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Zehn Wochen Vorbereitung

„Gänsehautfeeling“: Marathonmann aus Bad Aibling läuft auf allen Kontinenten

Geschafft: Manfred Meixner und Tochter Carina im Ziel des Antarktis-Marathons auf der King-George-Insel.
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Geschafft: Manfred Meixner und Tochter Carina im Ziel des Antarktis-Marathons auf der King-George-Insel.
  • VonJohann Baumann
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Der 57-jährige Partner einer Steuerkanzlei hat die längste Laufdistanz der Leichtathletik zu seinem Hobby erkoren. Dabei spielte die Aiblinger Therme eine entscheidende Rolle. Was er dabei auf allen Erdteilen erlebt und wie seine Zukunftspläne aussehen.

Bad Aibling - Der Marathonlauf hat sich im Laufe seiner Geschichte trotz der herausfordernden Länge von 42,195 Kilometer zum Breitensport entwickelt. Davon zeugen beispielsweise 45 000 Teilnehmer beim Berlin-Marathon. Marathon-Laufveranstaltungen gibt es weltweit und etwa 1000 Personen waren bisher auf allen sieben Kontinenten (einschließlich Arktis und Antarktis) am Start. Aus Deutschland sind dies nur etwa 20 Leute – einer von ihnen ist Manfred Meixner aus Bad Aibling. Der 57-jährige Partner einer Steuerkanzlei hat die längste Laufdistanz der Leichtathletik zu seinem absoluten Hobby erkoren und inzwischen bereits 13 Marathonläufe in allen Erdteilen absolviert.

München, Venedig, Jerusalem, New York

Marathonlauf in Patagonien vor grandioser Anden-Bergkulisse.

Der geografische Bogen spannt sich dabei unter anderem von der arktischen Insel Spitzbergen über Berlin, München, Venedig, Marrakesch, Jerusalem, New York, Tahiti und Patagonien bis hin zur antarktischen King-George-Insel. In der Vita eines Marathonläufers vermutet man bereits eine frühe Liebe zum Ausdauersport, doch das trifft auf Manfred Meixner keineswegs zu. Er betreibt zwar seit seiner frühen Jugend Sport, aber in einem eher kleinen Bewegungsradius als Tischtennisspieler. Auf den „Langstrecken-Geschmack“ kam er durch den 2007 anlässlich der Eröffnung der Aiblinger Therme erstmals ausgetragenen Bäderlauf und danach ließ ihn die XXL-Lauflust nicht mehr los.

Er legte sich auf ihn zugeschnittene Trainingspläne zurecht, trainierte zielstrebig und absolvierte seinen ersten Marathon 2013 in München. „Zwar kommt einem als Einheimischer die Strecke des München-Marathons quer durch die Stadt noch einigermaßen bekannt vor, der Zieleinlauf im Olympiastadion ist aber für einen Hobbysportler schon etwas Besonderes“, erinnert er sich im Gespräch mit dem Mangfall-Boten an seinen „Marathon-Jungfernlauf“.

Manfred Meixner ist auch in Jerusalem einen Marathon gelaufen.

Teilnahe am nördlichsten Lauf der Welt

Doch mit der Teilnahme nur an nationalen Läufen gab sich der Steuerberater nicht zufrieden. Beim nördlichsten Lauf der Welt 2015 im kalten Spitzbergen begleitete ihn seine Tochter Sarah, die dort die Halbmarathonstrecke lief. Einen reizvollen klimatischen Kontrast dazu bildete sein Start auf der Tahiti-Insel Moorea. „Der Start dort ist noch in der kühlen Nacht, aber dann wird es schnell schwülwarm und da ist das Trinken besonders wichtig“, schildert er.

Als „ein besonderes Ereignis mit Gänsehautfeeling“ bezeichnet er den New York-Marathon. „Beim teilnehmerstärksten Marathon der Welt mit bis zu 55 000 Teilnehmern stehen entlang der Strecke über 1,5 Millionen Zuschauer, die einen mit ihrem Applaus förmlich ins Ziel tragen“, schwärmt er. Dagegen hätten beim Patagonien-Marathon im Torres-del-Paine-Nationalpark in Chile lediglich drei Zuschauer für „Stimmung“ gesorgt. „Dafür war die Landschaftskulisse mit den schneebedeckten Anden-Gipfeln beeindruckend“, beschreibt er. Diese sei wiederum nicht zu vergleichen mit einem Marathon durch Jerusalem mit der Altstadt und dem Felsendom im Hintergrund. Seinen „jüngsten“ Lauf bestritt er im Januar 2022 in der Antarktis zusammen mit Tochter Carina, die dabei erstmals die volle Marathondistanz bewältigte.

Der Natur„schutzlos ausgeliefert“

Schon die Anreise war marathon-ähnlich: Sie führte per Flugzeug über Buenos Aires nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Von dort aus ging es mit dem Schiff in rund 36 Stunden zur South Shetland-Inselgruppe, zu der die King-George-Insel gehört. Auf ihr sind mehrere internationale Forschungsstationen angesiedelt. Während die anderen Marathon-Strecken meist flach verlaufen, bedeutete der Antarktis-Marathon mit seinen knapp 1000 Höhenmetern sowie mit einer Strecke durch Schnee und Matsch eine besondere Herausforderung. „Zudem ist man dabei den Launen der Natur, mit Schnee, Nebel, Wind, kurze Zeit später Sonnenschein, nahezu schutzlos ausgeliefert“, erläutert der Bad Aiblinger und bekennt: „Marathonlaufen ist eine Sucht und ich genieße beim Überqueren der Ziellinie das Glücksgefühl.“

Auf die Marathonläufe bereitet sich Manfred Meixner jeweils zehn Wochen lang vor mit drei wöchentlichen Trainingseinheiten (mit Intervalltraining), davon zweimal über sieben bis zehn Kilometer und einmal über 30 Kilometer. Als nächstes sportliches Ziel hat er die Serie der „großen Marathons“ in New York, Berlin, Chicago, Boston, London und Tokio ins Auge gefasst. Ein ambitioniertes „Paket“ - belohnt mit sechsfachem Ziellinien-Glückgefühl.

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