Es klingt über Dettendorf – Nach Reparaturen läuten die Glocken von St. Nikolaus wieder

Die drei Dettendorfer Glocken hängen nebeneinander im Kirchturm. Die neuen Antriebsmotoren sind jeweils über den Seilrädern angebracht.

Die Glocken der Dettendorfer Kirche klingen wieder sicher. Die Kirchgemeinde brachte 17000 Euro auf, um Klöppel, Joch, Seilrad und elektronische Steuerung zu erneuern. Doch der Weg dahin war lang.

Von Thomas Stelzer

Dettendorf – Seit ein paar Wochen sind über dem Dorf Dettendorf in der Gemeinde Tuntenhausen neue Töne zu hören, wenn die Glocken der Filialkirche Sankt Nikolaus läuten. Die gesamte Läuteanlage wurde erneuert, in dem Zuge wurden auch die drei Glocken neu befestigt.

„Vor zwölf Jahren haben Experten die Befestigung des Glockenstuhles bemängelt. Er sei nicht nur unten am Boden, sondern auch noch oben befestigt. Und das ist nicht zulässig“, erklärt der Dettendorfer Kirchenpfleger Franz Spötzl.

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Außerdem schlagen die Glocken zu hart an, dadurch entstehen Schäden an den Glocken. Damals hatte die Kirchengemeinde Dettendorf, zu der auch der Weiler Viecht und die Einöde Bichl gehören, keine verfügbaren Finanzmittel, um eine solch aufwendige Reparatur zu bezahlen.

Kirchgemeinde bringt 17 000 Euro auf

Vor zwei Jahren beschloss schließlich die Kirchenverwaltung, die notwendigen Erneuerungen anzupacken. Es wurden Angebote eingeholt, bei denen sich die Firma Rauscher aus Regensburg als die günstigste erwies.

Alles, was mit dem Glockenläuten zu tun hat, musste erneuert werden – außer die Glocken selbst und der Glockenstuhl. Dieser wurde noch einmal begutachtet und für gut befunden, da er seit 1850 unbeschadet täglich seinen Dienst verrichtet und auch keine Schäden am Mauerwerk des Kirchturms verursacht hat.

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Alle drei Glocken – von der kleinen „Arme Seelen“-Glocke, über die mittlere „Maria Königin“ bis zur größten „Heilig Kreuz“-Glocke – bekamen einen neuen Klöppel, ein neues Joch aus Eichenholz und ein neues Seilrad samt Befestigungen aus verzinktem Stahl. Damit die alten Glocken samt Klöppel geschont werden, wurden die elektronische Steuerung und die neuen Motoren so ausgelegt, dass der Glockenanschlag künftig sanft und langsam erfolgt.

Die größere Glocke von 1948 wiegt 320 Kilogramm und die Mittlere von 1949 ist 180 Kilogramm schwer. Beide wurden damals bei Czudnochowsky in Erding aus Euphon gegossen. Diese zinnfreie Kupfer-Zink-Legierung wurde nur in dieser Firma verwendet. Die Glocken wurden vom Lampferdinger Expositus Englbrecht bestellt und von ihm geweiht.

Glocke soll auf einem Acker gefunden worden sein

Die kleinste Glocke ist die älteste, hat keinerlei Aufschrift und wird in Dettendorf „Arme Seelen“-Glocke genannt. Sie ist die Sterbeglocke. Von ihrer Herkunft wird behauptet, dass sie einst beim Ackern auf einem Feld in der Nähe von Viecht gefunden wurde.

Die drei neuen Klöppel stammen von den Rottaler Hammerwerken der Familie Wensauer. Diese ist in Niederbayern ansässig. Sie fertigten vor sieben Jahren übrigens auch die neun Glockenklöppel für die Kathedrale Notre Dame in Paris.

Die neue digitale Steuerung ist in der Sakristei im Erdgeschoss des Dettendorfer Kirchturmes untergebracht. „Hier wurden jetzt auch Läuteprogramme abgespeichert, sodass die Mesnerin nicht immer kommen muss, wenn geläutet werden soll. Es ist eine große Erleichterung für sie“, sagt Franz Spötzl und meint damit seine Frau Elisabeth.

Die Finanzierung ist gesichert, war aber für die kleine Kirchengemeinde ein Kraftakt.

17 000 Euro wurden aufgebracht, um wieder unbesorgt die zarten Töne der drei Glocken zu hören, wenn sie zum Gottesdienst oder zum Gebet rufen.

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