Maßnahmen für drei Millionen Euro

An der Mühlbacheinmündung (rote Markierung unten) sowie im Bereich Glonn und Triftbach (oben) geht es mit dem Hochwasserschutz weiter.  Zeichnung  Wasserwirtschaftsamt
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An der Mühlbacheinmündung (rote Markierung unten) sowie im Bereich Glonn und Triftbach (oben) geht es mit dem Hochwasserschutz weiter. Zeichnung Wasserwirtschaftsamt

Die Sofortmaßnahmen für den Hochwasserschutz an der Mangfall in Bad Aibling sind abgeschlossen. Nun folgen weitere Arbeiten im unteren Bereich Richtung Glonnspitz und Einmündung Triftbach.

Auch die Mühlbachmündung wird in diesem Zug verlegt. Baustart soll im Herbst sein.

Bad Aibling - Wie Abteilungsleiter Christoph Wiedemann vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim in der jüngsten Stadtratssitzung erläuterte, ist es um den Hochwasserschutz der Kurstadt bereits jetzt recht gut bestellt. Vorgesehen sind nun noch eine Erhöhung und Verbreiterung der bestehenden Deiche rechtsseitig der Mangfall sowie eine Innendichtung. Im Bereich Glonnspitz wird der Deich zum Schutz der Siedlung zurückverlegt.

Auf der Nordseite wird im Bereich des Glonn-Rückstaus eine Ufermauer errichtet. Das gleiche geschieht am Triftbach. Dort wird auch noch der so genannte Absturz umgebaut, so dass Fische wieder flussaufwärts wandern können. Die bei Surfern und Kajakfahrern beliebte "Naturwelle", nach der sich Stefan Roßteuscher (ÜWG) erkundigte, wird davon wohl nicht betroffen sein, erklärte Wiedemann.

Am Südufer soll die Mühlbachmündung (Feldbach) "nach unterstrom" verlegt werden.

Ob der Damm auf der Seite, die zum Stadtgebiet von Kolbermoor gehört, auch erhöht wird, wollte Richard Lechner (SPD) wissen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Dort soll das Hochwasser in den alten Auwald abfließen. "Ökologisch eine super Sache. Dadurch werden auch die Siedlungs- und Straßenbereiche geschützt", so Wiedemann.

Die Gesamtkosten für die Maßnahmen auf Aiblinger Stadtgebiet belaufen sich voraussichtlich auf 3,1 Millionen Euro. Auf die Stadt entfällt ein Beitrag in Höhe von 1,2 Millionen Euro.

Derzeit steht laut Wiedemann die Vergabe der Ausführungsplanung an, die dann im Frühjahr/Sommer erstellt werden soll. Im Herbst will man dann möglichst mit der Umsetzung beginnen. Davor müssten allerdings noch einige Grundstücke erworben und Rodungsarbeiten durchgeführt werden. Hauptbauzeit ist dann voraussichtlich über den Herbst und Winter sowie im neuen Jahr.

"Wenn alles nach Plan läuft, müssen Sie vor einem Pfingsthochwasser 2016 keine so große Angst mehr haben", meinte Wiedemann an die Stadträte und zahlreichen Zuhörer gerichtet. Für 2017 seien nur noch Restarbeiten vorgesehen.

CSU-Rat Markus Stigloher wollte wissen, ob die in der Sitzung vorgestellten Ablauf-Berechnungen für den Feldbach ausreichen - was Wiedemann bejahte. Es sei nicht davon auszugehen, dass in Feldbach und Mangfall zur gleichen Zeit die Hochwasserspitzen erreicht werden und dass das Wasser auf die Umgehungsstraße läuft.

Richard Lechner (SPD) wollte wissen, ob im Falle eines Hochwassers der Glonnspitz überschwemmt wird. Auch das bestätigte Wiedemann. Wo genau das im Bereich der Hochriesstraße vorgesehene Pumpwerk errichtet wird, stehe indes noch nicht fest. "Das muss alles noch im Detail angeschaut werden und wird auch mit der Feuerwehr eng abgestimmt", so der Behördenvertreter.

Lechner wies auf die Sorgen der Anwohner hin, das städtische Grundstück an der Hochriesstraße 10 könnte versiegelt und in der Folge die Situation für die Nachbarn verschlechtert werden.

"Wie sicher ist es, dass das Rückhaltebecken in Feldolling kommt?", wollte Stefan Roßteuscher angesichts des Widerstands in der dortigen Bevölkerung wissen. "Der Flutpolder kommt zu 100 Prozent", zeigte sich Wiedemann überzeugt. Es sei nur eine Frage der zeitlichen Verzögerung, die durch eine Klage entstehe. Tatsächlich beschloss der Feldkirchen-Westerhamer Gemeinderat noch am selben Abend, gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Flutpolder zu klagen (siehe Bericht auf Seite 18).

Der Aiblinger Stadrat seinerseits stimmte der Vereinbarung zwischen Freistaat Bayern und Stadt zur Maßnahme an der Mangfall geschlossen zu.

"Für uns geht es dann bei der Glonn mit dem Hochwasserschutz weiter. Die Planungen dazu haben ja auch schon begonnen", merkte Bürgermeister Felix Schwaller an. Die Bedeutung dieser Maßnahme betonten mehrere Stadträte. Sie baten erneut darum, noch mehr Augenmerk auf die Glonn zu legen. Während das Wasserwirtschaftsamt dort laut Wiedemann "nicht den größten Handlungsbedarf" sieht, warnte Dieter Bräunlich (ÜWG) davor, die Gefahren, die von diesem Gewässer ausgehen, zu unterschätzen.

"Im Mündungsbereich werden wir ja bis zur Bahnlinie schon etwas tun", merkte Wiedemann an. Er bestätigte darüber hinaus Bräunlichs Hinweis auf ein Angebot des Prinzen von Lobkowicz, im Bereich von Beyharting Flächen für den Hochwasserschutz zur Verfügung zu stellen. Dieses Thema sei allerdings nicht Gegenstand der Planung, die er an diesem Abend vorstellte, sondern werde von einem anderen Abteilungsleiter bearbeitet.

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