Maschinenring stellt in Feldkirchen bodenschonende Arbeitsweise auf Feldern vor

Bodenschonende Technologien standen im Mittelpunkt beim Praxistag des Maschinenrings Aibling-Miesbach-München in Feldkirchen.
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Bodenschonende Technologien standen im Mittelpunkt beim Praxistag des Maschinenrings Aibling-Miesbach-München in Feldkirchen.

Schwere Lasten transportieren und dennoch den Feldboden schonen: Bodenschonende Technologien hat der Maschinenring Aibling-Miesbach-München bei seinem Praxistag in Feldkirchen vorgestellt.

Feldkirchen – Können große landwirtschaftliche Maschinen gleichzeitig schwere Lasten transportieren und den Boden schonen? Antworten auf diese Frage gab es beim Praxistag des Vereins Maschinenring Aibling-Miesbach-München im landwirtschaftlichen Betrieb von Martin Weber in Feldkirchen.

Für die praktischen Vorführungen standen mehrere Güllefahrzeuge, ein Ladewagen und ein Feldhäcksler bereit.

Bevor es auf die Felder ging, beschrieb Dr. Markus Demmel von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), worauf es bei der bodenschonenden Arbeitsweise ankommt. Anders als im heimischen Gemüsegarten, wo Beete und Wege gut getrennt werden können, sei auf Äckern und Wiesen die Erde Pflanzenstandort und Fahrspur zugleich. Deshalb sei es wichtig, die Bodenverdichtungen beim Arbeiten auf den Feldern möglichst gering zu halten, sagte Demmel. „Nur dann können die Pflanzen optimal wachsen und auch starker Regen vom Boden aufgenommen werden.“

Für den Ackerbau werde bereits rund um den Einsatz von kleinen, leichten und ferngesteuerten Robotern geforscht.

Technik noch nicht für Praxiseinsatz bereit

Diese Technik sei jedoch noch nicht für den Praxiseinsatz bereit. Demmel: „Das Ziel ist deshalb das Maschinengewicht auf eine möglichst große Fläche zu bringen, um den Druck auf den Boden gering zu halten. Raupenfahrwerke arbeiten nach diesem Prinzip. Eine weitere Möglichkeit ist es, den Reifeninnendruck der Schlepper und Maschinen abzusenken, im Extremfall bis auf 0,8 Bar.“ Je feuchter und lockerer die Erde ist, desto geringer müsse der Druck im Vergleich zur Straßenfahrt sein, so der Experte.

Beim Güllefass der Maschinengemeinschaft Zweckstätt kann der Reifendruck durch eine eingebaute Druckregelanlage während der Feldarbeit verändert werden. Dominik Ellmayr und Michael Höhensteiger vom Maschinenring zeigten mit einem einfachen Trick, wie sich die Auflageflächen der Reifen bei unterschiedlichem Druck verändern.

Reifen mit Kalk eingestreut

Sie streuten die Reifen rundherum mit Kalk ein, sodass die Flächengrößen direkt verglichen werden konnten. Der Unterschied war beträchtlich: Der Reifen mit reduziertem Druck bedeckte nahezu doppelt so viel Fläche wie der stärker aufgepumpte „Straßenreifen“. Das bedeute eine Halbierung der Last, die auf einen Quadratmeter Feldfläche wirkt, hieß es. Das Druckregelverfahren könne jedoch nicht nur bei Güllefässern eingesetzt werden, sondern werde auch in Schleppern und selbstfahrenden Arbeitsmaschinen eingebaut.

Max Schnitzenbaumer vom Lohnunternehmen Rutz führte einen Feldhäcksler zur Ernte von Gras und Mais vor, der ebenfalls mit dieser Technik ausgestattet ist und so bodenschonender arbeiten kann.

Mehrere Achsen im Einsatz

Eine weitere Möglichkeit, das Fahrzeuggewicht auf eine größere Fläche zu verteilen, ist der Einsatz von mehreren Achsen. Aus diesem Grund ist der Ladewagen von Lohnunternehmer Markus Adlberger zusätzlich zur Druckregeltechnik auch mit drei Achsen ausgestattet. Die Besucher des Praxistages konnten Adlberger bei seiner Fahrt über das hügelige und moorige Gelände nordöstlich von Feldolling unmittelbar beobachten. Auch bergauf hinterließ das beladene Gespann nahezu keine Fahrspuren auf dem feuchten Untergrund.

Zweimal hinschauen mussten die Besucher bei der Vorführung des Lohnunternehmers Peter Kastl: Der Gülletrac kann sich im Hundegang fortbewegen.

Landwirte zeigten großes Interesse

Das bedeutet, dass die beiden Achsen parallel schräg gestellt werden und die Fahrspuren der einzelnen Räder versetzt verlaufen. Die Fahrerkabine bewegt sich während der Fahrt leicht seitwärts. So wird jeder Bereich des Feldes nur von einem einzigen Reifen überrollt.

MR-Vorsitzender Martin Weber freute sich über das große Interesse der Landwirte an den bodenschonenden Technologien.

Als abschließend Markus Adlberger mit seinem Ladewagen an dem Steilhang unterhalb der Staatsstraße 2078 das Gras einsammelte, stockte so manchem Besucher der Atem. hab

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