PFARRVERBAND FELDKIRCHEN-HÖHENRAIN-LAUS

Kerze verursacht Schwelbrand in Oberreit: Zum Glück ist nicht die ganze Kirche abgebrannt

Die Filialkirche Mariä Opferung in Oberreit hätte bei dem Schwelbrand komplett abbrennen können.
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Die Filialkirche Mariä Opferung in Oberreit hätte bei dem Schwelbrand komplett abbrennen können.

Ein Feuer hat Teile des Hochaltars und den Tabernakel in der Filialkirche Mariä Opferung in Oberreit stark beschädigt. Kirchenraum und Inventar sind von Ruß überzogen. Nach ersten Schätzungen liegt der Schaden bei etwa 250000 Euro. Die Kirche bleibt zu. Im Januar nehmen Restauratoren die Arbeit auf.

Von Manfred Merk

Feldkirchen-Westerham – Wenn sich die Oberreiter Christen am Heiligabend vor ihrer Filialkirche Mariä Opferung zum Gottesdienst treffen, werden sie von großer Dankbarkeit erfüllt sein. Zwar hat ein Feuer Teile des Hochaltars und das Tabernakel stark beschädigt, doch die Kirche blieb verschont. Sie ist nicht abgebrannt. Auch der Kelch mit den geweihten Hostien im Tabernakel blieb unversehrt. „Unsere Heilige Maria hat auf ihre Kirche aufgepasst“, ist Michael Liegl, Verwaltungsleiter des Pfarrverbandes Feldkirchen-Höhenrain-Laus, dankbar.

Ein Schock am Nikolaustag

Der zweite Sonntag im Advent war für die Oberreiter ein Tag des Schreckens. „Am Morgen des Nikolaustages wurde beim Aufsperren der Kirche starker Rauch und Brandgeruch festgestellt“, berichtet Liegl. Teile des Hochaltars und des Tabernakels waren durch ein Feuer stark beschädigt worden.

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„Der Brand wurde durch eine brennende Kerze auf dem Hochaltar verursacht“, informiert der Verwaltungsleiter. Und obwohl die kleine Kirche mitten im Ort steht, hat in der Nacht kein Mensch das Feuer bemerkt. „Wir vermuten, dass es kein Feuer mit lichterlohen Flammen gab, sondern ein Schwelbrand die Schäden verursacht hat“, so Liegl.

Schwelbrand erlischt von selbst

Er eilte gemeinsam mit Kirchenpfleger Josef Bichl und Kirchenverwaltungsmitglied Gabriele Schön noch am selben Morgen an den Unglücksort. „Der Brand war zu diesem Zeitpunkt schon erloschen“, informiert Liegl. Ein Kamerad der Feuerwehr Feldkirchen begutachtete den Brandherd und stellte fest, dass keine Glutnester mehr vorhanden waren. Vermutlich ist der Schwelbrand durch Sauerstoffmangel erloschen.

Die ganze Kirche hätte abbrennen können

„Nach Auskunft der Sachverständigen hätte unsere Kirche auch vollständig niederbrennen können“, macht der Verwaltungsleiter klar. „Und zum Glück ist kein Mensch bei diesem Brand verletzt worden“, ist Kirchenpfleger Josef Bichl dankbar.

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Die Oberreiter hatten Glück im Unglück, auch wenn die Bilanz des Feuers traurig ist: Der Tabernakel und bis zu einer Höhe von zwei Metern auch Teile des Hochaltars sind stark beschädigt. Der Ruß hat sich in der ganzen Kirche ausgebreitet. Wände, Decken, Stuck und Fresken sind von gesundheitsschädlichen schwarzen Partikeln bedeckt. Auch das gesamte Inventar wie historische Bilder, Kanzel oder Bänke – einfach alles. „Wir sind gerade dabei, Angebote für die Sanierung der Kirche einzuholen, aktuell verschaffen sich auch die Restauratoren einen Überblick über die Schäden“, informiert Liegl.

Nach ersten Schätzungen liegt der Schaden bei etwa 250 000 Euro. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Die Kosten sind durch die Versicherung abgedeckt. „Und zum Glück gehen die Restauratoren auch davon aus, Hochaltar und Tabernakel wieder vollständig herstellen zu können“, ist Liegl froh.

Sanierung dauert etwa ein Jahr

Derzeit wird die Kirche in Oberreit erst einmal grob gereinigt. Im Januar beginnen die Restauratoren dann mit den detaillieren Reinigungsarbeiten an der Raumschale und am Inventar. „Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten bis zu einem Jahr dauern werden“, blickt Liegl voraus.

Bis auf Weiteres bleibt die Kirche geschlossen, denn für die Reinigungsarbeiten muss im Innenraum ein Gerüst aufgestellt werden. Der Weihnachtsgottesdienst findet im Freien vor der Filialkirche Mariä Opferung statt.

Eine traurige Überraschung am Nikolaustag: Der Hochaltar der Kirche wurde von Flammen stark beschädigt.
Der Schwelbrand beschädigte den Hochaltar. Auslöser war eine brennende Kerze.
Auch der Tabernakel ist von den Flammen gezeichnet. Kelch und Hostien blieben unversehrt.

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