Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


AUSZEICHNUNG FÜR DAS STADLTHEATER BRUCKMÜHL

Lustspiel beschert Mundart-Preis

Einmal auf der Bühne ohne zu spielen: Das Ensemble des Stadltheaters Bruckmühl bei der Verleihung des Amateurtheaterpreises „Larifari“.

Die Freude ist Vorstand Peter Iberle ins Gesicht geschrieben. „Sein“ Stadltheater Bruckmühl hat den bayerischen Amateurtheaterpreis „Larifari“ in der Kategorie „Mundart“ gewonnen. Erfolgsbringer war dabei das Stück „Alpenglühn und Männertreu“ aus der Spielsaison 2016/2017.

Bruckmühl – „Die Bühne scheint mir der Treffpunkt von Kunst und Leben zu sein“, sagte einst der irische Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor Oscar Wilde. Und trifft mit dieser Beschreibung auch beim Stadl-theater Bruckmühl ins Schwarze. Das rührige Ensemble, 1991 gegründet, begeistert mit seinen Aufführungen seit Jahren Jung und Alt in besonderer Weise.

Nicht nur die regionalen Zuschauer wissen um das Vergnügen – auch die Jury des bayerischen Amateurtheaterverbandes (VBAT). Sie verlieh dem Stadltheater für die Aufführung des Lustspiels „Alpenglühn und Männertreu“ von Cornelia Willinger, unter der Regie von Heidi Heynen und Uli Burggraf, den „Larifari“ in der Kategorie „Mundart“.

Dieser Preis ist eine Auszeichnung, die der Verband alle zwei Jahre vergibt. Ziel ist es, die Vielfalt des Amateurtheaters vorzustellen und über die künstlerische Reflexion den gesellschaftlichen Diskurs anzuregen.

Der Amateurtheaterpreis wird in fünf Kategorien (Mundart, Boulevard, Schauspiel, Kinder und Jugend, Figuren) ausgeschrieben. „Für jede Kategorie gab es eine Nominierungsjury. Im Vordergrund der Vergabe stand die künstlerische Arbeit eines Ensembles, die repräsentativ und zugleich wegweisend für das Amateurtheater ist“, erläuterte Iberle gegenüber unserer Zeitung. 94 Theater aus allen Bezirken haben sich in den verschiedenen Kategorien beworben. Die durchweg überzeugenden Arbeiten machten der Jury die Gewinnerermittlung nicht leicht.

Die Preisverleihung fand in der Penzberger Stadthalle im Rahmen eines feierlichen Festaktes statt. Neben dem Präsidenten des VBAT, Horst Rankl, sprachen als Ehrengäste: Dr. Johannes Bauer, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Penzberg, Sparkassendirektor Thomas Orbig, Vorsitzender des Vorstandes Sparkasse Oberland, Michael Asam, stellvertretender Bezirkstagspräsident, und Maria Els, Regierungspräsidentin von Oberbayern. Sie war zugleich in Vertretung von Ministerpräsident Dr. Markus Söder, der die Schirmherrschaft dieser Veranstaltung übernommen hatte, vor Ort.

Die Preisgelder und Preissymbole, die die Gewinner von Sparkassendirektor Orbig entgegennahmen, kamen aus Spendenmitteln der bayernweiten Gewinnsparlotterie des Sparkassenverbands Bayern. Die Bruckmühler werden ihr Preisgeld in ihren Ausflug Anfang August zum „Drachenstich“ in Furth im Wald verwenden. Denn eines ist klar: „Ohne eine super Mannschaft mit hoher Motivation würden der Erfolg und auch die Aufführungen nicht gelingen“, so Iberle. Wie Zahnräder müssten die einzelnen Getrieberädchen wie Bühnenbau, Maske, Schauspieler und Co. inei nandergreifen.

Dies stellten die Stadltheatertruppe sowie alle ersten Preisträger bei der Verleihung – mit ihrer Aufführung einer zehnminütigen Sequenz ihres jeweiligen Siegerstücks – unter Beweis.

Die Verleihung des bayerischen Amateurtheaterpreises ist ein kulturelles Ereignis, das von ehrenamtlichen, theaterbegeisterten Bürgern initiiert wurde und ausgeführt wird. Amateur bedeutet „Liebhaber“. Einmal mehr zeigte dieser Abend, dass die des VBAT, dem 680 Amateurtheater mit rund 60 000 Mitgliedern angeschlossen sind, regelrecht „beseelt sind von Liebe und Leidenschaft und mit diesem Feuer, das in ihnen brennt, die Herzen des Publikums immer wieder zu erwärmen“, so die Verbandsverantwortlichen.

Begonnen hat alles für das Stadltheater – nomen est omen – im Dorfstadl in Heufeldmühle. Von dort zog die Truppe nach Heufeld auf die Bühnenbretter in der Bahnhofswirtschaft. „Dort gaben wir auch Valentinaden zum besten“, erinnert sich Iberle. Doch nachdem das abbruchreife Gebäude gesperrt werden musste, waren die Akteure heimatlos. „Eine Zeit des ,Rumtingelns‘ begann. Wir gingen regelrecht auf Tournee nach Vagen, nach Törwang und in den Bruckmühler Bürgersaal“, so der Vorstand. Bei Letzterem sei aber der Aufwand mit jeweiligem Auf- und Abbau vor und nach den Aufführungen enorm gewesen. „Hier muss ich Bürgermeister und Gemeinderat danken. Sie gaben uns 1998 dann die Theaterhalle in der Justus-von-Liebig-Schule in Heufeld als dauerhafte Bleibe“, resümiert Iberle.

Der Verein mit 65 Aktiven – „bei uns bringt sich jeder ein“ – hat neun Jahre lang auch ein Kindertheater im Sommer (Teil des Maxlrainer Kultursommers) gemacht. Zusätzlich zu den Frühjahrs- und Herbststücken wurden diese einstudiert und auf die Bühne gebracht. „Auch beim Kultursommer wird auf Mundart geachtet. Die bayerische Sprache ist uns wichtig“, betont Iberle. Der „Larifari“ ist für die Gruppe Motivation und Lob für das Geleistete zugleich. „Dass wir bei der ersten Teilnahme gewonnen haben, freut uns natürlich besonders“, so der Vorstand.

Er und das gesamte Ensemble würden Stücke mit Herausforderung lieben. Deshalb stünde jetzt schon fest, dass man ab Oktober „Sog niemals nie“ – ebenfalls in Mundart – aufführen wird. Für das Frühjahr 2019 hat das Stadltheater wieder einen Klassiker im Programm: „Charlys Tante“, an die legendäre Verfilmung mit Peter Alexander angelehnt, und von Andi Kern als Bühnenstück verfasst.

Kommentare