Maibaum muss vorzeitig fallen – Sonnenwiechser Ortsmitte ist leer

Das vorzeitige Lebensende des einst stolzen 28 Meter langen Sonnenwiechser „Traditions-Stangerls“. Neuwirth

„Das war die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit, auch wenn einem dabei das Herz blutet“, sagt Baum-Meister Hans Niedermeier nach der vorzeitigen Fällaktion des Sonnenwiechser Maibaums mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Der alte Maibaum musste fallen, ein neuer wird 2021 aufgestellt.

Bruckmühl „Da huift ois nix, da Baam muas umglegt werd´n, d`Sicherheit geht einfach vor“, lautete sein klares Fazit Anfang März nach eingehender Untersuchung des Sonnenwiechser Maibaums.

Pilzbefall bis in 20 Meter Höhe

Der Schwammerlbewuchs hatte dem bayerischen Holzstangerl vor allem in den letzten Monaten intensiv zugesetzt. Bis auf eine Höhe von knapp 20 Metern hatte sich der Pilzbewuchs bereits ausgedehnt und dadurch den Verwitterungsprozess deutlich beschleunigt.

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Aus Sicherheitsgründen wurde dem Sonnenwiechser Traditionsbaum nun in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Bruckmühl „das Leben ausgehaucht“.

Aufgestellt mit 50 Mannsbildern

Dauerte die Aufstellaktion in die Senkrechte mit einer großen Portion „Irxenschmoiz“ von gut 50 kräftigen Mannsbildern und acht „Schwaiberl-Stangen“ Anfang Mai 2017 noch 92 Minuten, war der Weg zurück in die Waagrechte schneller vollzogen.

Auf den Boden geht‘s mit dem Kran

Nach dem Lösen der Bodenverankerung sowie dem Abmontieren der Maibaum-Tafeln mit der Feuerwehr-Drehleiter war es dann mit einem Kranwagen und Radlager in nur drei Minuten und 25 Sekunden erledigt.

Neues Leben als Sitzbankerl

Kaum war der 28 Meter lange Maibaum umgelegt, wurde er fachmännisch in zwei Meter lange Stücke zerlegt. Letztere sind übrigens ganz schnell in Sitzbankerl oder Dekorationsstücke für Grundstücke und Gärten umgewandelt worden.

2021 wird ein neuer Maibaum aufgestellt

Allzu lange wird die Mitte des ältesten Bruckmühler Ortsteils aber nicht leer bleiben. „Schon im kommenden Jahr werden wir traditionell wieder einen neuen aufstellen“, versprach Niedermeier, nachdem die letzten Holzspäne zusammengekehrt waren. Und dann aber ganz sicher ohne Corona.

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