Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


„LOVE LETTERS“ FEIERT AM 9. JULI PREMIERE

Liebesbriefe aus Westerham mit Michael Pelzer und Theresia Benda-Pelzer

Das Stück „Love Letters“ mit den Westerhamer Laiendarstellern Michael Pelzer (links) und Theresia Benda-Pelzer hat am morgigen Freitag im Kulturzentrum Waitzinger Keller in Miesbach Premiere.
+
Das Stück „Love Letters“ mit den Westerhamer Laiendarstellern Michael Pelzer (links) und Theresia Benda-Pelzer hat am morgigen Freitag im Kulturzentrum Waitzinger Keller in Miesbach Premiere.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
    schließen

Das Stück „Love Letters“ feiert im Miesbacher Kulturzentrum Waitzinger Keller Premiere. Hauptdarsteller der szenischen Lesung sind Theresia Benda-Pelzer und Michael Pelzer aus Westerham. Regie führt die gebürtige Willingerin Steffi Baier.

Feldkirchen-Westerham/Miesbach – „Ich habe schon ganz schön Bauchkrummeln“, gibt Michael Pelzer zu. Dabei steht der 74-Jährige nicht zum ersten Mal auf der Bühne. Als langjähriger Bürgermeister von Weyarn, stellvertretender Landrat von Miesbach und Referent ist er es gewohnt, vor vielen Menschen zu sprechen. Bis zu 4000 Leute saßen schon im Publikum, wenn er am Rednerpult stand.

Aus geübtem Redner wird ein Schauspieler

Morgen sind es coronabedingt nur 100, und doch ist diesmal alles anders: „Ich lese die Worte eines anderen Menschen, gebe eine fremde Gefühlswelt wieder und nutze meine Stimme nach den Anweisungen der Regisseurin“, erklärt Pelzer. Während er morgen erstmals eine völlig neue, fremde Rolle spielen wird, steht seine Frau Theresia schon seit ihrem 15. Lebensjahr auf der Bühne. Erst im Schultheater, dann im Laientheater des Trachtenvereins Valley, später auf vielen anderen Bühnen und in Freilichtinszenierungen. „Mein wunderbarstes Stück war die ,Kiki van Beethoven‘ von Eric-Emanuell Schmitt in der Inszenierung von Steffi Baier im Jahr 2019“, erzählt die Verwaltungsfachangestellte, die zuletzt als Kämmerin in Weyarn tätig war.

Lesen Sie auch: IMPFMÜDIGKEIT IN DER REGION STÄRKER ALS ANDERSWO Im Kampf gegen Corona: Rosenheim macht seinem Ruf als Hochburg der Skeptiker alle Ehre

Nach einem Unfall 2014 musste sie ihren Beruf aufgeben, aber auf die Bühne kehrte die 61-Jährige nach einigen Jahren wieder zurück. „Ohne meinen Mann hätte ich das nicht geschafft“, blickt sie zurück. Deshalb ist das neue Stück „Love Letters“ in gewisser Weise auch eine Liebeserklärung an ihn und mit ihm, auch wenn die Liebesbriefe nicht aus der Feder der Pelzers stammen.

Geschrieben wurde das Stück vom Amerikaner Albert Ramsdell Gurney. Mit den „Love Letters“ erzählt er die Liebesgeschichte von Melissa Gardner und Andrew Ladd im Amerika der 30er-Jahre. Der Bogen ihrer Liebe spannt sich von der Schulzeit über ihre Studien- und Lehrjahre bis ins Erwachsenenalter und über den Tod von Melissa hinaus. „Ich war begeistert, als ich dieses Stück zum ersten Mal gesehen habe“, erinnert sich Theresia Pelzer. Und auch Regisseurin Steffi Baier ist fasziniert: „Die beiden Protagonisten haben sich in unsere Herzen geschlichen. Mit jeder Probe habe ich sie mehr schätzen-, lieben- und kennengelernt“, beschreibt sie.

Fünf Monate harter Proben

Im Frühjahr 2020 kamen die Pelzers mit dem Stück auf Baier zu. „Meine Frau wollte es unbedingt spielen, also haben wir es zu unserem gemeinsamen Projekt gemacht“, so Michael Pelzer. Mitten in der Corona-Krise waren Proben mit zwei Personen aus einem Haushalt nahezu perfekt. Erst daheim am Tisch, dann auf der großen Bühne des Waitzinger Kellers.

Die größte Herausforderung für die Darsteller: „Das erste Mal ist es nur meine Stimme, die die Worte der Liebenden ohne Mimik, Gestik und Aktion in Szene setzt“, beschreibt Theresia Pelzer. Eine völlig neues Genre, für das sie und ihr Mann Michael fünf Monate lang hart geprobt haben. Mit ihrer Regisseurin und mit Sprachlehrer Martin Pfisterer aus München. Jetzt wissen sie, wie schwer es ist, „die Musik hinter den Worten und die Leidenschaft hinter dieser Musik“ (Nietzsche) auszudrücken.

Das könnte Sie auch interessieren: GEMEINDERAT WILL KEINE EIGENE WOHNUNGSBAUGESELLSCHAFT Soziales Wohnprojekt in Feldkirchen bleibt auch nach 15 Jahren weiter in der Warteschleife

Sie üben auch heute noch, kurz vor der Premiere des Stückes: „Wir lesen unsere Dialoge zu Hause, nehmen sie auf, hören sie mit geschlossenen Augen an und erkennen so, wo wir an unserer Stimme noch arbeiten müssen, um die Emotionen, die die Worte transportieren, hörbar zu machen“, beschreibt Theresia. Und auch ihr Mann Michael, der Sprache schon lange nutzte, hat die Klaviatur dieses Instruments ganz neu begriffen: „Ich habe keinen Sichtkontakt mit dem Publikum, kann nicht auf die Menschen reagieren, lese fremde Texte, gebe fremde Gefühle wieder – und muss allein mit meiner Stimme anderthalb Stunden lang Spannung aufbauen.“

Ein Lehrstück von Liebe und Prägung

Und die Liebe? „Das Stück zeigt, wie Menschen und ihre Beziehungen durch ihre Prägung in der frühen Kindheit in ihren Ur-Familien beeinflusst werden, und wie aufbauend oder zerstörerisch diese Prägung sein kann“, sagt Michael Pelzer. Seine Frau legt mit den Erfahrungen von Melissa und Andrew noch mehr Wert auf wohlgewählte Worte in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Dass Liebe wirklich mit dem ersten Blick beginnen kann, glauben beide, denn daran können sie sich noch genau erinnern, auch wenn es bei ihnen nach dem ersten Blick noch viele Jahre dauerte, ehe sie ein Paar wurden.

Das Stück „Love Letters“ hat am morgigen Freitag, 9. Juli, um 20 Uhr, im Kulturzentrum Waitzinger Keller Premiere. Karten für diese und die Vorstellung am Samstag, 10. Juli, gibt es unter Telefon 0 80 25/7 00 00 oder per E-Mai unter ticket@waitzinger-keller.de. Noch gibt es einige wenige Karten für die beiden Vorstellungen. Sollte die Nachfrage größer als das coronabedingte Platzkontingent sein, findet am Freitag, 16. Juli, eine weitere Vorstellung statt.

Kommentare