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STADTRAT

Ludwigsbad-Areal: Weichen jetzt gestellt

Mit großer Mehrheit befürwortete der Stadtratdie neue Entwurfsplanung für die Bebauung des Ludwigsbad-Geländes.  Behnisch Architekten
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Mit großer Mehrheit befürwortete der Stadtratdie neue Entwurfsplanung für die Bebauung des Ludwigsbad-Geländes. Behnisch Architekten

Nach mehreren Anläufen sind die Weichen für die Bebauung des Ludwigsbad-Areals nun gestellt. Die umstrittenen „Hochhaus“-Pläne mit elf Stockwerken sind endgültig vom Tisch. Das höchste Gebäude auf dem Gelände wird sieben Geschosse umfassen.

Bad Aibling – Nach der vorangegangenen zweieinhalbstündigen Debatte über den Neubau der St.-Georg-Grund- und Mittelschule (wir berichteten) hielt Planer Stefan Behnisch (Behnisch Architekten) die Vorstellung der neuen Ludwigsbad-Pläne erfrischend kurz. „Es wird kein Hochhaus als Solitär im Zentrum und auch kein zusätzliches Gebäude im Park geben“, lautete seine Nachricht für das Gremium. Stattdessen seien eine vier- bis fünfgeschossige Bebauung sowie ein Baukörper mit sieben Stockwerken geplant.

„Aiblinger Modell“ wird integriert

Das Konzept sieht zu 40 Prozent eine gewerbliche sowie zu 60 Prozent eine Wohnnutzung vor. In einem städtebaulichen Vertrag soll – wie vom Stadtrat mit Nachdruck gefordert – auch das „Aiblinger Modell“ integriert werden. Mit diesem wollen die Kommunalpolitiker einen Anteil an „bezahlbaren Wohnraum“ in den Aiblinger Baugebieten sicherstellen. Wie die Kriterien dafür genau aussehen sollen, muss allerdings erst noch erarbeitet werden (wir berichteten).

Die Dachneigung – ein weiterer sensibler Punkt in den kommunalpolitischen Diskussionen in Bad Aibling – beläuft sich auf sechs Grad: Es wird also keines der ungeliebten Flachdächer geben. Die Gebäude orientieren sich Behnisch zufolge an der umgebenden Bebauung. „Zur Rosenheimer Straße hin soll die Stadtkante mit urbanen Baukörpern stark betont werden“, erläuterte er weiter. Richtung Park hingegen ist eine Terrassierung, also eine „abgetreppte“ Bauweise vorgesehen.

Abkürzungen durch den Park

Gesunde Bäume auf dem Areal will man, wie Behnisch versicherte, erhalten und vor Beschädigungen schützen. Durch das Gelände hindurch ist überdies ein Wegenetz vorgesehen, so dass Abkürzungen durch den Park möglich sind. Die Zufahrt zur Tiefgarage soll über die Rosenheimer Straße erfolgen. In dieser könnten laut Behnisch 210, bei einer Duplex-Ausführung bis zu 350 Stellplätze untergebracht werden. Oberirdische Stellplätze sind auf dem Grundstück selbst (30), an der Rosenheimer Straße (8) sowie an der Katharinenstraße (4) vorgesehen.

Irmengard Ranner-Sobihard (ÜWG) erkundigte sich, ob die fünfgeschossigen Gebäude an der Straßenfront nicht auch so ausgeführt werden könnte, dass das oberste Geschoss zurückgesetzt wird. „Das widerspricht dann wieder dem Gedanken des Satteldachs. Man kann alles diskutieren, aber irgendwann muss man sich schon mal überlegen, was man will“, hielt Behnisch entgegen.

Eine „verträglichere Optik“ forderte auch Florian Weber (Bayernpartei). Der siebenstöckige Baukörper war ihm immer noch zu hoch. „Für das Ortsbild ist das tragisch. Das wird sich mit Gebäuden wie der Alten Meierei oder der benachbarten Villa beißen. So sehr sollten wir Bad Aibling nicht verändern, schließlich sind wir eine oberbayerische Kleinstadt.“ Ansonsten zeigte er sich zufrieden, dass die meisten Forderungen des Stadtrates in der Planung berücksichtigt worden seien. Zu bedenken gab er noch die Lage der Tiefgaragenzufahrt an der Rosenheimer Straße: „Bei einem Stau am Bahnübergang ist dann an dieser Stelle alles blockiert.“

Richard Lechner (SPD) fragte nach, ob man die Häuser an der Katharinenstraße genauso abgestuft bauen könnte wie die in Richtung Park, um die „massive Wandfläche abzumildern“. Wenn es denn um die Größe der Flächen gehe, könne man doch eventuell einen Zwischenbau mit zwei Geschossen errichten, meinte der SPD-Stadtrat.

„Einheit nicht einfach zerpflücken“

Behnisch betonte, man müsse die Bebauung „als Gesamtes“ betrachten und nicht als „Sammelsurium von Einzelgebäuden“. Man könne die Einheit nicht einfach zerpflücken: „Wenn wir auf der einen Seite Geschosse wegnehmen, wird alles wieder durcheinandergeschoben.“

„Positiv überrascht, dass bei den Planungen so auf die Punkte, die uns wichtig waren, eingegangen wurde“, zeigte sich Rudolf Hofschneider (SPD). Er bezeichnete den Entwurf als guten Kompromiss und meinte, auch der Stadtrat müsse sich bewegen. Allerdings werde er das nicht bei der Stellplatzfrage tun, schob er hinterher.

Für die GOL bedauerte Heidi Benda, dass die ursprüngliche Planung vom Stadtrat abgelehnt worden war. Doch auch die aktuellen Pläne halte man für sehr gelungen. „Es wurde alles eingearbeitet, was der Stadtrat gewünscht hatte. Jetzt sollten wir nicht weiter diskutieren“, forderte sie. Dem schloss sich Thomas Höllmüller (CSU) mit den Worten „Es passt jetzt wirklich“ an.

Mit 17:4 Stimmen befürwortete der Stadtrat schließlich die neue Entwurfsplanung.

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