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Boom in den heimischen Gärten

Mangfalltal: Pflanzen und Ernten in Corona-Zeiten voll im Trend

Ob Obstbäume, Beerenstauden, Gemüsepflanzen oder Kräuter: Alles was essbar ist, herrlich blüht oder duftet, ist bei den Baumschulen oder Gärtnereien in Coronazeiten stark nachgefragt. Dazu zählen auch die über 60 Tomatensorten, die Michael Kefer (Gärtnerei und Blumenhof Kefer) in Bad Aibling im Sortiment hat.
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Ob Obstbäume, Beerenstauden, Gemüsepflanzen oder Kräuter: Alles was essbar ist, herrlich blüht oder duftet, ist bei den Baumschulen oder Gärtnereien in Coronazeiten stark nachgefragt. Dazu zählen auch die über 60 Tomatensorten, die Michael Kefer (Gärtnerei und Blumenhof Kefer) in Bad Aibling im Sortiment hat.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Urlaub und Freizeit daheim in Zeiten der Corona-Pandemie – da machen es sich viele Menschen nicht nur in den eigenen vier Wänden richtig schön. Auch der Garten rückt hier enorm in den Fokus. Die Nachfrage in Baumschulen und Gärtnereien ist enorm.

Bad Aibling – So stellten etwa Obst- und Gartenbauvereine in der Region fest: „Nachdem im letzten Jahr nicht nur vermehrt Haustiere angeschafft wurden, sondern auch der Garten viel Aufmerksamkeit bekam, sind die Baumschulen nahezu ausverkauft.“ Petra Widhammer vom Obst- und Gartenbauverein Willing sagt: „Wir konnten nicht wie gewohnt die gewünschten Sorten angeben, sondern haben aus dem bestehenden Sortiment ausgesucht.“ Ähnlich sah es beim Obst- und Gartenbauverein Feilnbach-Wiechs-Litzldorf aus, wie die Vorsitzende Gerti Seebacher bestätigt.

„Noch randvoll mit schönen Pflanzen“

Anders beim Baumschulpark Sandmann in Maxlrain. Dass manches knapp werden könnte, hatte Inhaber Robert Sandmann schon eingeplant und deshalb frühzeitig bestellt: „Im Frühjahr war alles zu haben, wir sind auch jetzt randvoll mit schönen Pflanzen.“ Doch manches sei in der Tat knapp am Markt, Zulieferer seien zum Teil ausverkauft.

Ein absolutes Boom-Thema sei das, von dem die Branche sehr profitiere. Sandmann spricht von einem fast schon historischen Umsatzsprung von zehn bis 15 Prozent in den vergangenen Jahren. Eine Verknappung bei der Ware stellt er schon seit rund drei Jahren fest. Durch die Nachfrage in der Pandemie werde dies noch verstärkt.

Doppelte Menge an Him- und Blaubeeren geordert

„Was können die Menschen in ihrer Freizeit schon groß machen im Moment? Die, die es sich leisten können, sind bereit Geld für ihr Gärten, Terrassen und Balkone auszugeben. Das ist etwas fürs Herz und zählt zu den wichtigen weichen Themen wie Reisen, Essengehen, Kuren – nur dass Letzteres derzeit sehr eingeschränkt möglich ist.“

Gemüsepflanzen sowie Obstbäume und -sträucher, vor allem Spalierobst, seien enorm gefragt. „Äpfel, Birnen, Johannis- oder Stachelbeeren – alles, was man essen kann, wird verstärkt in den heimischen Gärten angepflanzt“, so seine Beobachtung. Deshalb hat er beispielsweise auch die doppelte Menge an Blaubeeren und Himbeeren geordert.

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„Die Menschen wollen die Pflanzen sehen, anfassen, riechen. Und: Sie wollen beraten werden.“ Dabei sei die Kaufkraft im Großraum München – „eine Boomregion“ – enorm. Beratung und Fachwissen seien ebenfalls sehr gefragt, und hier kommt Sandmann auf das eigentliche Problem seiner Branche: den Fachkräftemangel in den sogenannten grünen Berufen. „Das führt dazu, dass alles knapper wird und zudem die Preise explodieren.“ So entwickelten sich Bäume und Co. mehr und mehr zu Luxusgütern. Die Nachfrage sei dennoch da.

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Dass sich die Menschen verstärkt mit Pflanzen beschäftigen, fällt auch Gerti Seebacher auf. Nicht nur was die Obstbäume angeht: „Gerade Salat und Kräuter sind ein ganz großes Thema.“ Kräuter, Tomaten, Gurken – das sind auch die Renner im „essbaren Angebot“ im Blumenhof Kefer an der Feilnbacher Straße. „Die Nachfrage ist in jedem Fall während der Pandemie größer geworden“, sagt Junior-Chef Michael Kefer, der sein Geschäft erst vor zwei Wochen erstmals seit Beginn des Lockdowns überhaupt wieder aufsperren durfte.

Auswahl aus über 60 verschiedenen Tomatensorten

Bei ihm fragen die Kunden vor allem auch nach Tomaten – über 60 Sorten hat er im Angebot, davon viele sehr alte Sorten. Ebenso groß sei die Nachfrage nach allem, was schön blüht, gut duftet und auch besonders bienen- beziehungsweise generell insektenfreundlich ist, hat er festgestellt.

Viele Leute haben, so scheint es auch ihm, die Lust am Garteln und an der Natur im Lockdown entdeckt oder wiederentdeckt, schätzen eine große Auswahl und gute Beratung. So etwa ein Kunde aus dem Oberland, der einen Gemüsegarten geerbt habe und für den Kefer die Planung übernommen hat.

Starker Trend zur Nachhaltigkeit

Und noch etwas stellt er fest: der Trend zur Nachhaltigkeit und zurück zum Ursprünglichen. So produziert sein Betrieb unter anderem auch Wildpflanzen für die Biosphärenregion Berchtesgadener Land unter Verwendung regionalen Saatguts zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

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