Klares Ja zum Ostermünchener Dorfladen – Gemeinde wertet Umfrage zu Einkaufsverhalten aus

Viel Platz für Ideen: Zwischen Fritz-Schäffer-Straße, Kirche, Landwirtschaft und bestehender Wohnbebauung soll der neue Ortskern entstehen – mit Ärztehaus, Apotheke, Wohnen im Alter, Pflege und Dorfladen.
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Viel Platz für Ideen: Zwischen Fritz-Schäffer-Straße, Kirche, Landwirtschaft und bestehender Wohnbebauung soll der neue Ortskern entstehen – mit Ärztehaus, Apotheke, Wohnen im Alter, Pflege und Dorfladen.

Die Botschaft ist eindeutig: Die Ostermünchener wollen ihren Dorfladen, und sie sind auch bereit, sich dafür persönlich oder finanziell zu engagieren. In einer Umfrage meldeten sich 409 Familien zu Wort. 95 Prozent wollen regionale Produkte lieber im Dorfladen als im Discounter einkaufen.

Von Kathrin Gerlach

Tuntenhausen – Nachdem das Interesse der Ostermünchener an der Informationsveranstaltung zum Bürgerladen im Oktober bereits groß war, war es nun auch die Resonanz auf eine Bürgerbefragung.

Die Gemeindeverwaltung hatte im Juni einen Fragebogen an 1117 Ostermünchener Haushalte gesandt. 409 Familien – das sind etwa 37 Prozent – füllten ihn aus. „Eine sehr gute Quote“, stellte Bürgermeister Georg Weigl zufrieden fest, der die Ergebnisse jetzt dem Gemeinderat präsentierte.

388 Kunden hat der Laden schon

Auch wenn 73 Prozent der Befragten keine Probleme in der Lebensmittelversorgung sehen, weil sie in Discountern der Umgebung einkaufen, wünschen sich 92 Prozent eine bessere Versorgung vor Ort.

95 Prozent – das sind immerhin 388 Haushalte – versichern, dass sie im Dorfladen einkaufen würden und zwar mindestens ein- bis zweimal pro Woche. Besonders wichtig ist es den Ostermünchenern, ihren Dorfladen fußläufig zu erreichen und dort regionale Angebote zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden.

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Auch eine Poststelle und ein kleines Café wünschen sich die Bürger. 85 Prozent gaben an, dass sie schon jetzt regelmäßig regionale Produkte kaufen. „Eine sehr erfreuliche Quote, denn das sind von unseren Bürgern selbst erzeugte Lebensmittel“, so Weigl.

94 potenzielle Anteilseigner

Eine wichtige Frage war auch die nach der finanziellen Beteiligung. 23 Prozent – also etwa 94 Bürger – sind bereit, sich mit Anteilen einzubringen, 37 Prozent wissen es noch nicht genau. „Auch das ist ein hoher Wert. Dass es noch Unschlüssige gibt, zeigt einfach nur, dass uns hier noch genaue Informationen fehlen und es Erklärungsbedarf gibt“, so Weigl.

Mit der aktuellen Umfrage hat die Gemeinde Tuntenhausen nun einen weiteren Beweis dafür, dass ein Dorfladen in Ostermünchen durch den großen Rückhalt bei den Bürgern eine wirtschaftliche Zukunft hätte. 45 Befragte könnten sich sogar vorstellen, dort entgeltlich zu arbeiten. 31 haben in der Umfrage ihre Mitarbeit im „Arbeitskreis Dorfladen“ avisiert.

Wie geht es weiter mit der Gestaltung der Ostermünchener Mitte

Bis zum Jahresende soll sich unter fachlicher Anleitung von Unternehmensberater Wolfgang Gröll der Arbeitskreis „Dorfladen“ gründen.

Dieser muss perspektivisch auch darüber entscheiden, welche Rechts- oder Eigentumsform der Bürgerladen haben soll, da sich daran die Bürger mit ihrem Kapital beteiligen – ähnlich wie an einer Genossenschaft.

Die Gründung der entsprechenden Körperschaft soll nach den zeitlichen Vorstellungen von Bürgermeister Georg Weigl bis Ende des Jahres 2021 erfolgen.

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Parallel dazu werde das Gesamtprojekt „Ostermünchen gestalten“ weiterentwickelt. Die Gemeinde hat ein zweites Konzept für die Gestaltung der Ostermünchener Mitte in Auftrag gegeben. Feste Bestandteile des neuen Ortskerns sind Ärztehaus, Apotheke, Mehrgenerationswohnen, eine Tagespflege oder Betreutes Wohnen und der Dorfladen.

Konzepte werden am 29. Oktober vorgestellt

In einer öffentlichen Sondersitzung des Gemeinderates am 29. Oktober sollen beide Konzepte noch einmal ausführlich vorgestellt werden. „Danach können wir uns entscheiden, mit welchem Planer wir weitermachen wollen“, erklärt Weigl.

Aufgabe des Rechnungsprüfungsausschusses der Gemeinde sei es, ein geeignetes Modell für die Finanzierung des Großprojektes zu finden. Mit dem Baubeginn rechnet der Bürgermeister im zweiten Halbjahr 2022.

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