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Marktgemeinde warnt - Polizei ermittelt

Gewerbetreibende aus Bruckmühl mit Anrufen zu neuer falscher Bürgerbroschüre über den Tisch gezogen

Dubiose Anrufe gehen derzeit bei Gewerbetreibenden im Markt Bruckmühl ein. Die Verwaltung warnt vor Betrügern, denn sie hat keine Akquise beauftragt.
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Dubiose Anrufe gehen derzeit bei Gewerbetreibenden im Markt Bruckmühl ein. Die Verwaltung warnt vor Betrügern, denn sie hat keine Akquise beauftragt.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Der Markt Bruckmühl warnt vor dubiosen Anzeigenverkäufern. Der Grund: „In letzter Zeit gingen in der Verwaltung vermehrt Anfragen ein, ob wir unsere Bürgerinformationsbroschüre in diesem Jahr wieder herausgeben“, informiert Martina Neuhausen vom Markt Bruckmühl. Sie betont eindringlich: „Das ist jedoch nicht der Fall!“

Bruckmühl – Genau das Gegenteil allerdings scheinen Anzeigenverkäufer zu behaupten, die bei Gewerbetreibenden in der Gemeinde anrufen. „Ich erhielt einen Anruf, dass die Broschüre wieder aufgelegt werde und wurde gefragt, ob ich meine Anzeige vom vergangenen Jahr erneut platzieren möchte“, berichtet Christoph Wallner. Er war damit einverstanden und erhielt daraufhin eine E-Mail, in der seine Anzeige abgebildet war. „Ich sollte lediglich die Daten auf Aktualität prüfen. Das habe ich gemacht und den Vertrag abgeschlossen“, so Wallner. Kurz darauf kam eine Rechnung über 400 Euro. Als er zwei Wochen später erneut einen Anruf erhalten habe, schöpfte er Verdacht.

Anrufer mit ausländischem Akzent

„Genau dieselben Fragen, der Anrufer mit osteuropäischem Akzent, das kam mit dann doch seltsam vor“, beschreibt er. Er suchte die Firma im Internet: „Die war nicht zu finden, dafür Kommentare und Hinweise auf Abzocke.“ Also las Wallner den Vertrag noch einmal genauer und stellte fest, dass er einen neuen Vertrag abgeschlossen hatte. „Ich habe sofort gekündigt, das hat zum Glück noch funktioniert“, so Wallner. Seine Vermutung: „Die kopieren unsere Anzeigen aus der echten Broschüre, da stehen ja auch alle Kontaktdaten drin.“ Ein Schaden ist ihm nicht entstanden. „Zum Glück.“

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Ähnlich war die Vorgehensweise auch bei einer Zimmerei aus Götting, wie der Inhaber bestätigt. „Der osteuropäische Akzent hat mich sofort skeptisch gemacht“, berichtet der Zimmerer, der namentlich nicht erwähnt werden möchte. Er rief sofort in der Marktgemeinde an und erhielt die Information von Geschäftsführer Rainer Weidner: „Wir planen derzeit keine neue gemeindliche Broschüre.“ Gegenüber den OVB-Heimatzeitungen ergänzt Weidner: „Verschiedene Firmen – oft mit Sitz im Ausland – kontaktieren derzeit Gewerbetreibende, um Anzeigen für sogenannte Bürger-Infos oder Bürgerbroschüren zu akquirieren. Nicht selten fallen nach Unterzeichnung dafür Kosten in vierstelliger Höhe an.“ Die Anzeigenvordrucke, so erklärt Weidner, könnten den Eindruck erwecken, als handle es sich um eine Publikation der Gemeinde.

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Weidner betont: „Mit dem Anzeigenverkauf für die Bruckmühler Broschüre wird immer nur ein regionaler Verlag beauftragt – wie zuletzt der Reba-Verlag aus Freising. Dessen Mitarbeiter besuchen die Kunden persönlich und können sich mit einem Legitimationsschreiben der Gemeinde ausweisen.“ Weidners dringender Appell an alle Gewerbetreibenden: „Bitte prüfen Sie genau, wer Sie anruft!“

Die Marktgemeinde Bruckmühl hat die Vorfälle der Polizei Bad Aibling gemeldet. „Anzeigen liegen uns derzeit aber noch keine vor“, informiert Polizeihauptkommissar Michael Fritz. Jetzt würden alle von der Gemeine zugesandten Unterlagen gesichtet.

Urheberrechte wurden verletzt

„Wir prüfen, ob es sich hier um einen Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetz handelt. Sollte sich der Verdacht erhärten, übergeben wir den Fall an die Staatsanwaltschaf“, so Fritz.

Ein Blick ins Gesetz zeigt, dass Verwertungsrechte im Urheberrechtsgesetz genau definiert sind. So kann man eine Anzeige zwar für den privaten Gebrauch kopieren, nicht aber für den geschäftlichen. Rechteinhaber ist in diesem Fall der Reba-Verlag aus Freising. Geschäftsführer Eduard Reinbacher kennt die Masche der Betrüger aus vielen Kommunen, die er betreut. „Momentan scheinen sie besonders aggressiv vorzugehen“, so sein Eindruck. Rechtliche Schritte brächten seiner Erfahrung nach aber nichts.

Betroffene müssen Rohdaten anfordern

„Die binden nur viel Kraft und verlaufen am Ende im Sande.“ Das Unternehmen hat einen anderen Weg gefunden: „Wir haben ein Musterschreiben aufgesetzt, in dem die Betrüger aufgefordert werden, einen Nachweis über die Herkunft von Textvorlage und Logo des Anzeigen-Layouts zu erbringen und die Rohdaten vorzulegen. Damit hatten betroffene Gewerbetreibende Erfolg und konnten sich aus den Knebelverträgen lösen.“

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