Viel Vorarbeit

Umzug vollbracht: Bruckmühler Verwaltung ab Dienstag in der „Wolldecke“ 13 und 29

Umzug der Verwaltung der Marktgemeinde Bruckmühl im Jahr 2021.
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Das kostet Kraft: Einen Mammutumzug unter dem Mund-Nasen-Schutz zu stemmen, ringt Christian Eismann, Jürgen Kroha und Charly Oprisiv ganz schön viel Kondition ab. 
  • vonThorsten Neuwirth
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Die erste Etappe des Umzugs ist gemeistert. Für etwa zwei Jahre hat die Bruckmühler Verwaltung jetzt in der ehemaligen Wolldeckenfabrik ihre Zelte aufgeschlagen. Am Dienstag, 12. Januar, geht die Verwaltung hier wieder ans Netz. Ist der Umbau des Rathauses abgeschlossen, folgt der zweite große Umzug.

Bruckmühl – Dem Mammutprojekt gingen 32 Wochen intensivster Planungszeit voraus. An den drei finalen Umzugstagen – am Donnerstag, Freitag und Montag – erwiesen sich Markus Zehetmaier, Fachbereichsleiter Immobilienwirtschaft, Rathaus-Hausmeister Christian Heimgartner und Gemeinde-Gebäudemanager Sezer Dogan als perfekt abgestimmtes Trio. „Wir haben uns wie ein altes Ehepaar verstanden. Da genügte ein Fingerzeig“, sagt Zehetmaier mit einem Augenzwinkern.

Die besondere Herausforderung war das perfekte Timing für das komplette Umzugsprozedere mit einer Vorgabe: Die Verwaltung sollte so kurz wie nötig vom Dienstbetrieb abgeschaltet sein. „In den letzten Tagen hat das gesamte Verwaltungsteam die Ärmel hochgekrempelt und beim Packen mit hingelangt, das war einmalig“, zollt Zehetmaier seinen Kollegen Respekt.

Außergewöhnlich gute Vorarbeit in Bruckmühl

Am Donnerstag, 6.52 Uhr, ging es schließlich los. Wenige Minuten später traf Tobias Merkel-Schindlbauer mit seinem 20-köpfigen Logistikteam, drei Lkw und einem Außenaufzug ein. „So eine ausgeklügelte Vorarbeit finden wir nur selten vor“, lobt der Umzugsprofi die Bruckmühler.

Und schon geht es Schlag auf Schlag: In 28,5 Stunden werden 2551 Umzugskartons und 90 Prozent des Büro-Mobiliars ins neue „Rathaus“ in der ehemaligen Wolldeckenfabrik transportiert. Besonders wichtige Verwaltungsunterlagen finden in abschließbaren Gitterboxen Platz. Wie bei einem Schweizer Uhrwerk greifen die Rädchen ineinander. Zwischen Unmengen von Kartons und Kisten in Rathausgängen und Büros sind nur Rollgeräusche und gelegentliche „Hilferufe“ zu hören. Das gleiche Prozedere spielt sich in 940 Meter Luftlinie in den Gewerbeparkgebäuden Nummer 13 und 29 ab.

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Das Umzugsteam kommt dabei mehr als sonst ins Schwitzen, denn: „Wir schleppen in neuneinhalb Stunden pro Kopf fast zwei Tonnen über mehrere hundert Meter, da wird die Luft unter dem Mund-Nasen-Schutz ganz schön knapp“, sagt Logistikfachkraft Lilly Lovorka und wischt sich den Schweiß von der Stirn.

Neben der „Hardware“ wird den neuen Rathaus-Räumlichkeiten auch eine moderne „Software“ mit 61 EDV-Arbeitsplätzen und zwei neuen physikalischen Servern implementiert. Das komplette EDV-Verfahren ist dabei auf 17 separate Server abgestützt. Die beiden Verwaltungsgebäude erhalten nicht nur eine Glasfaserverkabelung, sondern auch noch drei DSL-Anschlüsse für die Verbindung zum Behördennetz des Freistaates Bayern. „Das haben wir gemeinsam mit den Fachfirmen in nur 31,5 Stunden umgesetzt“, so Gemeinde-EDV-Leiter Nikolaus Briefer.

