Sein 30. Rennen

Dieser Marathon von Peter Jüstel geht durch die Wüste - mitten in Bruckmühl

Eine maskierte Fan-Delegation mit Christian und Doris Jüstel, Alisa und Maik Arnold, Margareta Neuwirth, Heidi Lindner und Sandra Arnold (von links) schickte Peter Jüstel auf die Halbmarathon-Strecke.
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Eine maskierte Fan-Delegation mit Christian und Doris Jüstel, Alisa und Maik Arnold, Margareta Neuwirth, Heidi Lindner und Sandra Arnold (von links) schickte Peter Jüstel auf die Halbmarathon-Strecke.
  • vonThorsten Neuwirth
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An einem ganz besonderen Marathon – dem „Virtual Dubai Run“ – hat jetzt der Bruckmühler Peter Jüstel teilgenommen. Mit einem originalen Dubai-Runners-Shirt und der Startnummer 204 machte er sich auf zu seinem 30. Marathon durch die „Wüste“ Bruckmühls.

Bruckmühl– Eigentlich sollte er seinen Jubiläumsmarathon ja schon im November laufen. Wir erinnern uns: Am 21. Oktober ploppte eine E-Mail mit italienischem Absender auf dem Laptop von Peter auf, und das Befürchtete trat ein. Das Organisations-Komitee aus Ravenna musste aufgrund der Corona-Großwetterlage den Marathon in Ravenna canceln. „Die Nachricht war ein harter Knock-Out, Ravenna wäre mein 30. Langstrecken-Run gewesen“, erinnert sich der Marathon-Fan an den Moment.

Für neue Ziele fit gehalten

Doch er raffte sich wieder auf: Nachdem sich die erste Zerknirschtheit gelegt hatte, schnürte der Spartenleiter der Leichtathleten des SV Bruckmühl wieder die Laufschuhe, denn „ein neues Ziel muss her und dafür muss die Fitness passen“. Wochen später löste die Internet-Recherche auf den verschiedensten Lauf-Plattformen bei Jüstel einen Jubelschrei aus. „Ich habe gedacht, er bekommt einen Herzinfarkt, so laut schrie er“, erinnert sich Ehefrau Doris.

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Grund seiner Euphorie: Die Virtualrunners informierten über den „Dubai Run“. Unter dem Motto „Die Perle Arabiens – Exklusive Moderne trifft auf Wüste und Tradition. Erlaufe dir deine wunderschöne Virtual Dubai-Medaille“ waren verschiedene Laufstrecken ausgeschrieben. Für den Einmaligkeitscharakter sorgte ein auf 500 Teilnehmer begrenztes Starterfeld.

Mit klirrenden Deckeln und Plakaten feuerten Margareta Neuwirth, Sophia, Regina und Anna Messerer, Doris Jüstel, Sandra und Maik Arnold mit Alisa (von links) sowie Josef Messerer (mit Plakat) den Marathon-Men an.

„Als ich die Ausschreibung gelesen hatte, schnellte mein Puls bestimmt auf 185“, erzählt der Langstrecken-Spezialist schmunzelnd, denn „da wollte ich unbedingt dabei sein“. Innerhalb weniger Minuten hatte er alle Anmeldemodalitäten für die Halbmarathon-Distanz an die Veranstalter abgesandt. Und schon wenige Tage später lag das originale Dubai-Runners-Shirt mit der Startnummer 204 im Postkasten.

Viele maskierte Fans an der Strecke

Endlich kam dann auch der Tag der Entscheidung. Die offizielle Startzeit war für die Läufer aus Mitteleuropa auf 10 Uhr terminiert. Bis in die Haarspitzen motoviert ging Jüstel das Projekt „Dubai Halbmarathon“ an – in Bruckmühl versteht sich. Eine kleine Fan-Delegation schickte den SVBler mit Rasseln und lauten Anfeuerungsrufen vom Hermann-Löns-Weg auf die Strecke. Jüstel hatte sich für einen Rundweg über Hinrichssegen, Weihenlinden, Högling, Noderwiechs und Kirchdorf entschieden. Die Runde absolvierte er dann zweimal.

Als Wasserträger auf zwei Reifen begleitete ihn Sohn Christian. Als Streckenposten fungierte Tochter Sandra mit Ehemann Maik und Enkelin Alisa. In der Dorfmitte von Högling versorgte die Familie Messerer den „Dubai-Läufer“ mit warmen Getränken. Und auch hier sorgte eine kleine „maskierte“ Fan-Gruppe für eine große Portion Motivation.

Halbmarathon in 1,52 Stunden geschafft

Zur besten „High-Noon-Zeit“ kam der SVB-Spartenleiter überglücklich nach 21,11 Kilometer und einer Laufzeit von 1:52:26 Stunden an der heimischen Haustür an. Traditionell lief er dabei die letzten Meter mit einer bayerischen Fahne in der Hand.

Nach dem Duschen mussten dann schnell noch die einzelnen Laufzeiten eingegeben und die Formalitäten abgesandt werden.

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„Als dann die goldfarbene Dubai-Run 2021 Medaille zusammen mit der Finisher-Urkunde im Briefkasten lag, kamen noch einmal die Emotionen hoch. Ich hätte nie gedacht, dass selbst ein viruteller Lauf so viel Spaß machen kann“, freut sich Peter Jüstel.

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