Kolbermoor: Besuchsdienst will Senioren aus der Einsamkeit holen

Spiele spielen, ratschen und spazierengehen: Der Besuchsdienst der Kolbermoorer Kirchengemeinden und der Nachbarschaftshilfe Kolbermoor richtet sich an alleinstehende Senioren.
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Spiele spielen, ratschen und spazierengehen: Der Besuchsdienst der Kolbermoorer Kirchengemeinden und der Nachbarschaftshilfe Kolbermoor richtet sich an alleinstehende Senioren.

Der ehrenamtliche Besuchsdienst der Kolbermoorer Kirchengemeinden und der Nachbarschaftshilfe Kolbermoor will ältere, alleinstehende Senioren aus der Einsamkeit befreien – und startet nun nach dem Lockdown die nächste Runde, das Projekt publik zu machen.

von Ines Weinzierl

Kolbermoor – „Viele Alleinstehende sind einsam“, sagt Gabriele Endter (74). Die Kolbermoorerin ist seitens der Nachbarschafthilfe für den Besuchsdienst zuständig. Sie wird nicht müde, immer wieder auf die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung in der Mangfallstadt aufmerksam zu machen.

Corona verhinderte Treffen der älteren Menschen

Während des Lockdowns waren die Treffen zwischen den Senioren und ehrenamtlichen Helfern nicht möglich. Jetzt soll es wieder anlaufen und man will auch andere Senioren von dem Angebot überzeugen. Mittlerweile engagieren sich zwölf ehrenamtliche Helfer für den Besuchsdienst. Der ehrenamtlich Tätige besucht den Senior regelmäßig. Gemeinsam führen sie Gespräche – „sie sind das Herzstück unseres Besuchdienstes“, sagt Endter. Darüber hinaus wird gemeinsam Kaffee getrunken, spielt Spiele, man geht spazieren und vielleicht auch gemeinsam einkaufen, erklärt Endter.

Nicht alles kann dieses Ehrenamt erfüllen

Es gibt aber auch Dinge, die dieser ehrenamtlichen Besuchdienst nicht anbietet: Fahrdienste, Pflegeaufgaben, hauswirtschaftliche Dienstleistungen und keine soziale Beratung, so Endter.

Erzählt ihr aber jemand aus dem Team, dass beispielsweise ein Senior eventuell in diesen Punkten Hilfe braucht, greift beispielsweise die Kolbermorer Nachbarschaftshilfe mit ihrem vielseitigen Angebot. Endter ist quasi das Bindeglied, denn sie engagiert sich seit Jahren in dem Kolbermoorer Verein. Bei ihr ist man quasi an der Quelle.

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Dabei ist der Besuchdienst nicht ausschließlich für Senioren gedacht, die noch alleine in ihrer Wohnung oder ihrem Haus leben. „Wir gehen auch zu Bürgern, die im Pflegeheim wohnen“, erklärt Endter. Und so habe man beispielsweise schon Kontakte mit Pflegeheimen, wie dem in Lohholz oder dem Caritas Pflegeheim.

Scham hält viele ab

Ein Problem sei, an die einsamen Bürger – „die ja immer mehr werden“ –heran zu kommen. „Viele trauen sich nicht, uns anzurufen. Auch aus Scham, ist sie überzeugt. Deshalb sei man beispielsweise auf Nachbarn angewiesen, die einen Hinweis geben könnten.

Das Angebot der Kolbermoorer Kirchen und der Nachbarschaftshilfe gibt es seit rund eineinhalb Jahren. Und Endter ist überzeugt, dass die Nachfragen, wenn man sich denn traut, das Angebot anzunehmen, steigen wird.

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