MARKTGEMEINDERAT BRUCKMÜHL

Kriegerdenkmal wird erweitert

So soll der Zusatzzum Kriegerdenkmal aussehen. Darauf aufgeführt: Die Namen der gefallenen Bruckmühler im Zweiten Weltkrieg. Rösler
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So soll der Zusatzzum Kriegerdenkmal aussehen. Darauf aufgeführt: Die Namen der gefallenen Bruckmühler im Zweiten Weltkrieg. Rösler

Vier Jahre beschäftigt nun schon das Thema „Erweiterung des Kriegerdenkmals um die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges“ die Marktgemeinde Bruckmühl. Jüngst gab es erste Modellvorschläge. Auf diesen soll die konkrete Planung jetzt aufbauen.

Bruckmühl– Im Haushalt 2018 wurden für die Umsetzung des Denkmals für die Gefallenen und Opfer des Zweiten Weltkrieges aus der Marktgemeinde 70 000 Euro (60 000 Euro Baukosten und 10 000 Euro Nebenkosten) eingeplant. In mehreren Gesprächsrunden wurde mit dem Krieger- und Veteranenverein und der Bruckmühler Künstlerin Heidi Bayer-Wech ein Entwurf entwickelt.

„Hintergrund ist, dass bis dato nur die Gefallenen und Opfer des Ersten Weltkrieges auf dem Denkmal aufgeführt sind“, so Bruckmühls Bürgermeister Richard Richter. Für die des Zweiten Weltkrieges fehle es bis heute an einer Erinnerungstafel oder Ähnlichem.

„Verschiedene Modelle und Ideen zur Erweiterung des bestehenden Denkmals wurden bereits besprochen. Es stellte sich dabei die Frage, was man möchte. Eher etwas Schlichtes oder etwas Modernes? Eher etwas Eigenständiges oder etwas Ergänzendes?“, führte der Rathauschef aus.

Die örtliche Künstlerin hatte nun in vielen Stunden ein Modell gefertigt und Kostenvoranschläge für dessen Umsetzung angefordert. „Das Ergebnis daraus ist, dass es teurer wird. Die Baukosten liegen bei etwa 67 000 Euro und die Nebenkosten bei 24 000 Euro“, schlüsselte Richter auf. Somit werde der Haushaltsansatz um 21 000 Euro überschritten. Zwar habe man bereits Einsparungsmöglichkeiten mit dem Verein und der Künstlerin diskutiert, doch seien diese nicht umsetzbar, ohne den Charakter des Bauwerkes zu zerstören. Richter fügte zudem an, dass man Gedenken nicht mit Geld bewerten dürfe. „Wir suchen hier nach einer würdigen Lösung für Bruckmühl“, betonte der Bürgermeister.

„Über Kunst lässt sich bekanntlich streiten“

Das Denkmal, eine moderne Stele, besteht aus verschiedenen Materialien. Der Hintergrund wäre bei einer Dreischichtverglasung in Beige- und Grüntönen gehalten. Die Stele in der Form eines Prismas soll das Leben symbolisieren. „Ein steinernes Monument würde an dieser Stelle neben dem bestehenden im Park alles erschlagen“, beschrieb Richter die weitere Idee dahinter. So aber könne die Stele für sich und in Kombination mit dem bestehenden Denkmal wirken.

Erst geschockt, dann überzeugt

Persönlich im ersten Moment von dem Entwurf geschockt gewesen zu sein, bekannte Klaus Christoph (CSU/PW): „Ich habe mich aber überzeugen lassen. Es entspricht der Neuzeit und ist würdevoll. Unsere Fraktion ist mehrheitlich dafür.“ Die Dimension und die gewichtige Position der Stele im Park war Georg Pritzl (SPD/ÜWG) ein Anliegen. Die Höhe bis zur Spitze beträgt laut Richter 4,50 Meter. Die Schenkellängen des Prismas betragen etwa 2,30 Meter. Die Verglasung habe zudem den Vorteil, dass die Schrift nicht wie bei den anderen Denkmälern nachgezogen werden müsse.

Hubert Maier (CSU/PW) bedauerte es, dass keine Geburtsdaten angeführt sind. „Ich fände es wichtig, dass man sieht, dass der Tote nur 19 Jahre alt war und sein Leben im Krieg gelassen hat.“ Auch erkundigte er sich nach der Langlebigkeit der Stele und wünscht sich, dass diese gegen Moos und Verwitterung möglichst unempfindlich sein soll.

Uwe Hermann (SUB) zeigte sich enttäuscht von Form, Material, Ausführung und Kosten des Denkmals. „Ich wünsche mir hier einen Mittelweg.“ Konrad Hammerl (SPD/ÜWG) forderte, dass die Schrift lesbar sein müsse und zweifelte dies bei einer Buchstabengröße von vier Zentimetern und einer Stelen-Höhe von 4,30 Metern an. Dass sich über Kunst und deren Gefallen bekanntlich streiten lässt, betonte Werner Berger (OLB): „Die Kombination aus altem und neuem Denkmal finde ich aber interessant.“ Er verweis angesichts des neuen Datenschutzgesetzes daran, dass die Veröffentlichung der Namen der Gefallenen und Opfer rechtlich abgesichert sein müsse.

Engelbert Wolf (CSU/PW) wiederum erinnerte an die bisherigen guten Kooperationen mit der Künstlerin und nannte hier beispielhaft die Regenbogen-Skulptur an der Justus-von-Liebig-Schule in Heufeld sowie die stilisierte Löwenzahn-Pusteblume am Kindergarten. Richter ergänzte hierzu: „Heidi Bayer-Wech versicherte bereits, dass sie die Kosten sorgsam und in voller Höhe eingeplant habe und es gegebenenfalls noch eine Verringerung geben könnte.“

Bei einer Gegenstimme billigte der Gemeinderat schließlich den Vorentwurf für die Erweiterung des Denkmals.

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