Bilanz

Was Kolbermoor im Corona-Jahr für den Klimaschutz erreicht hat, und was noch passieren soll

Zwei neue Ladepunkte stehen seit 2020 auf der Spinnereiinsel 3 zur Verfügung.
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Zwei neue Ladepunkte stehen seit 2020 auf der Spinnereiinsel 3 zur Verfügung.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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Trotz Corona wurde 2020 hinsichtlich des Klimas in der Mangfallstadt viel getan. Und darüber ist Klimaschutzbeauftragter Martin Korndoerfer zufrieden.

Kolbermoor – Auf den Loorbeeren ausruhen kommt für ihn aber auf keinen Fall infrage, und so stehen auch 2021 viele Klimaschutz-Projekte an. Seine Herzenangelegenheiten sind für dieses Jahr die Fotovoltaikanlagen und das „Kommunale Energiemanagement“.

Gebäude-Daten werden erfasst

Dahinter verbirgt sich, dass alle Liegenschaften hinsichtlich ihres Verbrauches erfasst werden. „Ich gebe die Zahlen in Listen ein – dann hat man später Vergleiche“, erklärt er das Energie-Konzept. Auch übermäßig hohe Verbrauche würden dort auffallen. Ein Beispiel: Bei dieser Handhabe kann überprüft werden, warum einen Schule nachts viel Strom verbraucht. Das Ziel liegt nahe: Strom und Wärme sparen, erklärt Korndoerfer.

Martin Korndoerfer Klimaschutzbeauftragter

Das nächste Projekt hat das gleiche Ziel: Und so soll die Beleuchtung der Schulen sukzessive auf LED umgestellt werden. Jeder Raum? Zumindest in den Räumen, die einen hohen Verbrauch haben und permanent leuchten, wie Flure, Klassenzimmer und die Aula der Schulen, so Korndoerfer.

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Auf dem 2021-Plan stehen auch Maßnahmen zum Radverkehrskonzept. „So soll geprüft werden, ob Straßen mit zentralen Achsen als Radlstraße genutzt werden können oder nicht“, erklärt er. „Oder auch, ob die Untere Mangfallstraße zwischen Carl-Jordan-Straße und Brückenstraße als 30er-Zone ausgewiesen kann.“

Des Weiteren sollen weitere 13 Ladepunkte für Elektro-Fahrzeuge in der Stadt entstehen. „Der Bedarf ist da“, weiß Korndoerfer. Das habe beispielsweise die Ladesäule im Parkhaus gezeigt: Dort hat sich laut des Klimaschutzbeauftragten die Stromabgabe in den vergangenen Jahren verdreifacht. Wo die neuen Ladepunkte allerdings ihren Standort haben sollen, stehe noch nicht fest.

Mehr Anlagen für Fotovoltaik

Ein weiteres Herzensprojekt sind die Fotovoltaikanlagen. So soll beispielsweise geprüft werden, ob Anlagen auf den Dächern einiger Kindertagesstätten und auf den Umkleiden der Sportanlage am Rothbachl installiert werden können. Weitere Anlagen sollen folgen: So hatte der Stadtrat 2020 einer Realisierung von Fotovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude am Alten und Neuen Friedhof zugestimmt. Diese Anlagen sollen heuer installiert werden.

Auf dem Dach der Turnhalle an der Kolbermoorer Feuerwehr wurde 2020 eine großflächige Fotovoltaikanlage installiert. Riediger

Auf den Weg gebrachte oder abgeschlossene Projekte

Umrüstung auf LED

Über drei Jahre wurde die Straßenbeleuchtung der Stadt auf LED umgestellt. Jetzt erhellen rund 1300 LED-Lampen die Kolbermoorer Straßen. Sukzessive stelle die Stadt auch die Beleuchtung der Kindertagesstätten auf LED um, erklärt Klimaschutzbeauftragter Martin Korndoerfer. Die AWO-Einrichtung am alten Tonwerk ist bereits komplett umgestellt.

Elektro-Ladesäulen

Zwei weitere Ladepunkte für E-Autos sind in Kolbermoor 2020 hinzugekommen – sie befinden sich an der Spinnereiinsel 3. Mittlerweile sind es neun im Stadtgebiet in Kolbermoor.

Fotovoltaikanlagen

Die Anlage auf den städtischen Gebäuden an der Farrenpointstraße wurde 2019 installiert – 2020 wurde sie angeschlossen. Auf dem Dach der Adolf-Rasp-Schule sowie auf der Turnhalle an der Feuerwehr in Kolbermoor sind Anlagen installiert worden.

Stellplatzsatzung

Neue Regelungen hat der Stadtrat auf den Weg gebracht: Da gibt es nicht nur Vorschriften, was die Pkw-Stellplätte betrifft, sondern es wurde auch an die Radlstellplätze gedacht. So sollen bei Gebäuden ab drei Wohnungen pro Wohnung zwei Fahrradstellplätze bekommen.

Machbarkeitsstudie

Eine Machbarkeitsstudie wurde in Auftrag gegeben, „die den elektrischen Zusammenschluss von Adolf-Rasp-Schule und Freibad behandelt“, erklärt Klimaschutzbeauftragter Korndoerfer. Bisher bestehe nur ein thermischer Zusammenschluss. Das Blockheizkraftwerk (BHKW) liefert derzeit Wärme an das Koolbermoorer Freibad, aber keinen Strom. „Schön wäre es, wenn Strom aus der Fotovoltaikanlage der Schule und Strom aus dem BHKW sowohl die Schule, alsauch das Freibad geliefert werden könnten.

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