Neues Ehrenamt

Sabine Balletshofer aus Kolbermoor ist seit kurzem Schöffin am Verwaltungsgericht München

Sabine Balletshofer vor dem Verwaltungsgericht in München - dort ist sie ehrenamtlich als Schöffin tätig.
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Sabine Balletshofer vor dem Verwaltungsgericht in München - dort ist sie ehrenamtlich als Schöffin tätig.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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Sabine Balletshofer (56) ist in vielen Ehrenämtern zuhause: Sie engagiert sich als Stadträtin, ist seit Mai Dritte Bürgermeisterin, ist beim SV-DJK aktiv – und nun ist sie auch noch Schöffin beim Verwaltungsgericht in München.

Kolbermoor – Eine neue Aufgabe, der sich die gebürtige Kolbemoorerin gerne stellt. „Ich finde das einfach sehr spannend, man lernt viel dazu“, sagt sie. Als Schöffin kenne sie sich aus, denn vorher war sie schon fünf Jahre beim Strafgericht in Rosenheim tätig.

„Ich war von seiner Unschuld überzeugt“

Da hat sie jede Menge erlebt, erzählt sie. An eine Verhandlung kann sie sich noch genau erinnern: Ein Handwerker stand vor Gericht. Wäre er verurteilt worden, hätte er ins Gefängnis gemusst, da er bereits vorbestraft war. Sie war von seiner Unschuld überzeugt, sprach mit dem Richter. Und das Urteil fiel zugunsten des Angeklagten aus. „Hätte er ins Gefängnis gemusst, wäre sein Leben zerstört gewesen“, ist sie überzeugt.

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Er war gerade Vater geworden, hatte einen Job gefunden. Jahre später hat sie ihn zufällig bei einer Veranstaltung getroffen. Mittlerweile war er ein „super Unternehmer“. Jetzt geht es für sie nicht mehr nach Rosenheim zum Gericht, sondern eben nach München. „Man bekommt immer einige Wochen vorher bescheid“, sagt sie. Das kann sie sich gut einteilen. Und auch die Themen interessieren sie: Wegerecht, Wasserrecht. Und wie kam sie dazu? Über die Partei wurde nach Schöffen fürs Verwaltungsgericht gesucht. Prompt sagte sie zu. Sie engagiert sich aber nicht nur im Gerichtssaal. Seit vielen Jahren ist sie aktiv beim SV-DJK – hat die Fusion 1999 hautnah miterlebt. Mittlerweile ist sie im Vorstand und Schatzmeisterin der Tischtennis-Abteilung.

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Mit Tischtennis hat sie allerdings nur „hobbymäßig etwas zu tun“, erzählt sie. „Zuhause haben wir eine Platte und wenn mein Mann gnädig ist, spielt er mit mir“, erzählt die gelernte Bakkauffrau und lacht. Ihr Mann ist Günther Lodes. Er war 38 Jahre lang der der Vorsitzende, jetzt Vize-Vorsitzender, und führte die Abteilung zu großen Erfolgen. Er machte die Abteilung zu einem Aushängeschild – auch in der Jugendarbeit – in Bayern und in Deutschland. Und so musste sie wegen des Tischtennis‘ auch ihr Englisch auffrischen. Denn kommen die internationalen Spieler nach Kolbermoor, werden sie von Balletshofer beherbergt. „Das ist doch viel persönlicher.“

Durch den Sport zur Patenschaft

Zu verdanken hat sie dem Sport auch eine Patenschaft. Als einstige Übungsleiterin hat sie sich mit einer Familie angefreundet. „Mit der Tochter habe ich mich besonders gut verstanden und habe gesagt: Falls du mal eine Firmpatin brauchst, ich mache das.“ Jahre später kam das Mädchen auf sie zu und fragte, ob sie es nicht machen würde. Was ist ihre Motivation für die Ehrenämter? „Ich freue mich, etwas dazuzulernen. Will der Gesellschaft was zurückgeben.“ Und sie will Brücken bauen: „Neue Bürger sollen schnellstens integriert werden.“ Und was macht sie in ihrer Freizeit? Ideen schmieden. Fahren sie und ihr Mann zu ihrem Wohnwagen nach Kroatien, hat der Beifahrer immer einen Block auf dem Schoß und schreibt neue Ideen auf. Aber die fallen ihr nicht nur auf dem Weg in den Urlaub ein.

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