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Kirche mal anders: Ungewohntes Bild mit „S-Minis“

Eine verrückte Wette: Warum es in Großkarolinenfeld im Gottesdienst grauhaarige Ministranten gibt

Die S-Minis aus Großkarolinenfeld: Richard Goldammer, Joachim Schor, Sepp Wieland, Boni Heilmann, Michael Rampfl (hinten von links), Barbara Warcholinski, Christa Goßner und Angela Obinger (vorne von links). Auf dem Foto fehlen: Alexandra Wolf, Sophia Huber und Rudi Huber.
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Die S-Minis aus Großkarolinenfeld: Richard Goldammer, Joachim Schor, Sepp Wieland, Boni Heilmann, Michael Rampfl (hinten von links), Barbara Warcholinski, Christa Goßner und Angela Obinger (vorne von links). Auf dem Foto fehlen: Alexandra Wolf, Sophia Huber und Rudi Huber.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Nanu, so viele graue Schöpfe über den Messgewändern? Was ist denn da in Heilig Blut in Großkarolinenfeld los? Ganz einfach: Der Pfarrer verliert gerade ein Wette gegen seine Ministranten.

Großkarolinenfeld – Die jungen Minis aus Großkarolinenfeld wollen unbedingt eine Wallfahrt nach Rom machen. Das kostet Geld. Die Messdiener sammeln zwar fleißig, aber es ist ein zähes Geschäft. Da kommt ihnen eine Herausforderung des Pfarrers gerade recht: Herbert Aneder wettet, dass die Minis es nicht schaffen, Ministranten im Erwachsenenalter zu finden. Für jeden, den sie an Land ziehen, verspricht er – nach Verhandlungen – einen Zuschuss aus der eigenen Tasche. „Der Schuss ging nach hinten los“, lacht Herbert Aneder.

Elf S-Minis melden sich am ersten Tag

Denn Oberministrant Fabian stellt sich nach dem Gottesdienst an den Ambo und reicht die Herausforderung weiter. „Am selben Tag waren schon elf beieinander. Das wird ein teurer Spaß für den Pfarrer“, amüsiert sich Richard Goldammer, einer der „S-Minis“, wie die Truppe in der Pfarrei Heilig Blut auch genannt wird.

Naja, schränkt Aneder ein: Sie müssen schon ein Jahr bei der Stange bleiben, die S-Minis, sonst wird es nichts mit dem Zuschuss zur Rom-Wallfahrt.

Aneder räumt gerne ein, völlig verblüfft über die Resonanz zu sein. Mit einem oder zwei Erwachsenen habe er ja gerechnet, „aber jetzt ist das Dutzend gleich voll.“

Wie er auf die Idee kam? Ursprünglich seien nicht nur Kinder und Jugendliche Ministranten gewesen, erklärt Aneder, sondern Vertreter der gesamten Gemeinde. Also auch Erwachsene.

Die späte Erfüllung eines Traumes

Christa Goßner hat, wie sie Goldammer erzählte, schon als Mädchen davon geträumt, Ministrantin zu werden. Damals ein Ding der Unmöglichkeit. Jetzt ist die Mittsiebzigerin Ministrantin. Und glücklich.

Goldammer war als Bub nicht Ministrant, ist aber heute Kirchenpfleger. Für ihn ist der Ministrantendienst eine weitere Facette seiner kirchlichen Arbeit. Aber eine, die ihm hörbar Spaß macht. Oberministrantin Clara wies die S-Minis in ihr neues Aufgabengebiet ein. „Das muss ein komisches Bild gewesen sein: Laut perfekt eingekleidete, sehr erwachsene Menschen, die überhaupt keine Ahnung hatten, was sie da tun“, sagt Goldammer vergnügt.

Elegant aus dem Handgelenk oder mit großer Geste

Zu den Abläufen des Ministrantendienstes gehört auch das richtige Läuten der Glocken während der Eucharistiefeier. „Da haben wir die verschiedensten Techniken“, erzählt Goldammer lachend: Der eine läutet elegant aus dem Handgelenk, der andere schwingt die Glocke meterhoch.

Was dem Kirchenpfleger auffiel: Die nicht mehr ganz jugendliche Ministrantenschar zieht neue Gesichter in die Kirche: „Es sind etliche Bekannte von S-Minis im Gottesdienst, die früher nicht da waren.“

Die Jungen sind die Erfahrenen

Die meisten S-Minis haben ihren zweiten Einsatz hinter sich, aber „wir schauen oft noch mit großen Augen zu den erfahrenen Minis“, gibt Goldammer zu. Und was sagt der Pfarrer zu den Einsätzen seiner S-Minis? Ist er zufrieden? „Ich bin gerade in Quarantäne, ich habe sie noch gar nicht im Einsatz erlebt“, bedauert Herbert Aneder.

Weitere S-Minis sind herzlich willkommen und können sich im Pfarrbüro unter Telefon 0 80 31/51 29 melden.

Dürfen die S-Minis denn auch mit zur Rom-Wallfahrt? „Gute Idee“, findet Herbert Aneder, „dann haben wir auch gleich genug Aufsichtspersonen...“

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