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FOKUS AUF DEN VIELFÄLTIGEN FUNKTIONEN

Kreisobmann Josef Bodmaier spricht über Zweck der Grünlandagenda des Bauernverbandes

Grünland prägt seit Jahrhunderten unsere heimische Kulturlandschaft. Es ist nicht nur wirtschaftlicher Faktor für die Landwirte, sondern auch Kulturgut des Voralpenlands und des Tourismus‘.
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Grünland prägt seit Jahrhunderten unsere heimische Kulturlandschaft. Es ist nicht nur wirtschaftlicher Faktor für die Landwirte, sondern auch Kulturgut des Voralpenlands und des Tourismus‘.
  • vonWerner Stache
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Grünland prägt seit Jahrhunderten unsere heimische Kulturlandschaft. Es ist nicht nur wirtschaftlicher Faktor für die Landwirte, sondern auch Kulturgut des Voralpenlands und des Tourismus‘. Was der Bauernverband mit der Grünlandagenda bezweckt, erklärt Kreisobmann Josef Bodmaier.

Tuntenhausen – Aus Sicht der Landwirtschaft müssen der Stellenwert sowie die Leistungen des Grünlandes für Umwelt, Biodiversität und Kohlenstoff-Bindung gleichwertig berücksichtigt werden. Ziel ist, nachhaltiges Wirtschaftsgrünland durch eine flächendeckende, tierbezogene und standortangepasste Bewirtschaftung zu erhalten und zu sichern. Gerade diese prägen das Voralpenland und sind zugleich Tourismusfaktor.

„Auch im Rosenheimer Land überwiegt Grünland und prägt somit unsere Kulturlandschaft. Diese Wiesen und Weiden sind untrennbar mit der Tierhaltung verbunden“, betonte Josef Bodmaier,Kreisobmann des Bauernverbandes, aus der Gemeinde Tuntenhausen. Nur die Kuh als Wiederkäuer sei in seinen Augen mit ihrem geteiltem Verdauungssystem in der Lage, den Grünlandaufwuchs in Milch und Fleisch umzuwandeln.

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Mit einer entsprechenden Grünlandagenda will der Deutsche Bauernverband einen gesamtgesellschaftlichen Austausch für eine nachhaltige landwirtschaftliche Gründlandnutzung in ganz Deutschland erreichen. Karsten Schmal, Vize-Präsident des Deutschen Bauernverbandes, zufolge stellen Grünland und die damit verbundene Tierhaltung ein wichtiges Standbein der deutschen Landwirtschaft dar.

Als Futtergrundlage für die heimische Tierhaltung trage das Grünland maßgeblich zur Nahrungsmittelversorgung in Deutschland bei. Zudem dienee es der Bevölkerung auch als Erholungsraum und biete vielfältige Leistungen für Natur und Umwelt. Landwirtschaft und Grünland bedingen sich somit gegenseitig.

„In der Grünlandagenda soll der Fokus auf den Austausch der vielfältigen Funktionen des Grünlandes zwischen der Landwirtschaft und Politik, Wissenschaft und Gesellschaft gerichtet werden“, erklärt Bodmaier.

Landwirtschaft und Naturschutz

Der Gesetzgeber entscheide durch die Ausgestaltung des Ordnungsrechts über die Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Nutzung von Grünland und somit, in welchem Umfang Umweltschutz durch Grünland erfolgen kann. „Naturschutzleistungen müssen in Kooperation umgesetzt und honoriert werden, gesetzliche Auflagen und Verbote gefährden dabei den Erhalt des Grünlandes und seines Wertes für den Naturschutz und die Kulturlandschaft“, hebt der Umweltbeauftragte des DBV und Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, hervor.

In Deutschland gibt es knapp fünf Millionen Hektar Grünland, die rund ein Drittel der gesamten landwirtschaftlichen Fläche ausmachen. Die Grünlandaufwüchse dienen heimischen Nutztieren wie Rindern, Schafen, Ziegen, Pferden und Gehegewild als Futtergrundlage und werden zu Milch, Fleisch und Wolle veredelt. Darüberhinaus ist das Grünland ein wichtiger Klimaschutzfaktor, trägt zum Natur- und Artenschutz bei und schützt vor Bodenerosion sowie Hochwasser.

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„Die Nutzung und Tierhaltung unserer Wiesen und Weiden dient vielen gesamtgesellschaftlichen Aufgaben: Die Tierhaltung sichert nicht nur die Existenz unserer Bauernhöfe, sie ist auch prägend für die Kulturlandschaft unseres Voralpengebietes. Immerhin wird durch die Tierhaltung die Existenz vieler Bauernhöfe gesichert, jeder siebte Arbeitsplatz im vor- und nachgelagertem Bereich hängt von der Landwirtschaft ab“, betont Bodmaier. „Beim Klima und Gewässerschutz wird CO2 gebunden, Erosion verhindert und Wasserrückhalt aufgebaut, die Biodiversität bietet Lebensraum für viele Pflanzen und Tierarten.“

Die Wiesen und Weiden liefern zudem auf gleicher Fläche mehr Eiweiß als Soja. „Unsere Bäuerinnen und Bauern prägen somit durch ihre jahrhundertealte Bewirtschaftung das Landschaftsbild und den Wert der Kulturlandschaft für unsere Bevölkerung sowie für Touristen aus aller Welt.“ Ein Wunsch liegt Bodmaier dabei aber sehr am Herzen: „Es ist nicht nötig, hier die Landwirte mit realitätsfremden Auflagen seitens der EU und der Deutschen Umweltschutzgesetzgebung zu gängeln.“

Ziele der Aktion

Die Grünlandagenda benennt sechs Teilziele: Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit des Grünlandes, Unterstützung der grünlandbezogenen Tierhaltung, Stärkung der heimischen Futtermittelversorgung aus Grünlandnutzung, Anpassung des Grünlandes an den Klimawandel, Honorierung der Multifunktionalität und der Umweltleistungen des Grünlandes und Stärkung der Grünlandstandorte.

Politik, Wissenschaft und Gesellschaft sind aufgerufen, mit der Landwirtschaft in den Austausch zu treten und gemeinsam die Ansätze der Agenda zu diskutieren und umzusetzen. Im gesamtgesellschaftlichen Interesse gilt es eine nachhaltige landwirtschaftliche Grünlandnutzung in Deutschland zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Die Grünlandnutzung gilt es in einem Gesamtkontext der Landnutzung – Ackerbau, Forst, Gewässer, Siedlung und Infrastruktur – zu betrachten und einzubetten. Diese ist mit anderen Strategien – Nutztierhaltung und ländliche Räume, Eiweißpflanzen und Ackerbau, Umwelt und Biodiversität, Klima- und Moorschutz, Bioökonomie und Forschung – zu verknüpfen und Wechselwirkungen sind zu berücksichtigen.

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