Viele Beschwerden über Müll

Mangfallufer, wir haben ein Problem – Polizei kontrolliert an beliebten Partyplätzen

Polizei und Sicherheitswacht bereiten sich auf einen Rundgang am Mangfalldamm vor.
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Polizei und Sicherheitswacht bereiten sich auf einen Rundgang am Mangfalldamm vor.
  • vonKathrin Gerlach
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Lagebesprechung am Mangfallufer. Polizeihauptkommissar Michael Fritz von der Aiblinger Polizei und Thorsten Bäcker vom Ordnungsamt der Stadt stimmen die Männer der Sicherheitswacht Mangfalltal auf den Abend ein. „Wir haben hier ein großes Müllproblem“, informiert Bäcker.

Bad Aibling – An beliebten Treffpunkten, Bade- und Feuerstellen werde so viel Müll hinterlassen, dass der Bauhof fast täglich ausrücken müsse, um entlang des Mangfallufers aufzuräumen. Hinzu kämen viele Beschwerden von Anwohnern wegen Ruhestörungen an beliebten „Partyhochburgen“ entlang der Mangfall.

Deshalb wollen Stadt und Polizeiinspektion in den Sommermonaten verstärkt die Ufer kontrollieren und die Verursacher zur Rechenschaft ziehen.

Pünktlich am Tag der Schulabschlussfeiern und Ferienbeginn war die erste Kontrolle von Sicherheitswacht und Polizei angesetzt. „Wir wollen heute nicht sanktionieren, sondern sensibilisieren. Wir wollen mit den Leuten reden, sie aufklären und natürlich auch zeigen, dass wir da sind und uns um Müllsünder und die Sorgen der Anwohner kümmern“, erklärt PHK Fritz.

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Nördlich der Altwasserstraße beginnt der Einsatz. Am Ufer sitzt ein junger Mann. Er hat es sich mit einer Kerze und Wein gemütlich gemacht, genießt die Abenddämmerung. Unweit von ihm entfernt lassen sich zwei junge Frauen auf einem Findling in der Mangfall ihre Pizza schmecken. Sie sehen nicht so aus, als würden sie ihren Müll liegen lassen. Trotzdem gehen die Männer der Sicherheitswacht zu ihnen und klären sie auf. Zurück kommen sie mit der Antwort: „Na klar nehmen wir unseren Müll wieder mit. Wir wollen doch auch, dass es hier schön bleibt.“

Partyeinkäufe mit dem Einkaufswagen an den Mangfalldamm

Neben einer Bank stehen zwei Einkaufswagen: „Die Jugendlichen bringen ihre Partyeinkäufe damit direkt an den Mangfalldamm und lassen die Wagen dann einfach stehen“, weiß Bäcker. Aufräumen müsse es am Ende der Bauhof.

Am Willinger Weiher sitzt eine Gruppe Jugendlicher beim Bierchen. Sie feiern den letzten Schultag. Sie halten Abstand. Doch rundherum liegt Müll. „Der ist nicht von uns“, versichern sie. „Wir räumen unsere Sachen wieder weg.“

Ein paar Vernünftige räumen den Müll an derer mit weg

Polizist Fritz erklärt ihnen noch einmal die Corona-Regeln und mahnt: „Denkt daran, euch ab 22 Uhr so ruhig zu verhalten, dass ihr die Anwohner nicht stört.“ Es ist ein gutes Gespräch. Die Jugendlichen sind fröhlich und versprechen, am Ende auch den fremden Müll mit zu entsorgen.

Jugendliche feiern am Willinger Weiher. Nicht immer nehmen die Partygäste ihren Müll wieder mit.

Dann geht es entlang des Mangfallufers wieder zurück. Der junge Mann taucht inzwischen im Fluss. „Wir sollten später nochmal nach ihm schauen“, sagt Fritz. Er hat bemerkt, dass er angetrunken ist – eine gefährliche Kombination mit der Mangfall.

Auch im Freien gibt es Corona-Regeln

An diesem Abend ist es ruhig. Spaziergänger und Radfahrer teilen sich den Mangfalldamm. Auch Hundebesitzer sind dabei. „Auf dem Damm müssen die Hunde angeleihnt sein, unten am Wasser dürfen sie frei laufen“, erklärt einer der Sicherheitswachtler. Sie kennen die Regeln in Bad Aibling, Bruckmühl, Feldkirchen-Westerham und Kolbermoor.

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Erst im September wurde die Sicherheitswacht im Mangfalltal ins Leben gerufen. Nach 40 Unterrichtseinheiten hatten die Männer auf dem Aiblinger Christkindlmarkt ihren ersten Einsatz. Seitdem sind sie jeden Monat zwischen vier und 20 Stunden in Kooperation mit der Polizei auf Achse – neben der Arbeit und im Ehrenamt.

Die Reaktionen darauf sind positiv. Die Menschen sind dankbar dafür, dass jemand aufpasst. Und so geht es vom Mangfalldamm weiter in die Stadt. Um Präsenz zu zeigen und das Sicherheitsgefühl der Aiblinger zu stärken.

Aiblings Bürgermeister zu Müll und Lärm am Mangfalldamm

„Ich erwähne immer wieder gern die Schönheit unserer Kurstadt und die wundervolle Natur, die sie umgibt“, sagt Stephan Schlier, der Bürgermeister der Stadt Bad Aibling, und erklärt: „Die umfangreichen und naturgetreuen Maßnahmen zum Hochwasserschutz haben die Ufer der Mangfall zu einem beliebten Treffpunkt und Ort der Entspannung werden lassen.“

Leider würden nicht alle Besucher das naturnahe Erlebnis in der Stadt als willkommene Abwechslung vom Alltag annehmen, das es zu schützen gelte, um allen einen ungestörten Naturgenuss zu ermöglichen. „Deshalb wäre es wünschenswert, wenn sich alle Nutzer vorbildlich verhalten würden, und nicht alle möglichen Abfälle– darunter Glasflaschen und Scherben am Mangfallufer zurückließen“, betont Schlier.

Sauberkeit kann ansteckend sein

Denn der Müll verursache nicht nur Gefahren und Ärger, sondern auch Kosten: „Der Bauhof der Stadt Bad Aibling ist fast täglich bemüht, die Hinterlassenschaften zu beseitigen, um dieses naturnahe Freizeitangebot für unsere Bürger zu erhalten“, macht er deutlich. Der Aufwand sei enorm und verschlinge zudem die Steuergelder der Bad Aiblinger.

Schlier appelliert an alle Naturfreunde: „Bitte helfen Sie mit, dieses Kleinod zu erhalten. Sauberkeit kann ansteckend sein: Wo kein Müll herumliegt, ist die Versuchung geringer, den eigenen Abfall liegen zu lassen.“

Dabei ist der Bürgermeister überzeugt davon, dass 80 Prozent der Bürger ihren Müll in den Papierkörben entsorgten oder wieder mit nach Hause nähmen. Zugleich verweist er auf das Recht der Nachtruhe: „Ich bitte eindringlich darum, sich nach 22 Uhr so zu verhalten, dass die Allgemeinheit nicht durch Lärm belästigt wird.“

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