Kommen Bad Feilnbacher „Gemeindemäuse“ jetzt doch in den „Tannenhof“?

Die Plätze in Kindertageseinrichtungen der Gemeinde sind rar: Sobald Lösungen für Bad Feilnbach gefunden wurden, muss auch über die Unterbringung von Kindern in Au wie hier am Doktorweg nachgedacht werden.
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Die Plätze in Kindertageseinrichtungen der Gemeinde sind rar: Sobald Lösungen für Bad Feilnbach gefunden wurden, muss auch über die Unterbringung von Kindern in Au wie hier am Doktorweg nachgedacht werden.

Schon im kommenden Jahr fehlen in der Gemeinde Bad Feilnach 27 Betreuungsplätze für Krippen- und Kindergartenkinder. Nach vielen Diskussionen im Gemeinderat kristallisiert sich nun heraus, dass es zum Umzug der Kita „Gemeindemäuse“ in den „Tannenhof“ wohl keine Alternative gibt.

Bad Feilnbach – Die vordringliche Bedarfsdeckung von Krippen- und Kindergartenplätzen in Bad Feilnbach stand erneut auf der Tagesordnung des Gemeinderates, der sich jetzt im Dorfgemeinschaftshaus in Dettendorf traf. Konstruktiv diskutiert wurde über verschiedene Varianten, die Bürgermeister Anton Wallner (CSU) dem Gremium präsentierte und erläuterte.

Die Bedarfsplanung Ost/West für die Ostgemeinde mit Bad Feilnbach, Wiechs, Derndorf und Litzldorf sowie die Westgemeinde mit Au, Gottschalling, Kematen und Dettendorf liegt vor.

In Kitas fehlen 2021 schon 27 Plätze

Diese weise für das Kindergartenjahr 2021/2022 einen Mangel von elf Kindergarten- und 16 Krippenplätze auf, erläuterte Wallner. Auf die Folgejahre vorausschauend sei die Tendenz benötigter Krippen- und Kindergartenplätze nicht zuletzt aufgrund des steigenden Wohnungsangebots in Tannenhofgelände und Kranzhornstraße weiter steigend.

Wie schon in der Gemeinderatssitzung vom 25. Juni stand die Variante Bahnhofstraße 9 – also das ehemalige Baywa-Gebäude – noch einmal zur Debatte. Zur Unterbringung von zwei Gruppen einschließlich Krippe sei der Platzbedarf dort viel zu klein, so der Bürgermeister.

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Damit verbunden sei zudem ein sehr hoher Kostenaufwand aufgrund erforderlicher umfangreicher Baumaßnahmen und Brandschutzvorkehrungen sowie der vorübergehenden Auslagerung von drei Büros, zwei Gruppenräumen, der Verwaltung und der Volkshochschule.

Eine Umsetzbarkeit sei mittelfristig zwar über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren denkbar. Aufgrund noch unbekannter bautechnischer Probleme – ähnlich wie bei der Sanierungsmaßnahme Auer Schule – sei diese Variante aber mit finanziellen Risiken verbunden.

„Von Vorteil ist die zentrale Lage zur Ortsmitte“, erläuterte Elisabeth Bernöcker, die Leiterin des kommunalen Kindergartens „Gemeindemäuse“. Gleichzeitig machte sie aber auf die beengte Situation in der Garderobe und fehlende Umkleidemöglichkeiten aufmerksam. Hinsichtlich kindgerechter Spielmöglichkeiten wurde inzwischen die Freifläche durch Verlagerung des Zaunes zur Bahnhofstraße hin geringfügig verbessert.

Schlüsselfertiger Erwerb von Vorteil

Vorteile wie „zentrale Lage in der Ortsmitte, Fußläufigkeit für Familien, zwei Gruppen an einem Standort, Mehrgenerationenwohnen, Kostensicherheit, bereits gut geplant sowie schlüsselfertiger Erwerb“ sieht Rathauschef Wallner in der Variante „Tannenhof“, die in zwei bis drei Jahren zur Verfügung stünde. Nachteilig sei lediglich der kleine Spielplatz.

Allerdings konnte sich der Gemeinderat im Laufe der nachfolgenden Aussprache mit dieser Variante erneut nicht anfreunden und diskutierte erneut alternative Ideen. Dazu gehörte auch ein möglicher Waldkindergarten, der hauptsächlich für Buben und Mädchen im Kindergartenalter, jedoch weniger für Kinder im Krippenalter geeignet ist.

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Wie Bürgermeister Wallner einräumte, gäbe es aus seiner Sicht gegenwärtig dafür keinen geeigneten Standort. Dabei bräuchte es für eine Einrichtung dieser Art neben geschultem Personal nur eines Bauwagens mit sanitären Anlagen in Nähe eines Waldes, wo Kinder sich naturnah beschäftigen können.

Alternativen wie das erneut in die Diskussion gebrachte Grundstück „Gundelstiftung“ oder neue Vorschläge wie der Forstgrund an der Wendelsteinstraße oder der Naturpark an der Ackerpointstraße seien nicht mittelfristig umsetzbar. Der Grund dafür sind nach Informationen des Bürgermeisters langwierige Planungen und Überplanungen.

Die Gemeinderäte Josef Rauscher (CSU) und Max Singer (ÜW) brachten die Erweiterung des Kindergartens St. Martin am Doktorweg in Au ins Spiel. Dafür müssten allerdings zwei Hürden genommen werden: die Verhandlungen mit dem Erzbischöflichen Ordinariat für München und Freising sowie die Auflösung der mit einer Sackgasse schwierigen Verkehrssituation.

Der gemeindliche Kindergarten „Purzelbaam“ in Au wurde aufgrund von extrem hohen Kosten von 2,236 Millionen Euro für lediglich eine Gruppe aus der Betrachtung herausgenommen.

Gibt es zu Tannenhof keine Alternativen?

In Sachen Kosten regten Manfred Büttner (SPD/Parteifreie) und Sieglinde Angermeier (Bündnis 90/Die Grünen) eine Ausführung in kompakter Fertigbauweise an, die schlüsselfertig in kurzer Bauzeit an den alternativen Standorten zu realisieren sei. Bürgermeister Wallner verwies in diesem Zusammenhang auf erfahrungsgemäß versteckte Kosten.

Trotz des Bemühens um Alternativen zum „Tannenhof“ fiel die Entscheidung zwar mit einer geringen, aber trotzdem eindeutigen Mehrheit aus: Elf Gemeinderäte votierten für eine Weiterverfolgung der Variante „Tannenhof“ durch die Gemeindeverwaltung. Neun Räte stimmten dagegen.

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