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Kreis Migration erhält den Sozialpreis

Die Gruppe „MD Rocks“ ist gelebte Integration mittels Musik. Sie spielte bei der Bürgerversammlung auf.
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Die Gruppe „MD Rocks“ ist gelebte Integration mittels Musik. Sie spielte bei der Bürgerversammlung auf.

Wenn nicht der Kreis Migration, wer dann? Diese Frage hörte man mehrfach im Aiblinger Kurhaus, als es um die Verleihung des Sozialpreises der Stadt ging. Und sie sollten alle recht behalten. Im Rahmen der Bürgerversammlung überreichte Bürgermeister Felix Schwaller die mit 1000 Euro dotierte „Wertschätzung der tollen Integrationsarbeit“.

Bad Aibling– Schlagzeilen über Flüchtlingsströme und die Berichterstattung darüber schilderte Bürgermeister Felix Schwaller zu Beginn der Verleihung an. Der Clou dabei: Die Texte waren von 1949 und zeigten das Aufnahmeverfahren und etwaige Ängste vor steigender Kriminalität auf.

Der Rathauschef wollte aber bei diesem festlichen Anlass nicht politisieren und vor Ort in Bad Aibling bleiben. „Trotz unseres starken Netzwerkes an Helfern bleibt Integration eine Mammutaufgabe“, so Schwaller. Einer der wichtigsten Bausteine dafür sei das Erlernen der deutschen Sprache. Gleichzeitig brauche es Hilfe und Rat bei Behördengängen und dem Zurechtfinden in der Fremde. Hier sei die seit über einem Jahr ehrenamtlich erfolgte Betreuung der in der Stadt lebenden Flüchtlinge beispielhaft. „Stadt und Staat wären an dieser Aufgabe gescheitert“, war sich der Bürgermeister sicher. Umso mehr sei er vom Engagement der über 200 Staatsbürger im Ehrenamt beeindruckt. „Der große humanitäre Einsatz und die aufopfernde Arbeit suchen ihresgleichen.

Trotz zahlreicher Anfeindungen würden die Helfer – in Gruppen oder als direkte Paten – den Menschen, die teils Dramatisches auf ihrer Flucht erleben würden, mit enorm hohen persönlichen Aufwand sowie mit Rat und Tat zur Seite stehen. Einstimmig hatte deshalb der Stadtrat auch dem Vorschlag von Schwaller entsprochen und den Sozialpreis 2016 dem Kreis Migration zugesprochen.

Zusammen mit zahlreichen Helfern nahmen sodann Sissi Zinner-Knarr und Petra Mareis, die beiden Leiterinnen und Initiatorinnen des Kreises Migration, den Preis aus den Händen des Bürgermeisters entgegen. Die Dankesrede hielt aber Barbara Kleeblatt vom Betreuerteam. Sie kümmert sich unter anderem um die Belange in den Wohncontainern an der Krankenhausstraße. Dort sind aktuell rund 130 Flüchtlinge untergebracht.

„Die Rede wurde ganz bewusst nicht vom Vorstand gehalten, sondern von Barbara, einer von uns allen sehr geschätzten Teamleiterin im Kreis Migration. Der Preis ist für alle Helfer und ihren Einsatz“, betonten die Leiterinnen. Mit über 200 Mitstreitern ist die Aiblinger Institution der größte Helferkreis im Landkreis.

Den Rückhalt für ihr Ehrenamt durch Schwaller, die Stadtverwaltung und den Stadtrat selbst würdigte Barbara Kleeblatt dann als erstes. „Denn das ist keine Selbstverständlichkeit und angesichts von Beleidigungen oder Bedrohungen, die wir vor allem in den sozialen Medien und per E-Mail für unsere Helferarbeit mit Flüchtlingen erhalten, eine Stütze.“ Der Preis sei deshalb auch eine Auszeichnung für die Courage, die die Ehrenamtlichen für ihre Arbeit aufbringen würden. „Denn wir müssen uns manchmal auch vor unseren Freunden für unseren Einsatz rechtfertigen“, beschrieb die Helferin. Sie würdigte aber gleichzeitig die Aiblinger Bürger in zweierlei Hinsicht. „Zum einen, dass sie nicht die Straßenseite wechseln, wenn ihnen ein Flüchtling entgegenkommt und zum anderen, dass sie bei Praktika- und Wohnungssuche so offen uns gegenüber sind“, so Barbara Kleeblatt. Sie versicherte zudem, dass der Helferkreis nicht blauäugig agiere und nur an das Gute im Menschen glaube: „Aber wir erinnern uns an unsere christlichen Werte und helfen Menschen.“ Die Leiterin des Betreuerteams ermunterte zudem jeden, der auch nur eine Stunde Zeit für Flüchtlinge aufbringen könne, beim Helferkreis mitzuwirken. „Auch bei uns gilt: Viele Hände schaffen der Arbeit rasches Ende“, so Barbara Kleeblatt.

Den Sozialpreis sieht der Kreis Migration als große Anerkennung und Wertschätzung. „Er wird uns helfen, die Begeisterung für unsere ehrenamtliche Arbeit auch weiterhin zu behalten und unser Bestes zu geben, damit die Integration der Asylbewerber gelingen kann“, betonte Petra Mareis gegenüber unserer Zeitung.

Musik und Sport würden sich überdies immer wieder als hervorragende „Werkzeuge“ zum Verbinden von Kulturen und zur Integration herauskristallisieren. Als kleines Dankeschön an die Gäste der Bürgerversammlung gab abschließend die Band „MD Rocks“ noch einige Lieder aus Pakistan und Afrika unter dem Motto „Musik verbindet und überwindet alle Grenzen“ zum Besten.

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