der Vorsitzende. In etwa drei Wochen werden wieder Katzenjunge eintreffen. „Wir haben versucht, Teams zu bilden, damit wir immer einsatzfähig bleiben, wenn ein Kollege ausfällt“, erklärt Rieger: „Denn die Arbeit muss weitergehen.“

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