Letzte Konsequenz: Wird die Wertstoffinsel in Hichrichssegen aufgelöst

So könnte es immer aussehen, wenn sich alle an die Regeln halten und ihren Müll „sortenecht“ entsorgen.

Die Touristen, die es nach Hinrichssegen zieht, sind nicht willkommen. Denn es sind Mülltouristen, die die Wertstoffinsel gnadenlos vermüllen. Zum Ärger der Anwohner, die von Gestank, Ungeziefer und Unordnung gestört werden. Wenn sich das nicht ändert, wird die Wertsoffinsel geschlossen.

Von Johann Baumann

Bruckmühl– Es ist keine zwei Monate her, dass über skandalöse Zustände an der Wertstoffinsel am Mangfallparkplatz in Hinrichssegen berichtet wurde. Erst im März wurden dort unter anderem alte Gartenmöbel, eine Matratze und sogar eine Waschmaschine illegal entsorgt. Die IG Hinrichssegen hatte darauf hingewiesen und auf eine Änderung des Entsorgungsverhaltens der Bürger gehofft – zumal das Landratsamt 15 Bußgeldverfahren eingeleitet und Detektive eingesetzt hatte.

Keine Angst vor Geldbußen

Doch selbst die Androhung von möglichen Geldbußen zeigt keine Wirkung. Im Gegenteil: Die Wertstoffinsel Hinrichssegen bleibt weiter ein Müllsünder-Hotspot. Vor einigen Tagen wurden dort sogar Säcke mit Rasenschnitt und Grüngut abgestellt. Dieses rücksichtslose Verhalten kann nicht einmal mit einem Navi-Versagen erklärt werden. Mit einem gesunden Menschenverstand und anständigem Bürgersinn ohnehin nicht.

Umso empörter sind die Anwohner. „Wir sind stocknarrisch“, erklärt die Vorsitzende der Interessengemeinschaft Hinrichssegen, Anita Juschka, und fährt wütend fort: „Zwei Kilometer weiter in Noderwiechs ist die Kompostieranlage, wo Grüngut kostenlos abgegeben werden kann.“

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Sie schildert, dass sich unter den vor Kurzem unerlaubt abgestellten Gegenständen auch zahlreiche Plastikflaschen, Gerümpel und sogar ein etwa ein Meter großer Teddybär befanden. „Die Erwachsenen, die so etwas tun, sind doch fürchterliche Vorbilder für ihre Kinder, die dann vielleicht freitags für die Umwelt demonstrieren“, äußerte sie aufgebracht.

Die IG Hinrichssegen habe sich bereits an das Landratsamt gewandt und angesichts der immer wiederkehrenden Müllverstöße dringend um eine Videoüberwachung der Wertstoffinsel gebeten. Die Behörde schiebt jedoch den „Schwarzen Video-Peter“ der Marktgemeinde Bruckmühl zu. Diese sei für die Maßnahme auf dem Gemeindegebiet zuständig.

Videoüberwachung ist in Vorbereitung

Bürgermeister Richard Richter verurteilt die wilden Ablagerungen auf Schärfste. Er bestätigt, dass die Möglichkeit der Videoüberwachung derzeit im Rathaus geprüft wird. Die Umsetzung sei jedoch aus rechtlichen Gründen ziemlich kompliziert, der Ausgang der Überlegungen daher noch ungewiss.

„Als Alternative und letzte Konsequenz bleibt nur die Auflösung der Insel – aber dann können wir viele andere Wertsotffinselns auch auflösen“, lautet der Kommentar des Rathaus-Chefs. Er appelliert bei dieser Gelegenheit ein weiteres Mal an die Bürger, bei der Müllentsorgung verantwortungsbewusst, rücksichtsvoll und umsichtig zu agieren.

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