Eine logistische Meisterleistung

Am Ende des großen „Transport-Hipes“ ist Bürgermeister Richard Richter sichtlich zufrieden: „Das war eine logistische Meisterleistung meines Teams. In den beiden altehrwürdigen BWB-Gebäuden haben wir großzügige und lichtdurchflutete Büroflächen im angenehmen Arbeitsumfeld samt guter Ausstattung mit entsprechenden Sozialräumen schaffen können.“

Alle Büros und Sanitäranlagen sind barrierefrei, die oberen Etagen mit Fahrstühlen zu erreichen. Im Gebäude Nummer 29 kommen auch „Fitness-Begeisterte“ auf ihre Kosten. Wer den Lift nicht nehmen will, kann die 61 Stufen zu Fuß erklimmen. Der Rekord liegt derzeit bei 42 Sekunden.

Der Umzug in erstaunlichen Zahlen und Fakten

• Mit einer logistischen Meisterleistung wurde der Umzug der kompletten Verwaltungsorganisation der Marktgemeinde Bruckmühl von der Büroklammer über den Drehstuhl und den Aktenordner bis hin zum Panzerschrank in einer Rekordzeit von nur 31,5 Stunden über die Bühne gebracht.

• Dabei wurde an den drei Arbeitstagen eine Akten- und Mobiliarmasse von 96 855 Kilogramm mit einem Gesamtvolumen von 968 Kubikmetern vom Rathausplatz zum Gewerbepark in der Heufeldmühle bewegt.

Ein paar Zahlen und Fakten sollen das Mammutprojekt „Rathaus-Umzug“ veranschaulichen:

• Vorbereitungszeit: 32 Wochen, fünf Tage und eine Stunde,

• Umzugs-Team „Firma Schindlbauer“ aus Garching: 19 Männer und eine Frau, Durchschnittsalter 41,3 Jahre,

• Umzugs-Zeitraum: drei Tage á 9,5 Stunden,

• Fahrzeug-Einsatz: ein Lkw 18 Tonnen, ein Lkw 15 Tonnen, ein Lkw 7,5 Tonnen, ein Außenaufzug,

• Zu bewegende Transport-Masse: 96 855 Kilogramm,

• 968 Kubikmeter Umzugsvolumen,

• 2551 gepackte Umzugs-Kartons,

• Einsatz von 304 Möbel-Hunten (kleine Transportwagen mit Rollen),

• Einsatz von 33 EDV-Rollwägen,

• 6147 Umzugskisten-Aufkleber,

• 32 Kilogramm Seidenpapier zum Verpacken,

• 885 laufende Meter Regal Ab- und Aufbau für Gemeinde-Archivmaterial,

• 133 laufende Meter Regal Ab- und Aufbau,

• Der Tresor für die wichtigsten Gemeindeunterlagen wiegt ganze 687 Kilogramm – die Geheimnummer lautet 160 672.

Am 12. Januar geht das Rathaus wieder ans Netz

Am Montag, 11. Januar, wird im „neuen“ Rathaus noch ausgepackt. Ab Dienstag öffnet die Verwaltung dann auf dem Gelände der ehemaligen Wolldeckenfabrik in Heufeldmühle ihre Pforten. Das Bürgerbüro mit Standesamt und Friedhofsverwaltung, Einwohnermeldeamt, Gewerbeamt, Renten- und Sozialamt, Straßenverkehrswesen, Ordnungsamt, Steueramt und Kasse befindet sich jetzt im Gebäude 13 des Gewerbeparkes.

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Die übrigen Bereiche wie Bürgermeisteramt, Hauptamt, Kämmerei, Bauverwaltung sowie Wirtschaftsförderung und Liegenschaften sind im Haus 29 untergebracht. Die Telefonnummern der Mitarbeiter bleiben unverändert.

Zur besseren Orientierung finden die Bürger auf der Homepage der Marktgemeinde www.bruckmuehl.de einen Wegweiser, der aufzeigt, wo welcher Mitarbeiter künftig zu finden ist.

Wichtig: Aufgrund der Corona-Pandemie müssen sich die Bruckmühler auch weiterhin vor dem Besuch des Rathauses einen Termin machen.

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