„Kommunalpolitik hat immer Spaß gemacht“

Heidi Benda

Ich hatte viel Zeit, um mich an den Gedanken des Abschieds zu gewöhnen.

Frau Benda, nach 30 Jahren in der Bad Aiblinger Kommunalpolitik: Fällt der Abschied da recht schwer?

In den letzten Monaten nahm ich mich bewusst zurück und ich reduzierte meine Termine. Das ist mir nicht schwergefallen. Nun werde ich eben meinen über Jahrzehnte hinweg vollen und jetzt ziemlich leeren Terminkalender mit neuen Inhalten füllen, sobald dies wegen Covid-19 möglich ist.

Was waren aus Ihrer Sicht die prägendsten Momente beziehungsweise Entscheidungen in diesen insgesamt drei Jahrzehnten?

Herausragend war für mich zunächst der Bau unserer preisgekrönten Therme, die Bad Aibling über die Region hinaus bekannt gemacht hat. Der Neubau des Rathauses mit einer wunderbaren Bücherei samt Lesecafé, die Umgestaltung des Marienplatzes und die Einbahnstraßenregelung in der Rosenheimer Straße waren außerdem Entscheidungen, die eine sehr positive Entwicklung für Bad Aibling eingeläutet haben. Vor allem Besucher sind begeistert über unsere Stadtmitte mit den vielen schönen Lokalen und Läden und dem Leben, mit dem die Stadt, auch am Abend, erfüllt ist.

Was hat Sie dazu bewogen, das Amt so lange Zeit auszuüben?

Die Kommunalpolitik hat mir immer sehr großen Spaß gemacht! Ich kann mir nichts Spannenderes vorstellen. Ich habe gerne die Positionen der Grünen Offenen Liste mit eingebracht und an Entscheidungen mitgewirkt.

Was hat sich an der kommunalpolitischen Arbeit in dieser Zeit alles geändert?

Der Arbeitsaufwand ist erheblich größer geworden, die Themen zahlreicher und komplexer. Die Unterlagen sind nun seit Jahren im Ratsinfosystem abrufbar und die Informationen daher umfassender. Man geht deutlich besser vorbereitet in die Sitzungen. Ich erinnere mich an frühere Zeiten, wo in den Sitzungen des Bauausschusses die Pläne erstmals, natürlich in Papierform, eingesehen werden konnten.

Was können Sie den neu im Stadtrat vertretenen Mitgliedern aus Ihrer Sicht beziehungsweise aus Ihren Erfahrungen heraus für eine erfolgreiche Arbeit in den politischen Gremien mit auf den Weg geben?

Ich erteile sehr ungern Ratschläge! Die jüngere Generation wird ihren eigenen Weg gehen und selber Erfahrungen sammeln. Hierzu wünsche ich den neuen Stadtratsmitgliedern viel Glück! Interview Eva Lagler

Kommentare