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Kastanie in Waith ist schützenswert

Landratsamt genehmigt Bauvorhaben – Bruckmühl will Bäume retten

Für den Schutz der alten Kastanie und des daneben stehenden Wallnussbaumes entschied sich der Marktausschuss mit einer knappen Mehrheit und damit gegen den Bauwunsch für einen Dreispänner.
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Für den Schutz der alten Kastanie und des daneben stehenden Walnussbaumes entschied sich der Marktausschuss mit einer knappen Mehrheit und damit gegen den Bauwunsch für einen Dreispänner.

Gegen den Bau eines Reihenhauses in der Dorfmitte von Waith hatte sich der Bruckmühler Marktausschuss schon in seiner Juni-Sitzung ausgesprochen. Jetzt kam das Thema zurück nach Bruckmühl, denn das Landratsamt als Genehmigungsbehörde bewertet den Fall anders.

Bruckmühl Im September hatte es den Plänen des Bauwerbers für einen Dreispänner grünes Licht gegeben und dem Markt Bruckmühl signalisiert, dass das gemeindliche Einvernehmen ersetzt werde. Davon zeigte sich das Bruckmühler Plenum in seiner Oktober-Sitzung allerdings unbeeindruckt, und lehnte das Bauvorhaben erneut mit einem 6:5 Stimmenentscheid ab. Ob das allerdings ausreicht, um die alte Kastanie und den Walnussbaum zu schützen, bleibt abzuwarten.

Bäume müssen für Dreispänner weichen

Was ist am Waither Dorfplatz geplant? Im nördlichen Straßenspitz von Haupt- und Kapellenstraße möchte der Bauwerber auf einer unbebauten Fläche von gut 1000 Quadratmetern einen Dreispänner mit Carports realisieren. Die über 100-jährige Kastanie, die an dieser Stelle steht, war für CSU/PW-Rat Michael Stahuber schon in der Juni-Beratung der Dreh- und Angelpunkt. Ihm war es wichtig, den ortsbildprägenden Baum zu erhalten. Dies stellte er dann auch zum Antrag.

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Stefan Mager ging in seiner Argumentation sogar noch einen Schritt weiter. Für den Grünen-Rat wäre es „ein Unding“, die Bäume für drei Wohnungen „zu opfern“. Er wollte den „letzten Platz mit Dorfcharakter“ vor einer Bebauung generell freihalten, und erhob auch das damals zum Antrag.

Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) erklärte in der Juni-Sitzung, dass der Baum durch keine Verordnung geschützt sei. Er mahnte an, auch das gute Miteinander von Verwaltung, Gemeinderat und Bürgern im Auge zu behalten. Bei der anschließenden Abstimmung erhielt der Antrag von Michael Stahuber ein 11:0 und der von Stefan Mager ein 3:8-Ergebnis.

Nun kam das „Ja“ vom Landratsamt Rosenheim – verbunden mit dem eindeutigen Hinweis, das Einvernehmen der Gemeinde zu ersetzen. Damit landete die Angelegenheit wieder auf dem Tisch des Bruckmühler Marktausschusses. Der Bürgermeister machte nochmals klar, dass der betroffene Kastanienbaum nicht als schützenwert kartiert und das Bauvorhaben zulässig sei. Stahuber fand sich mit der Tatsache ab, dass Grundstückseigentümer „auf ihren Flächen pflanzen und roden können, wie sie wollen. Damit müssen wir einfach leben“. Abschließend sprach er sich für zwei statt drei Wohneinheiten aus, um so doch noch den alten Baum erhalten zu können.

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Grünen-Rat Wolfgang Huber sprach sich ganz klar gegen den Vorbescheidsantrag aus. Nach seiner Information finden auch Teile der Waither Bevölkerung die Entscheidung des Bauwerbers „bedauerlich“. In dem Zusammenhang verwies er auch auf einen ähnlich gelagerten Fall an der Friedrich-Jahn-Straße, bei dem nachträglich eine Rotbuche kartiert worden sei.

Für OLB-Rat Richard Linke würde sich das Ortsbild durch eine Fällung der Kastanie massiv ändern: „Wenn an dieser Stelle alle Bauwünsche umgesetzt sind, dann fahren wir in einem Tunnel durch Waith.“ Für den OLB-Rat ist jeder Baum, den man erhalten kann, erhaltenswert. Mager hatte für den Entscheid des Landratsamtes nur ein Kopfschütteln übrig: „Da fehlen mir die Worte.“ Für ihn ist die Kastanie „ein Lebenswerk“ und „wir hauen hier für einen Dreispänner einen Baum um, der Geschichte erlebt hat, wobei ein Zwei-Spänner den Baum retten könnte“.

Lässt sich Bauwerber umstimmen?

Für ihn stand fest: „Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um die Kastanie zu erhalten.“ Auch brachte er noch einmal ein Gespräch mit dem Antragsteller ins Spiel. „Das wird dessen Ohren aber nicht weiter aufmachen“, zeigte sich dazu Bürgermeister Richard Richter sicher.

Weit pragmatischer bewertete Hubert Maier (CSU/PW) die Situation: „Wir haben Nein gesagt, das Landratsamt hat uns überstimmt, ein zeitlicher Aufschub bringt nichts, es liegt allein beim Bauwerber, wir sollten es gut sein lassen.“

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