Im Kita-Verbund Beyharting gibt’s für die Kleinen nur die besten Ideen

Die Kunstwerkstatt steht immer offen:Die Leiterin der „Klostermäuse“ Barbara Reiser (rechts) und die kleinen Künstlerinnen Tamia, Lucy und Milena (von links). Gerlach

Der Kita-Verbund Beyharting ist der Träger des Kinderhauses in Tuntenhausen. Die neue Einrichtung mit 100 Plätzen für Krippen- und Kindergartenkinder soll im September 2021 eröffnen. Schon jetzt arbeiten die Pädagogen am Konzept und suchen engagiertes Personal.

Tuntenhausen – „Das Leben in einem Kinderhaus wächst mit den Menschen – den Pädagogen, Kindern und Eltern“, erklärt Sabine Suitner-Miller, die Verwaltungsleiterin des Kita-Verbundes Beyharting. Deshalb ist das Konzept für die neue Tuntenhausener Kindereinrichtung auch noch lange nicht festgezurrt.

Inspirationen fließen ins neue Konzept ein

Es ist am Wachsen und wird aus den Inspirationen der Pädagogen des Kita-Verbundes in Beyharting, Ostermünchen, Großkarolinenfeld und Pfaffenhofen genährt. „Und natürlich hospitieren wir auch in anderen Einrichtungen, um uns am Ende aus vielen pädagogischen Konzepten das Beste für unsere Kinder auszusuchen“, erklärt Suitner-Miller.

Besonderes pädagogisches Konzept

Wie das funktioniert, lässt sich am Beispiel der Beyhartinger Klostermäuse verdeutlichen. Als eine der wenigen Einrichtung im Landkreis Rosenheim arbeitet das Team von Einrichtungsleiterin Barbara Reiser auf Grundlage der Reggio-Pädagogik.

Das forschende, selbstbestimmte Kind

Dabei geht es vor allem um Achtsamkeit. „Wir sehen das forschende, selbstbestimmte Kind“, erklärt Reiser, „denn das kindliche Spiel hat immer einen forschenden Hintergrund, ein Kind fragt immer nach dem Warum, und genau das unterstützen wir.“ In der Praxis bedeutet das, dass die Pädagogen vor allem „beobachtende Begleiter“ sind und schauen, was das Kind braucht, um sich zu entwickeln, „denn bei Kindern öffnen sich ständig neue Entwicklungsfenster“, erklärt die Pädagogin.

Wenn sich neue Fenster öffnen

Ein Beispiel: Die Kinder schauen sich Bilderbücher an, erzählen die Geschichte selbst oder malen ein Bild dazu. Und schon stellt sich die Frage, wie ein Buch eigentlich entsteht, wer die tollen Bilder malt, und wo es gedruckt und gebunden wird. Und so haben die Knirpse vor, bald eine Druckerei zu besuchen.

Baumeister bauen die Welt nach

Oder die kleinen Baumeister. Sie fragten sich beim Spiel mit Magnetbausteinen, wie Häuser entstehen, wer sie baut. Schließlich gingen sie ihrem alten Kindergarten auf den Grund, sahen sich die Baupläne des Klosters an, und fanden sogar ihre Gruppenräume. „Unsere Kinder entdecken jeden Tag neue Bauwerke, die sie unbedingt nachbauen wollen. Und sie erzählen voller Stolz von den Papas, die als Maurer, Zimmerer oder Schreiner arbeiten“, erklärt Angelika Zingerle.

Bei Wind und Wetter an der frischen Luft

Sie ist nicht nur die stellvertretende Leiterin im Bereich Kindergarten, sondern auch Waldpädagogin und jeden Freitag bei Wind und Wetter mit den Kindern in der Natur unterwegs. „Alles passiert nicht nur für, sondern vor allem mit den Kindern“, sagt sie. Seit einem Jahr verbringen die Beyhartinger Klostermäuse ihren Tag nach dem Reggio-Modell. „Eltern, Kinder und Erzieher sind begeistert“, resümiert Einrichtungsleiterin Reiser.

+++

Tipp der Redaktion:Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Kinder sind flexibler und selbstständiger

Das häufigste Feedback der Eltern: „Sie staunen, wie selbstständig und flexibel ihre Kinder geworden sind.“ Trotz aller Freiheit, die ein offenes Konzept gibt, haben die Klostermäuse natürlich ihre festen Rituale. Am Morgen kommen die Kinder in ihrer Stammgruppe an, treffen sich mit ihrer Erzieherin und den Freunden im Morgenkreis.

Die Achtsamkeit eines ganzen Teams

Danach beginnt die offene Arbeit. Seien es die Spielstraße, der Bewegungsraum, die Kunstwerkstatt oder spezielle Projekte – die Kinder dürfen wählen, womit sie sich beschäftigen wollen. Überall steht ihnen eine Erzieherin begleitend zur Seite. „Und so achten viele Augen auf die Kinder, fließen viele Erfahrungen in ihre Entwicklung ein, und die Kinder können aus ganz unterschiedlichen Ressourcen schöpfen“, erklärt Reiser.

Neugierige Erzieher für neugierige Kinder

In den Beyhartinger Alltag fließen die verschiedensten Konzepte ein, seien es die von Maria Montessori oder die kybernetische Methode und das Lernen über den Körper, seien es Waldpädagogik oder ganz klassische pädagogische Formen. „Wir sind neugierig, bilden uns ständig weiter, und entdecken immer wieder neue Methoden, von denen unsere Kinder profitieren können“, so Reiser.

Engagierte Pädagogen gesucht

All dieses Wissen soll nun auch ins Tuntenhausener Kinderhaus einfließen. „Dafür suchen wir engagierte Pädagogen“, betont die Verwaltungsleiterin. „Einige davon werden als Praktikanten schon in unserem Einrichtungsverbund ausgebildet. Doch neue Köpfe mit neuen Ideen, vor allem aber mit Herzblut sind im Team jederzeit willkommen.“

Lesen Sie auch:

Warum Baurecht für die Gemeinde Tuntenhausen eines der wichtigsten Zukunftsthemen ist

In Tuntenhausen gibt es einen Kompromiss für Edeka und einen Neubau für Aldi

Kommentare