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Vereinigung bezieht Stellung

Krieg in der Ukraine: Diese Konsequenzen zieht der „Ring der europäischen Schmiedestädte“

Mitbringsel aus Kolbermoor: Diese Aufnahme entstand 2012 bei einem Zusammentreffen der Schmiede in Donezk im Osten der Ukraine (von links): Rathauschef Peter Kloo, Christian Poitsch vom Stadtmarketing sowie der Schmied Viktor Burduk aus Donezk.
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Mitbringsel aus Kolbermoor: Diese Aufnahme entstand 2012 bei einem Zusammentreffen der Schmiede in Donezk im Osten der Ukraine (von links): Rathauschef Peter Kloo, Christian Poitsch vom Stadtmarketing sowie der Schmied Viktor Burduk aus Donezk.
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
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Rathauschef Peter Kloo ist der Präsident der Vereinigung „Ring der europäischen Schmiedestädte“ – dazu zählen 18 Kommunen, auch Kolbermoor. Jetzt haben die Vorstände eine Entscheidung getroffen.

Kolbermoor – Peter Elgaß organisiert derzeit die Schmiede-Biennale, die im August in Kolbermoor stattfinden soll. Dabei muss er immer wieder an die ukrainischen Schmiede denken, die heuer nicht dabei sein können. „Was in der Ukraine passiert, ist so maßlos traurig“, so Elgaß, der 2012 und 2019 mit den europäischen Schmieden in der Ukraine war. Mit dabei war damals auch Bürgermeister Peter Kloo.

Vereinigung 2001 gegründet

Die Treffen fanden im Rahmen der Vereinigung „Ring der europäischen Schmiedestädte“ statt, die 2001 gegründet worden ist. Dazu gehören europaweit 18 Städte – auch Kolbermoor. Alle teilnehmenden Städte haben eine eigene Geschichte der Eisengewinnung und Metallbearbeitung.

Elgaß hat Kontakt zu den Schmieden im Osten Europas, aber wenig. Kürzlich hat er erfahren, dass die Schmiede aus der ukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk im Westen des Landes fordern, dass die russische Stadt Uljanowsk aus dem „Ring der europäischen Schmiedestädte“ ausgeschlossen wird. Denn auch die russische Stadt gehört der Vereinigung an.

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Und das sei bereits geschehen, erklärt Rathauschef Peter Kloo, der der Präsident der Vereinigung ist. „Ich habe in Abstimmung mit den anderen Vorständen die russische Stadt ausgeschlossen“, sagt der Bürgermeister auf Anfrage. Und das hat er der Stadt Uljanowsk auch mitgeteilt. Eine Antwort hat er bislang nicht erhalten. „Und damit rechne ich auch nicht.“ Die Vereinigung basiere auf Frieden und solange der russische Präsident Panzer gegen andere Länder einsetzt, passe das einfach nicht mehr zusammen. Kloo ist sich sicher, dass dies auch Thema bei der Hauptversammlung der Vereinigung im Herbst in Italien sein wird.

„Auch wenn er Russe ist bleibt er mein Freund“

In der russischen Stadt Uljanowsk waren die Schmiede in der Vergangenheit noch nicht, so Elgaß. Denn das sei eine lange Reise. „Zweieinhalb Tage ist man unterwegs.“ Nach dem Flug nach Moskau geht es anschließend knapp zehn Stunden mit dem Zug weiter Richtung Süden. Aber der russische Schmied war schon bei Treffen im Westen. „Das ist ein netter, verrückter Kerl“, sagt Elgaß und lacht. „Auch wenn er Russe ist, bleibt er mein Freund“, so Elgaß.

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Hat er Angst, dass er die Kollegen aus der Ukraine und aus Russland vielleicht nie wieder sieht? „Nein, davor habe ich keine Angst.“ Derzeit tobe der Krieg ja vornehmlich im Osten. Im Westen befänden sich die Ausgangsorte für die Flüchtlinge. Elgaß geht es wie vielen anderen: „Man hat ständig die Bilder der zerstörten Städte im Kopf. Es trifft Menschen wie dich und mich – mitten in Europa.“

Gemeinsam eine Taube gestaltet

Zeichen des Friedens: Diese Taube haben die europäischen Schmiede 2019 bei einem Treffen im Westen der Ukraine zusammen geschmiedet.

Die Freundschaft der Schmiede, der Wille nach Frieden „ist der große Erfolg der Vereinigung“, sagt Elgaß. Und das haben sie 2019 auch in Metall gegossen: Denn vor rund drei Jahren haben die Schmiede, als sie sich alle in Iwano-Frankwisk getroffen haben, eine gemeinsame Skulptur geschmiedet. Eine Taube – das Zeichen des Friedens.

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