Ungepflegte Gräber sollten uns nicht kalt lassen, kommentiert Norbert Kotter

Aufgelassene Grabstelle auf dem Friedhof Bad Aibling
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Eine aufgelassene Grabstelle des Bad Aiblinger Friedhofes.
  • Norbert Kotter
    vonNorbert Kotter
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Es ist leider eine unschöne Zeiterscheinung, dass die sichtbare Erinnerung an die Verstorbenen nicht mehr den Stellenwert einnimmt, den ihr frühere Generationen noch einräumten.

Die stark steigende Zahl aufgelassener und ungepflegter Gräber auf dem Bad Aiblinger Friedhof zeugt davon. Wenn Disteln statt eines gepflegten Äußeren eine letzte Ruhestätte prägen, dann ist das mehr als nur ein schlechtes Erscheinungsbild. Sichtbar wird damit auch ein Stück traurige Gewissheit, dass hier Menschen ruhen, an deren Gedenkstätte schon lange niemand mehr gestanden und in lieber Erinnerung eine Kerze angezündet oder Blumen in die Vase gesteckt hat.

OVB-Redakteur Norbert Kotter

Im Kampf gegen die sich rasant mehrenden Lücken in den Gräberreihen hat die Stadt dankenswerterweise längst mit der Pflanzung von Bäumen einen wichtigen Beitrag geleistet, den hohen Stellenwert des Friedhofs als würdevollen Ort der Erinnerung zu erhalten.

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Einen anderen Kampf muss sie jetzt allerdings rasch aufnehmen: jenen gegen die Verwilderung der Wege zwischen den Grabreihen. Sie sind mittlerweile vielfach von Unkraut übersät, dessen Dimension sich in der Regel nicht darauf beschränkt, ein wenig zwischen den Kieselsteinen hervorzusprießen.

Wenn der Gottesacker allmählich zum Krautacker zu verkommen droht, ist es höchste Zeit für ein Machtwort aus dem Rathaus. Schließlich gehört auch das Erscheinungsbild des Friedhofs zur Visitenkarte von Bad Aibling. Zeitgeist hin oder her.

norbert.kotter@ovb.net

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