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Die Tradition lebt weiter

Nur 1,13 Meter hoch: Mietraching hat einen ganz besonderen Maibaum

Schwaiberl, Taferl, Hausschmuck – an alles ist gedacht. Höbel
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Schwaiberl, Taferl, Hausschmuck – an alles ist gedacht. Höbel
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Zum zweiten Mal in Folge wegen Corona aufs Maibaumaufstellen verzichten? Das wollte Norbert Höbel vom Mietrachinger Stopselclub dann doch nicht. Er zog sich in den heimischen Keller zurück – und sorgte am 1. Mai dafür, dass die Tradition nicht ganz ins Wasser fiel.

Bad Aibling – Allerorten im Mangfalltal fiel das Maibaumaufstellen am 1. Mai flach. Allerorten? Nein, in Mietraching ließ es sich Norbert Höbel vom Stopselclub nicht nehmen, das weißblaue Traditionsstangerl allen Umständen zum Trotz aufzustellen.

Zwar in der Miniaturausführung, aber mit allem Drum und Dran – mit vorherigem Maibaumdienstahl, mit Gockel an der Spitze und sogar mit „Musikkapelle“. „Der Ablauf war identisch mit einem echten Maibaum-Aufstellen“, so der Mietrachinger.

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Eigentlich hätte der Stopselclub bereits im vergangenen Jahr den echten Maibaum beim Wirt aufstellen wollen. „Er war schon umgeschnitten und lag bereit, doch wegen Corona musste alles abgesagt werden“, so Höbel. Als feststand, dass es auch heuer nichts wird zum 1. Mai, machte er sich kurzerhand zuhause an die Arbeit.

Maibaumdieb kam völlig unerwartet

Sein Briefkasten am Kanalweg, den er gerne passend zu Anlässen wie Nikolaus oder Heiligdreikönig dekoriert, diente nun als Kulisse für die beliebte Tradition. Den 1,13 Meter hohen Maibaum baute Höbel selbst, versah ihn mit Taferln aus Kronkorken von Maxlrainer Bierflaschen und verpasste ihm einen weißblauen Anstrich.

Bei der Gestaltung hat Norbert Höbel nichts dem Zufall überlassen.

Bestens bewacht – „von Spielzeugfiguren“, schmunzelt der 53-Jährige – lagerte der Baum zwei Wochen in seinem Keller. Dennoch gelang es seinem Spezl Sepp Waldleitner, das gute Stück zu stehlen. „Unerlaubterweise hatte er Hilfe von meiner Tochter“, sagt Höbel.

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Es folgten die Verhandlungen „wie im richtigen Leben“. Und die Brotzeit samt Bier haben Maibaumbesitzer und Maibaumdieb dann gemeinsam – „aber im gebotenen Abstand“ – miteinander verzehrt. Rechtzeitig zurückgebracht hat der Waldleitner Sepp den Maibaum auch. Er hat sogar extra noch einen Gockel für die Maibaumspitze geschnitzt.

Die Miadakina Maibaum-Szenerie hat Norbert Höbel im Detail nachgebaut.

Das Material zum Aufstellen wurde von kleinen Spielzeugbulldogs angeliefert, auch die Schwaiberl brachte Höbel fachgerecht an. Nicht fehlen durften die Musikanten, ebenfalls allesamt Spielzeugfiguren, die er im Laufe der Jahre zusammengesammelt hat. Auch der zu einem Häuschen umfunktionierte Briefkasten wurde dem Anlass entsprechend mit einer Fahne in Weiß-Blau geschmückt.

Der Baum steht, die Musikanten spielen.

Alle hoffen jetzt auf das Jahr 2022

Auch wenn coronabedingt die Zuschauer beim Maibaumaufstellen fehlten und diesmal wieder nicht groß gefeiert werden konnte, so erfreut der Anblick des heuer ungewöhnlich ausgefallenen Maibaums an der Kanalstraße doch jeden Betrachter.

Gemeinsam mit den anderen Stopselclubmitgliedern und allen anderen Mietrachingern hoffen Höbel und Waldleitner nun aber, dass es im Jahr 2022 doch endlich wieder einen richtigen Maibaum geben wird, mit allem, was dazugehört – und dann wieder in der Originalversion.

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