Nach Gutachten

Zaun drum rum: Industriedenkmal „Altes Zementwerk“ in Litzldorf ist jetzt kein Ausflugsziel mehr

Das Industriedenkmal „Altes Zementwerk“ in Litzldorf soll nicht mehr touristisch beworben werden.
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Das Industriedenkmal „Altes Zementwerk“ in Litzldorf soll nicht mehr touristisch beworben werden.
  • vonKonrad Kriechbaumer
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Das Industriedenkmal „Zementwerk Litzldorf“ wird eingezäunt und touristisch künftig nicht mehr beworben. Der Grund: Einige Stellen drohen abzustürzen.

Bad Feilnbach – Bürgermeister Anton Wallner (CSU) informierte den Gemeinderat in der jüngsten Sitzung über notwendige Sicherheitsmaßnahmen. Denn: Nach Rücksprache mit der Versicherung der Gemeinde, die das Gelände samt Denkmal seit 1995 gepachtet hat, müssen die Stellen, die die Gefahr eines Absturzes bergen, abgesichert werden.

Zaun als Barriere laut Experten erforderlich

Eine Begehung mit Vertretern vom Landesamt für Denkmalpflege und der Kreisheimatpflege hatte ergeben, dass das Denkmal auf jeden Fall erhalten werden soll. Die Versicherung schlug eine Einzäunung bis zu einer Höhe von 1,80 Metern vor.

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Auch ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator hat sich der Sache angenommen. Sein Fazit: Ein Zaun mit einer Höhe von 1,20 Metern müsste als deutliche Barriere ausreichend sein. Die Sachlage sorgte teilweise für Unverständnis im Gemeinderat – bisher sei dort keiner zu Schaden gekommen. „Für uns als Kinder war das Zementwerk ein großer Abenteuerspielplatz, passiert ist da nie etwas“, erzählte Anton Wallner. Max Singer (ÜW) sah einen Handlungsbedarf für die Gemeinde: „Wenn ein Gutachter und die Versicherung sich die Sache schon angeschaut haben, sind wir auf jeden Fall im Zugzwang. Einfach nichts machen geht nicht.“

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Andreas Henfling (ÜW) schlug eine Naturhecke als natürliche Barriere vor. „So ein Maschendraht-Zaun um das Gelände wäre greislich“, fand er. Nach kurzer Diskussion beschloss der Gemeinderat, die notwendigen Absperrungen in Höhe von 1,20 Metern anbringen zu lassen. „Die Gemeinde erkennt das Gefahrenpotential durch Absturzbereiche im Gebiet des ehemaligen Zementwerks in Litzldorf“, lautete die Beschlussvorlage. Geschätzt 200 Meter Zaun seien für die Einzäunung notwendig. Die Kosten betragen geschätzt 20 .000 Euro, inklusive Beschilderung.

Unterstützung bereits signalisiert

Unterstützung soll die Gemeinde dabei von einem regionalen Zementwerk bekommen. Vorgespräche hätten bereits positive Signale ergeben, eine entsprechende Anfrage werde „wohlwollend geprüft“, berichtete Bürgermeister Wallner. Darüber hinaus soll das Denkmal nicht mehr touristisch beworben werden. „Das wurde von der Kur- und Gästeinformation bereits umgesetzt“, informierte Wallner über den Sachstand.

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